Hauptmenü öffnen
(Vallorbe–) Pont–Brassus
Travys-Pendelzug RBDe 4/4 568 384 in Sentier-Orient
Travys-Pendelzug RBDe 4/4 568 384 in Sentier-Orient
Strecke der Chemin de fer Pont–Brassus
Streckenprofil Vallorbe–Le Pont–Le Brassus
grau: Streckenabschnitt im Eigentum der SBB
blau: Abschnitt Le Pont–Le Brassus von Travys
Streckenlänge:13,26 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 23 
Minimaler Radius:200 m
Strecke – geradeaus
SNCF von Dijon
Bahnhof, Station
46,31 Vallorbe 806,9 m ü. M.
   
SBB/SNCF nach Pontarlier (bis 1940)
   
Viadukt Le Day (152 m)
Bahnhof, Station
43,16
3,15
Le Day 787,2 m ü. M.
   
SBB nach Lausanne
   
9,4   Les Epoisats ehemalige Haltestelle
   
9,52 Kulminationspunkt 1018,3 m ü. M.
Tunnel
Tunnel du Mont-d'Orzeires (431 m)
   
11,63
11,29
Le Pont Eigentumsgrenze SBB-PBr 1007,8 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
12,19 Charbonnières 1024,8 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
13,26 Séchey 1045,1 m ü. M.
Bahnhof, Station
15,45 Le Lieu 1049,6 m ü. M.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
16.6   Tunnel du Pré-Lionnet I (37 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
16.9   Tunnel du Pré-Lionnet II (17 m)
Haltepunkt, Haltestelle
17,90 Les Esserts-de-Rive 1034,8 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
19,06 Le Rocheray 1026,0 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
20,50 Solliat-Golisse 1011,4 m ü. M.
Bahnhof, Station
21,65 Sentier-Orient 1012,5 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
22,80 Chez-le-Maître-Ecole 1016,0 m ü. M.
   
23,0   Chez-le-Maître ehemalige Haltestelle 1016,6 m ü. M.
Kopfbahnhof – Streckenende
24,46 Le Brassus Depot 1021,0 m ü. M.
   
24,55 bis 2008

Die Chemin de fer Pont–Brassus (PBr) war eine normalspurige Privatbahn im Kanton Waadt in der Schweiz. Die Strecke führt von Le Pont parallel zum Nordufer des Lac de Joux nach Le Brassus. Die Bahn gehört seit 2001 zum regionalen Verkehrsunternehmen Travys. Der Personenverkehr auf der Strecke wird von den SBB durchgeführt. Aus diesem Grund verkehren die Züge durchgehend von Vallorbe über Le Pont nach Le Brassus. Es besteht ein Stundentakt, an Schultagen zeitweise ein Halbstundentakt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Nach der Elektrifikation setzen die SBB im Vallée de Joux die Fe 4/4 18509 bis 18511 ein, die wegen des grossen Gefälles zwischen Le Pont und Le Day mit einer Rekuperationsbremse ausgerüstet wurden.
 
Die beiden Leichtmetallwagen Bi 475 (Mitte) und Bi 476 (links, in oranger VST-Einheitslackierung) vom Typ Seetal beschaffte die Chemin de fer Pont–Brassus im Jahr 1950 zusammen mit den SBB.

Aufgrund einer Petition der Einwohner des Vallées vom Jahre 1867[1] wurde ein Tunnel durch den Mont d’Orzeires gebaut, welcher eine doppelte Funktion erfüllt, einerseits dient er dem Schienenverkehr, und andererseits, im Falle eines ausserordentlichen Hochwassers, dem Wasserabfluss aus dem Tal. (Der Lac Brenet fliesst unterirdisch ab.)

Am 31. Oktober 1886 hatte die Chemin de fer Pont–Vallorbe (PV) die Eisenbahnlinie zwischen Vallorbe und Le Pont eröffnet[2]. Daraufhin wurde die PBr gegründet, um die Stichstrecke weiter ins Vallée de Joux hinein zu verlängern. Der Verkehr zwischen Le Pont und Le Brassus wurde am 21. August 1899 aufgenommen. Die PBr besass lediglich Personen- und Güterwagen, aber keine eigenen Lokomotiven. Der Betrieb erfolgte deshalb von Beginn weg durch die JS, nach deren Verstaatlichung am 1. Mai 1903 durch die SBB.

Die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre führte zu einem markanten Rückgang im Güter- und Personenverkehr; der Betrieb mit Dampflokomotiven erwies sich als zu unrentabel. Aus diesem Grund wurde die Elektrifizierung beschlossen, die am 1. Oktober 1938 abgeschlossen wurde; dadurch konnten die Betriebskosten erheblich gesenkt werden. Da die Betriebsführung weiterhin bei den SBB lag, war die Verwendung des gleichen Stromsystems naheliegend.

Die Frequenzen im Personenverkehr waren in den 1980er-Jahren markant zurückgegangen, nicht zuletzt wegen des schlechten Fahrplans. Deshalb wurde die Strecke grundlegend modernisiert und es wurde ein neues Fahrplankonzept mit modernem Rollmaterial (SBB RBDe 4/4) eingeführt.

Am 1. Januar 2001 ging die PBr in der neuen Gesellschaft Travys auf.

2008 wurde der Endbahnhof in Le Brassus im Zuge der Bahnhofsmodernisierung um ca. 100 Meter in Richtung Le Pont versetzt. Dadurch verkürzte sich die Gesamtlänge der Strecke von 24,55 km auf 24,46 km.[3]

RollmaterialBearbeiten

Baureihe Hersteller Baujahr Herkunft Stückzahl Ausrangiert Bemerkungen
Serie Nummern total heute
Lokomotiven
Re 420 503 SLM
BBC/MFO/SAAS
1967 BLS (2013) (Üb)001 1 ex SBB Re 4/4II 11119
Triebwagen
RBDe 568
RBDe 560
384–385 SWA/SIG/ABB 1989/2009 2 2 NPZ RBDe 4/4 2184–2185
ABDe 538 316 SIG/SWS
SAAS/BBC/MFO
1966 THB (2004) (Üb)001 0 2018 ex GFM 171, ex MThB 16;
an VHMThB abgegeben
RBDe 567 (315) 174 SIG/SWS/BBC 1983 TRN (2013) (Üb)001 1 ex RVT 105, ex TRN 315
Steuerwagen
ABt 39-43 984–985 SWP/SIG/ABB 1989/2009 2 2 NPZ
Bt 80-35 904 1964 THB (2004) (Üb)001 0 2018 ex GFM 302, ex MThB 204;
an VHMThB abgegeben
ABt 80-33 (202) 375 SWP 1964/1983 TRN (2013) (Üb)001 1 ex RVT 202, ex TRN 202
Personenwagen
B 20-35 (304) 504 SWP/SIG 1985 TRN (2008) (Üb)001 1 «B Lego»; ex RVT 304, ex TRN 304
B 29-43 384–385 BT 2009 2 2 NPZ Inova
B 20-35 (301) 475 FFA 1965 TRN (2013) (Üb)001 1 EW I, ex RVT 301
B 20-35 536 1981 BLS (2019) (Üb)001 1 «B Lego»; ex GBS 780, ex BLS 780
Traktoren
Te 218 (301) 101 1946 SBB (1982) (Üb)001 0 ex SBB Te 2/2 957; ausrangiert
Tm 238 (302) 102 1957 SBB (1989) (Üb)001 0 2011 ex SBB TmI 420;
an CTVJ (Tm 230 320) abgegeben[4]
Tm 238 (303) 103 RACO 1992 1 1
Tm 238 (304) 104 1962 BLS (1997) (Üb)001 ex BLS 61
Tm 238 (305) 105 1961 SBB (2000) (Üb)001 ex SBB TmI 458
Te 218 (306) 106 1967 SBB (2000) (Üb)001 1 ex SBB TeII 86
TemIII 329 1956 SBB (2012) (Üb)001 1 ex SBB TemIII 329, Teile von 356
Üb = Übernahme aus fremden Bestand (Gebrauchtfahrzeug); Um = Umbau aus eigenem Bestand
Historische Personenwagen
  • BC 11 (1875), 1914 von SBB (NOB BC 846, SBB BC 4296) gekauft, 1938 ausrangiert[5]
  • C 21–22 (1899), 1952 an SBB verkauft für den Abbruch[5]
  • BC4 65 (1950), ab 1956 AB4 65, ab 1963 ABi 65, ab 1970 Bi 475, seit 1984 bei der CTVJ (Nr. 4420 rot)[5]
  • C4 476 (1950), ab 1956 C4 476, ab 1963 B4 476, ab 1970 Bi 4756, seit 1993 bei der CTVJ (Nr. 7476 braun)[5]
  • B 477 (1939), 1984 von SBB (B 50 85 23-33 008-8) gekauft[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten