Ronnie Brunswijk

surinamischer Rebellenführer in Suriname
Ronnie Brunswijk im April 2011

Ronnie Brunswijk (* 7. März 1962 in Moengotapoe, Suriname) ist ein ehemaliger Rebellenführer und Abgeordneter der Nationalversammlung von Suriname.

LebenBearbeiten

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war er Anführer des sog. Jungle Commandos in Suriname. Er stritt gegen das Regime von Desi Bouterse, dessen Leibwächter er gewesen war, als er noch im Militär diente. Der Guerillakrieg, der überwiegend im Dschungel mit zum Teil großer Grausamkeit geführt wurde, endete 1992 nach dem Ende der Militärdiktatur. Bei der Bevölkerung von Ost-Suriname wurde er populär, da er wie ein Robin Hood Güter verteilte, die bei Überfällen auf Militärfahrzeuge erbeutet worden waren.

Wie sein Gegenspieler Bouterse wurde auch Ronnie Brunswijk durch ein Gericht in den Niederlanden im Oktober 2000 in der Berufungsinstanz in Abwesenheit zu 6 Jahren Gefängnis wegen Drogenschmuggels verurteilt. Die Niederlande haben einen Internationalen Haftbefehl gegen Brunswijk erwirkt, wodurch ein Verlassen seines Heimatlandes für ihn praktisch unmöglich geworden ist. Auf der anderen Seite darf er als surinamischer Staatsbürger allerdings auch nicht von Suriname an die Niederlande ausgeliefert werden. Er ist außerdem seit den Wahlen vom 25. Mai 2005 Parlamentsabgeordneter.

Neben seinen geschäftlichen und politischen Aktivitäten machte er sich auch als Vorsitzender, Trainer und Spieler des Fußballvereins Inter Moengotapoe einen Namen. Er wurde allerdings im November 2005 durch den Surinamischen Fußballbund (SVB) für 5 Jahre als Spieler gesperrt und aller Ämter enthoben worden, da er während eines Fußballspiels eine Pistole gezogen hatte.

Auswirkungen auf seine politische Karriere hatte dieser Vorfall nicht.

Am 13. Dezember 2007 fiel Brunswijk wieder unangenehm auf. Ein Parlamentsabgeordneter der damaligen oppositionellen Nationale Democratische Partij (NDP), Rashied Doekhie, hielt an diesem Tag während der Parlamentssitzung einen Datenträger hoch, auf dem angeblich Beweise gegen den Parlamentsvorsitzenden Paul Somohardjo über kriminelle Machenschaften bei Grundstücksgeschäften enthalten sein sollten. Hierauf kam es zwischen den beiden Parlamentariern zu einem Handgemenge, als Somohardjo sich des Datenträgers zu bemächtigen versuchte. Der kräftig gebaute Brunswijk kam Somohardjo zu Hilfe und schleuderte Doekhie zu Boden. Sowohl Somohardjo als auch Brunswijk traten noch auf den am Boden liegenden ein. Erst hinzu eilende Polizisten konnten dem ein Ende bereiten. Auch diese Tat im Parlament hatte keine politischen Konsequenzen.

LiteraturBearbeiten

  • Wim Hoogbergen en Dirk Kruijt: De oorlog van de sergeanten. Surinaamse militairen in de politiek. Uitgeverij Bert Bakker, Amsterdam 2005; ISBN 90-351-2998-9.