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Rudolf von Rüdesheim

Bischof von Lavant; Fürstbischof von Breslau

Herkunft und WerdegangBearbeiten

 
Rudolf von Rüdesheim: Epitaph im Breslauer Dom

Rudolf entstammte einer bürgerlichen Familie aus Rüdesheim. Seine Eltern waren Heinrich Hecker und Katharina N.N. Von 1422 bis 1426 studierte er in Heidelberg und anschließend zwei Jahre in Rom, wo er den akademischen Grad eines Dr. decretorum erwarb. Schon bald hatte er Kanonikate in Mainz, Worms und Freising. Nachdem er seit 1433 das Bistum Worms beim Konzil von Basel vertrat, wurde er 1434 Domherr und 1446 Wormser Domdekan. In dieser Eigenschaft unternahm er mehrere Gesandtschaftsreisen: 1435 nach Trier, 1437 nach Avignon, 1438 zum Deutschen Orden und 1439 nach Lausanne zu Papst Felix V.

Im gleichen Jahr wurde er Konzilsrichter. Als Konzilspräses der Deutschen Nation begegnete er 1444 Nikolaus von Kues und Eneo Silvio de Piccolomini, dem späteren Papst Pius II. 1454 vertrat er den Mainzer Erzbischof beim Regensburger Reichstag. 1458 ernannte ihn Papst Pius II. zum Referendar für deutsche Angelegenheiten, 1461 zum päpstlichen Legaten und 1462 zum päpstlichen Nuntius auf dem Reichstag.

Wegen seiner juristischen und diplomatischen Gewandtheit war Rudolf auch Berater des Königs Albrecht II. und des Kaisers Friedrich III., für den er 1463 am Vertrag von Ödenburg maßgeblich beteiligt war. Im selben Jahr bestellte ihn der Papst zum Schiedsrichter im Streit zwischen dem Herzog von Tirol und dem Brixener Bischof.

Bischof von LavantBearbeiten

Nach dem Tod des Lavanter Bischofs Theobald Schweinpeck ernannte der Salzburger Erzbischof 1463 Rudolf von Rüdesheim zu dessen Nachfolger.

Fürstbischof von BreslauBearbeiten

In seiner Eigenschaft als päpstlicher Legat für Deutschland und Böhmen organisierte Rudolf von Rüdesheim seit 1465 von Breslau aus den Widerstand der antihussitischen Kräfte gegen Georg von Podiebrad. Wohl deshalb wurde er nach dem Tod des Breslauer Bischofs Jodok von Rosenberg am 20. Januar 1468 vom Domkapitel einstimmig zum Bischof gewählt und drei Monate später vom Papst in diesem Amt bestätigt.

1469 unterstützte er im päpstlichen Auftrag die Wahl von Matthias Corvinus zum König von Böhmen und gefährdete dadurch in den folgenden Hussitenkämpfen seine Position als Breslauer Bischof und Landesherr des Bistumslandes Neisse-Grottkau. Mit den Friedensverhandlungen von Brünn (1477–1478) und Olmütz (1479) wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen beendet.

1473 und 1475 hielt Rudolf Diözesansynoden ab, deren Statuten als erster Breslauer Druck bei dem späteren Kanonikus Caspar Elyan veröffentlicht wurden. 1476 verfügte er, dass alle Breslauer Kanoniker künftig einen akademischen Grad vorweisen müssen. Für sein Bistumsland erwarb er die Städte Freiwaldau und Zuckmantel.

Rudolf von Rüdesheim wurde im Dom zu Breslau beigesetzt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rudolf von Rüdesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Jodok von RosenbergFürstbischof von Breslau
1468–1482
Johann IV. Roth