Pierre Comte de Polignac

Vater von Fürst Rainer III. von Monaco
Pierre de Polignac, Duc de Valentinois

Pierre Marie Xavier Raphael Antoine Melchior, Comte de Polignac (* 14. Oktober 1895 in Château de Kerscamp, Morbihan; † 10. November 1964 in Paris), auch Pierre Grimaldi, Duc de Valentinois oder Prince Pierre de Monaco, war ein französisch-monegassischer Adeliger und Angehöriger des Fürstenhauses Grimaldi von Monaco.

LebenBearbeiten

Seine Eltern waren der französische Adelige Maxence, Comte de Polignac aus dem Hause der Ducs de Polignac, und die in Mexiko geborene Adelige Susana de la Torre y Mier. Im Ersten Weltkrieg diente Pierre de Polignac in der Französischen Armee. Historische Bedeutung erlangte er, als er am 19. März 1920 die Erbprinzessin Charlotte von Monaco heiratete.

Einen Tag vor der Hochzeit nahm er durch fürstlich monegassischen Erlass den Namen und das Wappen der Grimaldis an und erhielt in Primogenitur den Titel eines Duc de Valentinois.[1] Marcel Proust war zu dieser Zeit in Pierre de Polignac verliebt, was nicht nur in sein Romanwerk einfloss, er schrieb auch unzählige Briefe an den nunmehrigen Herzog von Valentinois.[2] Schließlich kam es zum Bruch zwischen Proust und dem Herzog.[3] Der unglücklich verlaufenden Ehe mit Charlotte, die kraft einer Verordnung des Fürsten Louis II. in Monaco am 18. Februar 1933 geschieden wurde, entstammten die 1920 in Paris geborene Prinzessin Antoinette von Monaco, Baronesse de Massy und der 1923 in Monaco geborene spätere Fürst Rainier.[4]

Das Paar hatte sich bereits 1930 getrennt. Fürst Louis regierte seinerzeit von seinem Anwesen im Norden von Paris aus, während Pierre Duc de Valentinois sich mit den Kindern in Monaco aufhielt und Prinzessin Charlotte in Sanremo in Italien. Politische Unruhen hätten fast dafür gesorgt, dass Pierres in Frankreich weilender Schwiegervater Fürst Louis abgesetzt worden und Pierre an seiner Stelle auf den Thron gelangt wäre. Schließlich konnte der regierende Fürst sich mit Hilfe des monegassischen Militärs an der Macht halten.

Durch die 1933 erfolgte Scheidung erhielt Pierre de Polignac seine persönlichen Besitztümer zurück und vom monegassischen Fürstenhaus eine lebenslange Leibrente, finanziert aus dem Staatsetat Monacos, und für die beiden Kinder jährlich je 100.000 Franc Unterhaltskosten, denn der Großvater Louis behielt sich als „fürstliches Familienoberhaupt und Chef der Dynastie“ das Sorgerecht vor. Die Kinder waren Pierre de Polignac zugesprochen, jedoch musste er in Erziehungsfragen seinen fürstlichen Ex-Schwiegervater Louis II. konsultieren. Offiziell blieb der monegassische Fürstenpalast sein Wohnsitz, aber er durfte sich ohne Genehmigung des Fürsten Louis nicht in Monaco aufhalten oder dort gar wohnen.[5]

 
Offizielles Monogramm des Prinzen Pierre von Monaco

„Prince Pierre de Monaco“, wie er auch offiziell tituliert wurde, lebte während der Regierungszeit seines Sohnes Fürst Rainier in einer Villa nahe dem Fürstenpalast und war von 1951 bis zu seinem Tod 1964 der Präsident des 1951 gegründeten „Conseil Littéraire“. Dazu wurde 1976, zum 25-jährigen Jubiläum, in Monaco eine Briefmarke mit dem Konterfei des Prinzen Pierre herausgegeben.[6] Im selben Jahr 1951 wurde „Le Prix littéraire Prince Pierre de Monaco“ gegründet, ein jährlicher Preis für französischsprachige Literatur, der auf Vorschlag des „Conseil Littéraire“ verliehen wird und im Jahr 2018 mit 25.000 € dotiert war.[7]

Im Jahr 1956 bemühte sich Pierre de Polignac vergeblich beim Vatikan um die päpstliche Anerkennung seiner Scheidung, die die amerikanische Millionenerbin Audrey Emery zur Bedingung für eine Ehe mit ihr gemacht hatte.[8]

1957 nahm Prinz Pierre von Monaco die Präsidentschaft der Nationalen Kommission der UNESCO an sowie des Monegassischen Olympischen Komitees. Nachdem Prinz Pierre 1964 im Amerikanischen Krankenhaus von Paris im Beisein seiner Kinder an Krebs gestorben war, wurde er in Monaco in der alten Kapelle „La Paix“ beigesetzt. 1966 ehrte sein Sohn Fürst Rainier ihn mit der Gründung der „Fondation Prince Pierre“.[9]

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. GHdA, Adelslexikon, Band IX, Limburg an der Lahn 1998, S. 147.
  2. Marcel Proust: Lettres au duc de Valentinois (2016)
  3. Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (2010), Anmerkung 2.
  4. New York Times: Monaco agein in an uproar; Divorce Suit of Prince Disturbs Politics of Little State Role of the Casino., 9. März 1930
  5. Bettina Grosse de Cosnac: Die Grimaldis: Geschichte und Gegenwart der Fürstenfamilie von Monaco, 2007, S. 93.
  6. The Peerage: Person Page 20128
  7. ActuaLitté am 5. Oktober 2018: Maurizio Serra reçoit le Prix Littéraire Prince Pierre de Monaco
  8. Der Spiegel, 46/1956
  9. Homepage der Fondation Prince Pierre