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Charlotte von Monaco

monegassische Adelige, Mutter von Fürst Rainier III von Monaco
Charlotte von Monaco

Charlotte von Monaco (Charlotte Louise Juliette Grimaldi (geb. Louvet), Erbprinzessin von Monaco, Duchesse de Valentinois) (* 30. September 1898 in Constantine, Algerien; † 16. November 1977 in Paris) war Erbprinzessin von Monaco und die Mutter des Fürsten Rainier III. von Monaco.

LebenBearbeiten

Sie war die 1919 legitimierte uneheliche Tochter des späteren Fürsten Louis II. von Monaco (1870–1949) und der französischen Variété-Tänzerin Marie-Juliette Louvet (1867–1930), die später als algerische Wäscherin ausgegeben wurde.[1] Hätte Louis seine natürliche Tochter Charlotte Louvet nicht schon als Erbprinz anerkannt und zur Erbfolge bestimmt, wäre das Fürstentum Monaco nach seinem Tod an einen verwandten deutschen Herzog aus der Nebenlinie Urach des Hauses Württemberg, Herzog Wilhelm Karl von Urach, Sohn der Prinzessin Florestine von Monaco, gefallen.[1] Durch fürstlich monegassische Verleihung erhielt sie am 16. Mai 1919 in Paris den Titel einer Duchesse de Valentinois.[2]

Ihr Gatte war Pierre Grimaldi, Duc de Valentinois (vormals Pierre Comte de Polignac aus dem Hause der Ducs de Polignac), den sie in Monaco am 19. März 1920 heiratete. Einen Tag vor der Hochzeit hatte er durch fürstlich monegassischen Erlass den Namen und das Wappen der Grimaldis angenommen und in Primogenitur den Titel eines Duc de Valentinois erhalten.[3]

Der Ehe, die in Monaco am 18. Februar 1933 geschieden wurde, entstammten die 1920 in Paris geborene Prinzessin Antoinette von Monaco, Baronesse de Massy und der 1923 in Monaco geborene spätere Fürst Rainier.

Nach dem Tod des Fürsten Albert I. von Monaco im Jahr 1922 meldete der erstgeborene Sohn Wilhelm Karl von Urach der Prinzessin Florestine von Monaco seinen Thronfolgeanspruch auf das Fürstentum Monaco an und begründete ihn damit, dass seine Mutter bei ihrer Heirat nicht auf ihr Erbrecht verzichtet habe. Aber Frankreich als Schutzmacht Monacos bestand darauf, dass das monegassische Recht die weibliche Thronfolge nicht (prinzipiell) ausschließe. (Die frühere Regelung, dass Monaco an Frankreich zurückgefallen wäre, wenn es keine Thronerben der Grimaldis gegeben hätte, wurde erst im zweiten monegassisch-französischen Abkommen 2002 abgeschafft.)[4] Um die Nachfolgeansprüche des Herzogs von Urach wirkungslos zu machen, verzichtete die legitimierte Prinzessin Charlotte bereits 1944, einige Jahre vor dem Tod ihres Vaters Louis II., zu Gunsten ihres Sohnes Rainier auf die Thronrechte, um ihn noch während der Regierungszeit seines Großvaters als Erbprinzen zu installieren. Nachdem Fürst Louis II. am 5. Mai 1949, kurz vor seinem Tod, seinem Enkel Rainier die Regierungsgeschäfte übertragen hatte, folgte ihm dieser wenige Tage darauf als Rainier III. in der Herrschaft über das Fürstentum nach.

Ein Strafgefangener, der über zwanzig Jahre jüngere René Girier (1919–2000), der als Juwelendieb verurteilt worden war, wurde der Geliebte der geschiedenen, nunmehrigen Fürstinmutter Charlotte von Monaco.[1]

ErwähnenswertesBearbeiten

Nach ihr wurde Charlotte Casiraghi, die ältere Tochter von Caroline von Monaco, benannt.

NachkommenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c WDR online am 30. September 2013, 30. September 1898 – Geburtstag der Charlotte von Monaco: Die schönste aller Grimaldis (abgerufen am 14. Dezember 2014)
  2. GHdA, Fürstliche Häuser, Band XV, Limburg an der Lahn 1997, S. 70.
  3. GHdA, Adelslexikon, Band IX, Limburg an der Lahn 1998, S. 147.
  4. La Constitution de la Principauté (Die Verfassung des Fürstentums). Fürstentum Monaco. Abgerufen am 14. Februar 2016.