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Quellensteuer

Steuer auf Einkünfte direkt an der Quelle

Als Quellensteuer wird eine (Ertrags-)Steuer auf Einkünfte bezeichnet, die direkt an der Quelle der Auszahlung von Leistungsvergütungen abgezogen und im Namen des Leistungserbringers (Gläubiger der Vergütung) an das zuständige Finanzamt abgeführt wird. Sie gilt als Vorauszahlung auf die entsprechende Ertragsteuer und kann die Wirkung einer Abgeltungsteuer haben.

Sollte die Quellensteuer als Abgeltungsteuer ausgestaltet worden sein, kann dies zu einer Verfahrensvereinfachung führen, insbesondere wenn sich ausländische Vergütungsgläubiger nicht im Land, in dem die Steuer festzusetzen ist, steuerlich registrieren lassen müssen.

Quellensteuern dienen auch zur Sicherstellung der Steuereinnahmen des Staates, da bereits von dem (liquiden) Schuldner der Vergütung, der nun für die Abführung an das Finanzamt haftet, eine Erhebung durchgeführt wird.

DeutschlandBearbeiten

Der Begriff Quellensteuer wird in Deutschland am häufigsten im Zusammenhang mit der Kapitalertragsteuer[1] benutzt, mit der seit dem 1. Januar 2009 alle Kapitalerträge steuerlich erfasst werden sollen. Das Prinzip gilt aber auch für den Steuerabzug bei beschränkt Steuerpflichtigen[2] und vor allem für die Lohnsteuer,[3] die vom Arbeitgeber bezahlt wird. Ferner gehören der Steuerabzug bei Bauleistungen und die Aufsichtsratsteuer zu den Quellensteuern.

FrankreichBearbeiten

Seit 1. Januar 2019 gilt in Frankreich eine neue Regelung, wonach – ähnlich wie bereits seit langem auch in Deutschland – die Lohnsteuer vom Arbeitgeber zu zahlen ist.[4]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. siehe § 43 Abs. 5 EStG, § 32 KStG i. V. m. § 43 ff. EStG
  2. siehe § 50 Abs. 2 EStG, § 32 KStG i.V.m § 50a EStG
  3. siehe § 46 EStG i. V. m. § 38 ff. EStG
  4. https://eurodroit.com/personalverwaltung/gzw-einfuehrung-der-quellensteuer-in-frankreich