Augst

Gemeinde in der Schweiz
Augst
Wappen von Augst
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Liestal
BFS-Nr.: 2822i1f3f4
Postleitzahl: 4302
UN/LOCODE: CH AGT
Koordinaten: 620645 / 264966Koordinaten: 47° 32′ 6″ N, 7° 42′ 46″ O; CH1903: 620645 / 264966
Höhe: 275 m ü. M.
Höhenbereich: 254–313 m ü. M.
Fläche: 1,65 km²
Einwohner: 1024 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 621 Einw. pro km²
Website: www.augst.ch
Augst – Hauptstrasse, Ergolzbrücke und alter Zoll

Augst – Hauptstrasse, Ergolzbrücke und alter Zoll

Lage der Gemeinde
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Augst (Schweizerdeutsch: Augscht [aʊkʃt]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz. Die Gemeinde wurde früher Baselaugst genannt – zur Unterscheidung von der im Kanton Aargau liegenden Nachbargemeinde Kaiseraugst. Bei Augst verläuft in der Mitte des Rheins die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Augst liegt auf 275 m ü. M. am nordöstlichen Ende des Kantons Basel-Landschaft. Die Ortschaft erstreckt sich über die Schotterterrasse beidseits der Ergolz, die nördlich von Augst in den Rhein mündet. Bei Augst erreicht der Violenbach die Ergolz. Dem Violenbach folgt von seiner Quelle am Halmet bis nach Augst die Kantonsgrenze zwischen dem Baselbiet und dem Kanton Aargau; von der Mündung des Violenbachs in die Ergolz liegt die Grenze in diesem Fluss bis zum Rhein.

Westlich des Dorfes gehört ein schmaler, etwa zweieinhalb Kilometer langer Uferstreifen am Rhein zu Augst. In diesem Bereich steht das Wasserkraftwerk Augst-Wyhlen.

Zwischen der Ergolz und dem Violenbach liegt eine rund einen Quadratkilometer grosse Ebene, auf welcher die höher gelegenen Quartiere der römischen Stadt Augusta Raurica standen.

Durch das Dorf verlaufen die Hauptstrasse 3 von Basel nach Rheinfelden und die Bözbergstrecke der Eisenbahn. Auf der Südseite des antiken Stadtareals durchquert die Autobahn A 2 das Gemeindegebiet in west-östlicher Richtung, und bei der Verzweigung «Augst» verlässt die Autobahn A 3 das Trasse der A 2 wieder, dem sie von Basel an folgte, und führt über die Kantonsgrenze nach Rheinfelden.

In der Nähe des Kraftwerks befindet sich die Anlegestelle Augst BL Kraftwerk der Rheinschifffahrt.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Historisches Luftbild aus 500 m von Walter Mittelholzer von 1925

Der Name Augst geht auf die vom 1. bis ins 3. Jahrhundert auf dem Terrassensporn zwischen Ergolz und Violenbach gelegene Römerstadt Augusta Raurica zurück.

Im Mittelalter bildete sich an der Ergolzbrücke, wo sich der Zoll und eine Mühle befanden, die Siedlung Augst.

1431 verkaufte Ritter Hans Reich von Reichenstein das Dorf Augst, mit Einwilligung König Sigismunds, an Henman Offenburg von Basel.

1442 wurde die Gemeinde Augst aufgeteilt und der Dorfteil auf der rechten Seite des Violenbaches kam mit der Herrschaft Rheinfelden zu Österreich und wurde fortan Kaiseraugst genannt. Der linksufrig gelegene Dorfteil gelangte 1461 mit der Herrschaft Farnsburg in den Besitz der Stadt Basel und heisst seither Baselaugst oder auch nur Augst.

WappenBearbeiten

Auf rotem Grund ein silberner Löwenkopf mit goldener Zunge und goldener Krone. Dies ist das Wappen der Edelknechte Pfirter von Liestal, welche im 14. Jahrhundert den Brückenzoll an der Ergolz in Augst einzogen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kraftwerk Augst

Auf dem Gemeindegebiet von Augst und dem von Kaiseraugst AG liegen die Ruinen der Römerstadt Augusta Raurica. Auf einem Rundgang durch das weitläufige Areal trifft man unter anderem auf ein Theater, ein Amphitheater, Tempel, das Forum, Bäderanlagen mit Wasserleitung, einen Töpferofen, Überreste einer Hypokaustheizung, die Stadtmauer, ein Grabmal etc.

In einem Tierpark werden Tierarten gehalten, wie sie zur Zeit der Römer anzutreffen waren. Im Römermuseum Augst, einer nachgebauten römischen Villa, wird unter anderem der grosse Silberschatz gezeigt, der 1961 bei Bauarbeiten freigelegt und unter abenteuerlichen Umständen geborgen wurde.

 
Augst im Dreiländereck

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jules Coulin: Das Rössli in Augst. In: Heimatschutz = Patrimoine, Bd. 22, 1927, S. 34–42 (Digitalisat).
  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band II: Der Bezirk Liestal. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1974 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 62). ISBN 3-7643-0727-7. S. 5–24.
  • René Salathé u. a.: Augst und Kaiseraugst: Zwei Dörfer – eine Geschichte. 2 Bände. Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2007.

WeblinksBearbeiten

Commons: Augst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Anlegestelle Kraftwerk Augst der Basler Personenschifffahrt AG