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Rhena ist ein Stadtteil der Kreis- und Hansestadt Korbach im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Rhena
Stadt Korbach
Koordinaten: 51° 17′ 18″ N, 8° 47′ 32″ O
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 12,11 km²[1]
Einwohner: 563 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 34497
Vorwahl: 05631
Lage von Rhena („Rehen“), Karte von 1572

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Rhena liegt im Westteil Nordhessens in bewaldeten und hügeligen Nordostausläufern des Rothaargebirges. Es befindet sich im Naturpark Diemelsee etwa 5,5 km (Luftlinie) westnordwestlich der Korbacher Kernstadt. Nördlich des 440 m hoch gelegenen Dorfs erhebt sich der Goddelsberg (525 m). Rhena wird etwa in Nord-Süd-Richtung vom Neerdar-Zufluss Rhena durchflossen.

GeschichteBearbeiten

Urkundlich wird der Ort im Jahr 980 erstmals erwähnt, als Kaiser Otto II. das Dorf Rhena zusammen mit Korbach und Lelbach an das Kloster Corvey abgab und im Gegenzug die Kaiserpfalz Memleben hierfür eintauschte.

1120 wurde die Wehrkirche im romanischen Stil mit rechteckigem und zweijochigem Schiff erbaut. Die St. Thomas-Kirche befindet sich abseits der Hauptstraße, auf dem „Kleppenberg“ genannten Kirchhügel. Hier befand sich auch der Sitz der Herren von Rhena, einem örtlichen Adelsgeschlecht, das lange das Patronat der Kirche innehatte. Ein Mitglied des Geschlechts, Johann von Rhena (auch Johann von Rehen) war 1543–1570 Landkomtur der Ballei Marburg des Deutschen Ordens.

Ihre erste Burg (Ältere Burg Rhena) erbauten die Herren von Rhena auf einem nach Süden gerichteten Sporn hinter der Kirche. Diese wird 1235 erstmals erwähnt. Von dieser ist heute nichts mehr erhalten. Sie wurde vermutlich 1755 zerstört oder abgebrochen.

Vermutlich um 1555 erbaute Reinhard von Rhena die Wasserburg Rhena, von der heute noch zwei Steinhäuser erhalten sind. Es wird vermutet, dass einige ornamentale Teile von Philipp Soldan stammen. Die Wasserburg Rhena liegt an der Straße Zur Alten Mühle 11, südlich der Upländer Straße, an der Rhene.

Am 1. Juli 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rhena im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Kreisstadt Korbach eingegliedert.[3] Die Gemeinde Rhena hatte eine Gemarkungsfläche von 12,11 km².[4]

In Rhena befand sich die kleinste Grundschule Hessens, die Astrid-Lindgren-Schule, die im Sommer 2013 geschlossen wurde.

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Rhena lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1541: 24 Häuser
• 1620: 30 Häuser
• 1650: 14 Häuser
• 1738: 31 Häuser
• 1770: 35 Häuser, 256 Einwohner
Rhena: Einwohnerzahlen von 1770 bis 2015
Jahr  Einwohner
1770
  
256
1834
  
310
1840
  
288
1846
  
275
1852
  
308
1858
  
293
1864
  
284
1871
  
294
1875
  
290
1885
  
325
1895
  
348
1905
  
323
1910
  
365
1925
  
402
1939
  
392
1946
  
617
1950
  
582
1956
  
510
1961
  
490
1967
  
516
1971
  
579
1980
  
581
1990
  
555
1995
  
587
2000
  
569
2005
  
567
2010
  
520
2015
  
525
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][6]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1895: 347 evangelische (= 99,71 %), ein katholischer (= 0,29 %) Einwohner
• 1961: 454 evangelische (= 92,65 %), 33 katholische (= 6,73 %) Einwohner
 
Romanische Kirche Rhena

Romanische KircheBearbeiten

Die romanischen Kirche von Rhena hat die Struktur einer Wehrkirche und ähnelt im Aussehen sehr der des Willinger Ortsteils Welleringhausen. Auf dem blockförmigen Altar steht ein schönes Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert. Das massive Taufbecken aus Sandstein stammt aus dem 12. Jahrhundert.[7]

An der linken Chorwand stehen zwei gusseiserne Grabplatten, die der Kirchenpatron Arnolt von Rhena seinen beiden Ehefrauen Catharina, geborene von Padberg († 1568), und Elisabeth, geborene von Spiegel († 1572), setzen ließ. Die Grabplatte für Arnolt von Rhena trägt oben drei Wappen, die von Rhena, Padberg und Spiegel. Die Grabplatten sind von der Hand des Formenschneiders Conrad Luckeln, einem Schüler von Philipp Soldan.

VerkehrBearbeiten

Rhena liegt am Abschnitt BömighausenLelbach der Bundesstraße 251, von der dort die Kreisstraße 68 nach Schweinsbühl abzweigt. Nördlich vorbei verläuft etwa in West-Ost-Richtung die Bahnstrecke Wabern–Brilon-Wald (Uplandbahn) mit naher Haltestelle „Rhena-Lelbach“ östlich der Ortschaft; nördlich steht an dieser Bahnstrecke das „Rhenaer Viadukt“ an einem kleinen Zufluss der Rhena.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Rhena, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Daten & Fakte. In: Internetauftritt. Stadt Korbach, archiviert vom Original; abgerufen im Juni 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 407.
  4. Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 275
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Bevölkerungsentwicklung. In: Haushaltsplan 2018. Stadt Korbach, S. Vorbericht VIII, archiviert vom Original; abgerufen am 2. Juni 2018.
  7. Romanische Dorfkirche St. Thomas auf www.semmler24.de