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Römisches Dodekaeder

archäologische Fundstücke aus römischer Zeit
Römisches Dodekaeder aus dem Römermuseum Schwarzenacker
Römisches Dodekaeder im Musée gallo-romain de Fourvière, Lyon
Römischer Dodekaeder im Museum Burg Linn-Krefeld.
Gefunden in einem Frauengrab aus der Zeit nach 341, am Kastell Gelduba in Krefeld-Gellep.

Als Römische Dodekaeder („Zwölfflächner“) werden archäologische Fundstücke aus der Zeit der römischen Antike bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Sie sind etwa faustgroß, hohl und bestehen meist aus Bronze, wenige sind mit Silber überzogen. Die zwölf fünfeckigen Außenflächen des regelmäßigen Pentagondodekaeders besitzen eine kreisförmige Bohrung in der Mitte. Die Dodekaeder datieren aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr.

FundorteBearbeiten

Bisher wurden über hundert der Artefakte gefunden − ausschließlich in Römersiedlungen in Gebieten, die vorher von Kelten besiedelt waren. Das Fundgebiet erstreckt sich von England bis Ungarn, die meisten jedoch stammen aus Deutschland und Frankreich. Erstmals erwähnt wurde der Fund eines Dodekaeders 1739 in Aston (England).[1]

Im Römermuseum Schwarzenacker ist ein Original und im Außenbereich eine große Nachbildung ausgestellt.[2] Im belgischen Tongeren (Limburg) wurde ein Dodekaeder mit acht unterschiedlich großen Bohrungen gefunden. Es wurde der gallorömischen Besiedelung (ca. 60 n. Chr.) zugeordnet und ist im örtlichen Museum ausgestellt. Auf einem 1982 in Genf gefundenen, in Blei gegossenen und mit Silberblech überzogenen Exemplar ist auf jeder Fläche eines der zwölf Sternkreiszeichen in lateinischer Sprache beschrieben.

Weitere Fundorte:

VerwendungszweckBearbeiten

Weil auf den Ecken kleine Kugeln sitzen, sind die Dodekaeder als Spielwürfel unbrauchbar. Der Genfer Fund deutet erstmals auf einen astrologisch-astronomischen Zusammenhang.[3] Trotz zahlreicher Veröffentlichungen und Spekulationen ist der genaue Verwendungszweck der Artefakte jedoch weiterhin unbekannt.[1] Vermutet werden unter anderem:

  • Kerzenständer
  • Vermessungsinstrument
  • Knauf eines Zepters
  • magisches Objekt der keltischen Religion
  • Astronomisches Instrument
  • Verbindungsstück von Metall- oder Holzstangen

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Bernhard A. Greiner: Römische Dodekaeder. Untersuchungen zur Typologie, Herstellung, Verbreitung und Funktion. In: Carnuntum Jahrbuch 1995 (1996) 9–44.
  • Michael Guggenberger: Etwas Gewisses hievon zu bestimmen waere ein Gewagtes. 260 Jahre Dodekaeder-Forschung. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. 80/2000, Innsbruck 2000, S. 67-84 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Römisches Dodekaeder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Michael Guggenberger: Etwas Gewisses hievon zu bestimmen waere ein Gewagtes.
  2. saarland.digicult-museen.net Museen im Saarland
  3. Alfons Kolling: Die Römerstadt in Homburg-Schwarzenacker. Hrsg.: Stiftung Römermuseum Homburg-Saarpfalz. Ermer Verlag, Homburg 1993, ISBN 3-924653-13-5.