Preist

Gemeinde in Deutschland

Preist ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Speicher an und zählt zu den Orten der Fidei. Der Wahlspruch der Gemeinde Preist lautet: „Iwa Preist geht neist.“

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Preist
Preist
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Preist hervorgehoben

Koordinaten: 49° 54′ N, 6° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Speicher
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 6,42 km2
Einwohner: 701 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54664
Vorwahl: 06562
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 107
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 36
54662 Speicher
Website: www.vg-speicher.de
Ortsbürgermeister: Edgar Haubrich
Lage der Ortsgemeinde Preist im Eifelkreis Bitburg-Prüm
BitburgAuw bei PrümRoth bei PrümOlzheimNeuendorfKleinlangenfeldSchwirzheimBüdesheimWallersheimFleringenWeinsheimGondenbrettSellerichBuchetOberlascheidBleialfMützenichWinterscheidWinterspeltGroßlangenfeldBrandscheidPrümRommersheimGiesdorfHersdorfSeiwerathSchöneckenOberlauchNiederlauchOrlenbachWinringenDingdorfWatzerathPittenbachPronsfeldHabscheidHeckhuscheidMatzerathHeisdorfNimsreulandLaselWawernFeuerscheidNimshuscheidLützkampenGroßkampenbergKesfeldÜttfeldEuscheidStrickscheidLünebachLierfeldEilscheidDackscheidMerlscheidPintesfeldKinzenburgWaxweilerManderscheidLichtenbornArzfeldIrrhausenReiffSengerichLeidenbornHerzfeldEschfeldRoscheidHarspeltSevenig (Our)DahnenReipeldingenDaleidenDasburgPreischeidOlmscheidJuckenKickeshausenLauperathKrautscheidOberpierscheidNiederpierscheidLascheidHargartenLambertsbergMauelPlütscheidBurbachBalesfeldNeuheilenbachNeidenbachUschZendscheidSteinbornSankt ThomasMalbergweichMalberg (Eifel)KyllburgweilerSeinsfeldOberkailGransdorfGindorfPickließemOrsfeldKyllburgEtteldorfWilseckerBademSefferweichSeffernSchleidHeilenbachEhlenzOberweilerBickendorfNattenheimFließemRittersdorf (Eifel)LießemNiederweilerBiersdorf am SeeWiersdorfWißmannsdorfHamm (Eifel)EchtershausenBrechtFeilsdorfHütterscheidBaustertBrimingenMülbachOberweisBettingen (Eifel)OlsdorfWettlingenStockemHalsdorfEnzenDudeldorfGondorfMetterichHüttingen an der KyllRöhlScharfbilligSülmDahlemTrimportIdenheimIdesheimMeckelEßlingenOberstedemNiederstedemWolsfeldDockendorfIngendorfMesserichBirtlingenAltscheidBerkothNusbaumBiesdorfKruchtenHommerdingenHüttingen bei LahrMettendorfNiehlBurgLahrGeichlingenKörperichRoth an der OurGentingenAmmeldingen an der OurBerscheidBaulerWaldhof-FalkensteinKeppeshausenRodershausenGemündSevenig bei NeuerburgAfflerDauwelshausenScheitenkorbNasingenMuxerathObergecklerNiedergecklerSinspeltNiederradenKoxhausenHerbstmühleKarlshausenZweifelscheidLeimbachEmmelbaumAmmeldingen bei NeuerburgHeilbachUppershausenPlascheidHüttenNeuerburgScheuernFischbach-OberradenUtscheidWeidingenÜbereisenbachWallendorfBollendorfEchternacherbrückErnzenFerschweilerMindenMenningenEisenachGilzemKaschenbachNiederweisIrrelPrümzurlayAlsdorfHolsthumPeffingenSchankweilerSpangdahlemHerforstBeilingenPhilippsheimSpeicher (Eifel)PreistOrenhofenAuw an der KyllHostenNordrhein-WestfalenBelgienLuxemburgTrierLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild
Modell einer Murus Gallicus (Bauprinzip wie bei der Burgmauer in Preist)

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt in der Natur- und Kulturlandschaft der Südeifel am Heiligenbach, der kurz vor dessen Mündung in die Kyll in den Stillegraben (Schaalbach) mündet.

Zu Preist gehört der Wohnplatz Heinzkyller Mühle.[2]

Nachbarorte sind die Stadt Speicher im Norden, sowie die Ortsgemeinden Orenhofen im Südosten, Auw an der Kyll im Südwesten und – jenseits der Kyll – Dahlem im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

Zwischen Auw an der Kyll und Preist befinden sich die Überreste einer wallartigen Befestigung (manchmal auch als „Keltenring“ bezeichnet), die darauf schließen lassen, dass schon um 200 n. Chr. Menschen im Bereich des heutigen Preist lebten. Die Bauart dieser Wallkonstruktion hat in der Literatur unter dem Begriff „Pfostenschlitzmauer Typus ‚Altkönig-Preist‘“ Einzug gehalten. Erstmals genannt wird der Ort unter dem Namen Bristiche in einer Verkaufsurkunde, nach der die Trierer Abtei St. Irminen 1283 einen Anteil am Zehnten erwarb. Obwohl auch das Trierer Domkapitel im heutigen Preist Besitzungen hatte, gehörte der Ort zum Irminer Hochgericht Orenhofen und wurde bis 1794 durch dessen Vögte, die jeweiligen Inhaber der Herrschaft Scharfbillig, verwaltet. 1473 zählte Preist 10 Feuerstätten, 1636 waren es 15 Häuser. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte sich anhaltendes Bevölkerungswachstum ein. 1840 bestehen 82 Häuser mit 467 Einwohnern.[3] Die Bevölkerungszahl liegt heute bei ca. 800. Im Zuge der letzten Flurbereinigungsmaßnahme wurde beginnenden Zersiedlungserscheinungen unter anderem damit begegnet, dass durch die Anlage eines Ringweges um die Gemeinde eine äußere Eingrenzung der Bebauungsflächen markiert wurde.

Am 15. August 1944 wurde der amerikanische Flieger Second Lieutenant Lester E. Reuss in Preist durch Zivilisten ermordet.[4][5][6][7] Reuss war Navigator des B-17-Bombers „Bad Penny“, der im englischen Molesworth stationierten 303rd Bombardment Group[8][9]. Reuss’ Bomber wurde auf dem Rückflug von einem Angriff auf den Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim um 11.58 Uhr von deutschen Jägern des Jagdgeschwaders 300 abgeschossen,[10] die neunköpfige Besatzung konnte sich zunächst mit dem Fallschirm retten, Reuss landete bei Preist und wurde von Zivilisten ermordet. Nach den vorliegenden Prozessunterlagen[11] wurden vier Täter am 1./2. Juni 1945 und am 16. Juni 1945 in Ahrweiler durch eine U.S. Military Commission zum Tode durch den Strang verurteilt. Einer wurde vom Befehlshaber der 15. U.S. Armee zu lebenslanger Haft begnadigt und angeblich nach einiger Zeit wieder entlassen; die drei übrigen wurden am 29. Juni 1945 in Rheinbach gehängt.[12] Dies gilt als der erste Fliegerprozess auf deutschem Boden. Reuss wurde zunächst in Preist beerdigt, nach Kriegsende betteten ihn die Amerikaner auf den amerikanischen Friedhof in Luxemburg um, dort befindet sich seine letzte Ruhestätte heute noch in Feld A, Reihe 6, Grab 8[13].

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Preist, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[14]

Jahr Einwohner
1815 288
1835 479
1871 524
1905 519
1939 663
1950 703
1961 729
Jahr Einwohner
1970 797
1987 666
1997 721
2005 712
2011 695
2017 745
2019 701[1]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Preist besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl CDU GLP FWG Gesamt
2019[15] 2 7 3 12 Sitze
2014[16] 5 7 12 Sitze
2009 7 5 12 Sitze
2004 5 7 12 Sitze
  • GLP = Wählergruppe Gemeinsame Liste Preist

BürgermeisterBearbeiten

Edgar Haubrich ist Ortsbürgermeister von Preist. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 53,33 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[17]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Silber über Blau schräglinks geteilt; vorne eine blaue Kornblume; hinten innerhalb eines goldenen Ringes ein ebenfalls goldenes Albkreuz.“[18]
Wappenbegründung: Die Farben Silber und Blau weisen auf die ehemals luxemburgische Landeshoheit hin. Die Kornblume symbolisiert die landwirtschaftliche Wirtschaftsstruktur Preists. Das golden geringte, goldene Albkreuz steht für die alte Sankt-Cäcilia-Kapelle auf dem Kirchhof und die Patronin des Ortes. Es befindet sich auf dem Türsturz zum Turm der ehemaligen Kapelle, dem Wahrzeichen von Preist.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katholische Filialkirche St. Cäcilia, ein romanisierender Saalbau mit vorgelegter Westfassade von 1867/68.
  • Friedhof mit Alter Kirche und dem barocken Kirchhofskreuz von 1750.
  • Das ehemalige Schulhaus mit Lehrerwohnungen, ein Krüppelwalmdachbau mit Rotsandstein- und Putzflächen, errichtet 1909/10 (Schulstraße).
  • Vorrömische Wallanlage und Hügelgräber
  • Mehrere Quereinhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
  • Wegekreuze aus dem 17. Jahrhundert.
  • Die Heinzkyller Mühle, ein stattlicher Mansarddachbau, der kurz vor 1800 entstanden ist, dabei eine Stallscheune aus dem 19. Jahrhundert (inzwischen zerfallen).
  • Traditionelles Klappern von Gründonnerstag bis Karsamstag.
  • Hüttenbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag)[19]
  • Wanderrouten um Preist[20]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Preist

WeblinksBearbeiten

Commons: Preist – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021. S. 100 (PDF; 2,6 MB).
  3. Karl E. Becker: Speicher – Raum und Zeit. 1980.
  4. Traugott Vitz: The Murder of Allied Airmen. In: Hangmen at war. Abgerufen am 28. April 2019 (englisch).
  5. Kölnischer Kurier vom 9. Juni 1945 (Nr. 11, S. 2) und vom 10. Juli 1945 (Nr. 16, S. 4).
  6. Karl J. Lüttgens: Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge im Kreis Schleiden 1939–1946. Gemünd 1997, S. 168.
  7. Johannes Nosbüsch: Bis zum bitteren Ende: Der Zweite Weltkrieg im Kreis Bitburg-Prüm. Trier 1978, S. 85.
  8. 303rd Bombardment Group (Heavy). In: 303rdbg.com. Abgerufen am 30. Juni 2019 (englisch).
  9. Lester Ernest Reuss | American Air Museum in Britain. Abgerufen am 28. April 2019.
  10. Mission report.
  11. Uni Marburg, Forschungs- und Dokumentationszentrum für Kriegsverbrecherprozesse [1] und [2]
  12. Schenectady Gazette vom 30. Juni 1945, S. 1, Spalte D "Triple Hanging Avenges Death Of U.S. Flier" [3]
  13. Kelvin Youngs: Aircrew Remembered Aviation Personal Histories and Databases. Abgerufen am 28. April 2019 (englisch).
  14. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 12. Februar 2020.
  15. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Abgerufen am 12. Februar 2020.
  16. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  17. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Speicher, Verbandsgemeinde, sechste Ergebniszeile. Abgerufen am 6. Juni 2021.
  18. Wappenerklärung. Abgerufen am 28. Februar 2017.
  19. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  20. Wanderroute Kylltal, die Welt des Buntsandsteins in der Eifel. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. Dezember 2015; abgerufen am 28. Februar 2017.