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Roland Steinacher

österreichischer Althistoriker

LebenBearbeiten

Steinacher legte die Matura am Akademischen Gymnasium Innsbruck ab und studierte dann von 1991 bis 1997 Geschichte, Alte Geschichte und Altertumskunde sowie Deutsche Philologie an der Universität Innsbruck. Zwischen 1998 und 2001 absolvierte er den Lehrgang am Institut für Österreichische Geschichtsforschung Wien, an dem er seit 2001 Mitglied ist. Er wurde 2002 an der Universität Wien bei Herwig Wolfram promoviert und hat sich dort Ende 2012 auch habilitiert. Von 2003 bis 2013 war Steinacher an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und an der Universität Wien tätig, u. A. als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Walter Pohl im ERC Projekt „Social cohesion, identity and religion in Europe, 400–1200 (SCIRE)“.[1] Für seine Forschungen erhielt er verschiedene Stipendien, wie etwa 2014 ein Stipendium der Gerda Henkel Stiftung sowie 2015 und 2016 ein Alexander von Humboldt Stipendium. 2017 war er als Senior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald tätig, 2018 dann Nachwuchsgruppenleiter in der DFG-Kolleg-Forschergruppe Migration und Mobilität in Spätantike und Frühmittelalter an der Universität Tübingen. Seit Oktober 2018 ist er Professor für Alte Geschichte an der Universität Innsbruck.

Steinachers Forschungsschwerpunkte bilden die spätrömische Geschichte, die Umgestaltung der römischen Welt im europäischen Frühmittelalter,[2] ethnische Prozesse in Spätantike und Mittelalter, antike und mittelalterliche Historiographie sowie Ethnographie, Barbarenbilder, Geistes-, Gelehrten- und Wissenschaftsgeschichte bis in die Frühe Neuzeit, Rezeptionsgeschichte der Antike, Edition, Quellen- und Handschriftenkunde, Numismatik und Epigraphik, Überlieferungsprobleme, Geschichte der Kirche und des Christentums, römisches und poströmisches Nordafrika (Africa in the first millennium) und die römische Provinzen in Norditalien, dem Alpenraum und dem Balkan zwischen 300 und 600 n. Chr. Besonders ausgewiesen ist er als Experte für die Vandalen[3] und Heruler.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonographienBearbeiten

  • Studien zur vandalischen Geschichte. Die Gleichsetzung der Ethnonyme Wenden, Slawen und Vandalen vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert (unpublizierte Dissertation). Wien 2002.
  • Die Vandalen. Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs. Klett-Cotta, Stuttgart 2016, ISBN 3-608-94851-1.[4]
  • Rom und die Barbaren. Völker im Alpen- und Donauraum (300–600). W. Kohlhammer, Stuttgart 2017, ISBN 3-17-025168-6.[5]

SammelbändeBearbeiten

  • mit Guido M. Berndt: Das Reich der Vandalen und seine (Vor-)Geschichten (= Denkschriften. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. Band 366) (= Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Band 13). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2008, ISBN 978-3-7001-3822-8.
  • mit Guido M. Berndt: Arianism. Roman heresy and barbarian creed. Ashgate, Farnham u. a. 2014, ISBN 1-4094-4659-X.

AufsätzeBearbeiten

  • Vorgeschichte bis Frühmittelalter. In: Roland Steinacher, Stefan Donecker, Patrick Oelze, Oliver Domzalski, Daniel Mollenhauer, Steffen Raßloff, Michael Gehler (Hrsg.): Deutsche Geschichte. Die große Bildenzyklopädie. DK Verlag, München 2018, ISBN 978-3-83103-542-7, S. 10–53.
  • When not in Rome, still do as the Romans do? Africa from 146 BCE to the 7th century. In: Walter Pohl, Clemens Gantner, Cinzia Grifoni, Marianne Pollheimer-Mohaupt (Hrsg.): Transformations of Romanness: Early Medieval Regions and Identities (= Millennium-Studien 71). Berlin u. a. 2018, S. 439–456.
  • Wanderung der Barbaren? Zur Entstehung und Bedeutung des Epochenbegriffs „Völkerwanderung“ bis ins 19. Jahrhundert. In: Hans-Joachim Gehrke, Kerstin P. Hoffmann, Felix Wiedemann (Hrsg.): Vom Wandern der Völker. Zur Verknüpfung von Raum und Identität in Migrationserzählungen (= Berlin Studies of the Ancient World 41). Berlin 2017, S. 65–93, Online
  • Ethnogenese/ethnische Identität. In: Historisches Lexikon Bayerns, 26. November 2018, Online.
  • The Heruls. Fragments of a History. In: Florin Curta (Hrsg.): Neglected Barbarians. Brepols, Turnhout 2010, S. 321–364.
  • Rex oder Räuberhauptmann? Ethnische und politische Identität im 5. und 6. Jahrhundert am Beispiel von Vandalen und Herulern. In: Beate Burtscher-Bechter u. a. (Hrsg.): Grenzen und Entgrenzungen. Historische und kulturwissenschaftliche Überlegungen am Beispiel des Mittelmeerraums. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, S. 309–330.
  • Wenden, Slawen, Vandalen. Eine frühmittelalterliche pseudologische Gleichsetzung und ihre Nachwirkungen. In: Walter Pohl (Hrsg.): Die Suche nach den Ursprüngen. Von der Bedeutung des frühen Mittelalters (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Denkschriften der phil.-hist. Klasse 322. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 8). Wien 2004, S. 329–353.
  • The So-called Laterculus Regum Vandalorum et Alanorum: A part of Prosper Tiro’s chronicle?. In: Andrew H. Merrills (Hrsg.): Vandals, Romans and Berber New Perspectives on Late Antique North Africa. Aldershot 2004, S. 163–180.
  • Von Würmern bei lebendigem Leib zerfressen ... und die Läusesucht Phtheirias. Ein antikes Strafmotiv und seine Rezeptionsgeschichte. In: Tyche 18 (2003) S. 145–166.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.univie.ac.at/scire/
  2. Ambros Waibel: Althistoriker über politische Vergleiche: „Man baut wütende Barbaren auf“. In: Die Tageszeitung: taz. 24. September 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 1. Januar 2019]).
  3. Andreas Puff-Trojan: Roland Steinacher, Die Vandalen (Kontext - Sachbücher und Themen); , Redaktion: Wolfgang Ritschl, Ö1, 08.07.2016. Abgerufen am 1. Januar 2019.
  4. oe1.orf.at: Betrifft: Geschichte | MO | 16 01 2017 | 17:55. In: https://oe1.orf.at/artikel/444667. Abgerufen am 1. Januar 2019.
  5. Rom und die Barbaren | Kohlhammer Blog. Abgerufen am 1. Januar 2019.