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Peter Orloff

deutscher Schlagersänger, Komponist, Texter, Produzent und Schauspieler
Peter Orloff 1992

Peter Orloff (* 12. März 1944 in Lemgo, eigentlich Pjotr Nikolajewitsch von Orlow) ist ein deutscher Schlagersänger, Komponist, Liedtexter, Musikproduzent und Schauspieler.

LebenBearbeiten

Peter Orloff entstammt einer russischen Familie. Seine Mutter Galina Hildegard war Deutsche, sein Vater Nikolai war ein Geistlicher aus einem Kosakengeschlecht und hatte in den 1930er-Jahren den Schwarzmeer-Kosaken-Chor mitbegründet und jahrzehntelang geleitet. Mit 14 Jahren sang er als jüngstes Mitglied bereits bei diesem Chor. Nach der Schule (Abitur am Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium Detmold) studierte er Rechtswissenschaften in Köln. Sein Studium finanzierte er mit Gelegenheitsjobs. In den 1960er-Jahren gründete er die Musikband The Cossaks, dann wurde er als Sänger vom Textdichter Heinz Korn entdeckt und veröffentlichte 1967 mit der Coverversion von Das schönste Mädchen der Welt, einem der größten Hits des DDR-Sängers Günter Geißler (Text und Musik), seine erste Schallplatte.

Sein bis heute erfolgreichster selbst gesungener Titel Ein Mädchen für immer erreichte 1971 Platz 16 in den deutschen Charts und erhielt eine goldene Schallplatte. In Belgien wurde Ein Mädchen für immer sogar ein Nummer-eins-Hit. Weitere große Plattenerfolge waren Jeder hat dich gern – einer hat dich lieb, Immer wenn ich Josy seh’ (Coverversion: Kara, Kara) und Cora, komm nach Haus’ (Coverversion: Tom Tom Turn Around) oder Ein klasse Girl ist Monika.

Mit seinen Hits war er allein in der ZDF-Hitparade in insgesamt 30 Sendungen zu sehen. Von dieser Sendung wurde er Anfang der 1970er-Jahre zeitweise ausgeschlossen, nachdem Manipulationsversuche bei den Stimmkarten für seinen Titel Baby Dadamda aufgedeckt wurden. Es wurden 11000 Postkarten direkt oder indirekt von Orloff mit einem Votum für seinen Song eingesandt. Damit wollte er Platz 1 in der ZDF Hitparade erreichen. Orloff selbst beteuerte diesbezüglich seine Unschuld.[1][2] 1974 wirkte er unter der Regie von Siggi Götz neben Bernd Clüver in dem Schlager-Spielfilm Zwei im siebten Himmel mit.

Den Durchbruch als Autor schaffte Orloff, als er 1969 für Peter Maffay den Titel Du schrieb, der zum größten Single-Erfolg Maffays werden sollte. Gleichbedeutend sind die beiden Nummer-eins-Hits Der Junge mit der Mundharmonika und Der kleine Prinz von Bernd Clüver, bei denen Orloff sich für Text und Musik verantwortlich zeigte. Auch für Künstler wie Freddy Quinn, Rex Gildo, Renate Kern, Bata Illic, Heino, Bernhard Brink, Marion Maerz, Séverine, Elfi Graf, Nina und Mike, Lolita, Mel Jersey, Roy Black und Julio Iglesias schrieb Orloff Titel. Außerhalb des Schlagergenres produzierte er auch für die Deutschrockband Franz K. ein Album.

Nach dem Single-Erfolg Ich liebe Dich aus der Feder von Drafi Deutscher und mit Beginn der Neuen Deutschen Welle Anfang der 1980er-Jahre wurde es ruhiger um ihn. Doch auch in jener Zeit verbuchte er, vor allem in Österreich, weiter Erfolge. Für Radio Luxemburg komponierte Orloff 1975 die Titelmelodie der Sendung „12 Uhr Mittags“.[3]

In den 1990er-Jahren widmete sich Orloff mehr der volkstümlichen Musik. Seit Jahren produziert er den Original Schwarzmeer-Kosaken-Chor und tritt mit ihm in Kirchen auf. Auch die Wiederentdeckung des Deutschen Schlagers lässt seine bekanntesten Titel aus den 1960er- und 1970er-Jahren wieder aufleben. Im Januar 2019 war er Kandidat der 13. Staffel der Reality-TV-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! des deutschen Privatsenders RTL und belegte den 3. Platz. Er spendete 40.000 Euro seiner Gage eine gemeinnützige Organisation zum Bau einer Schule in Argentinien.[4][5]

Peter Orloff lebt heute mit seiner Ehefrau Linda, mit der er seit 1992 verheiratet ist, in Overath bei Köln.

FilmografieBearbeiten

DiskografieBearbeiten

Charterfolge in den Singlecharts

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH
1967 Es ist nie zu spät
Monika – Peter Orloff singt seine Hits
17
(4 Mt.)
17
(2 Mt.)
300!
Erstveröffentlichung: August 1967
1968 City Girl
Monika – Peter Orloff singt seine Hits
20
(2½ Mt.)
16
(1 Mt.)
300!
Erstveröffentlichung: Januar 1968
Gold auf der Straße /
Er zit nog bier in de glazen (Niederländische Version)
Schlager-Autogramm / Single-Track
26
(2½ Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Juni 1968 (DE)
Erstveröffentlichung: August 1968 (NL)
Sie schaut mich immer wieder an
Peter Orloff
36
(½ Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: November 1968
Eine Farm für schöne Frauen
Peter Orloff
40
(½ Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: November 1968
1969 Monika
Peter Orloff
37
(½ Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: März 1969
Baby Dadamda
Schlager-Autogramm
26
(½ Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Oktober 1969
1970 Das brennt so heiß wie Feuer
Das brennt so heiß wie Feuer
31
(1½ Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: August 1970
1971 Ein Mädchen für immer /
Leave Me or Love Me (Englische Version)
Ein Mädchen für immer / Eliza
16
 Gold
[6]
(18 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Februar 1971 (DE-Version als Single)
Erstveröffentlichung: 1973 (EN-Version auf Eliza)
Verkäufe: + 500.000[6]
Ein Leben voll Liebe
Ein Mädchen für immer
38
(5 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Juni 1971
1972 Jeder hat dich gern – Einer hat dich lieb
Die großen Erfolge (1973)
46
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: April 1972
1975 Zünd eine Kerze an
Ich bestell schon mal das Himmelbett
44
(3 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: September 1975
1977 Die Nacht, als Christina fortlief
Die Nacht, als Christina fortlief
39
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: April 1977
Original: SmokieLay Back in the Arms of Someone
1978 Immer wenn ich Josy seh’
Immer wenn ich Josy seh’
23
(17 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Juni 1978
Original: New WorldKara, Kara
Cora, komm nach Haus
Sound-Orchester ’79
31
(9 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Dezember 1978
Original: New World – Tom-Tom Turnaround
1979 Ich liebe dich
Der Barbar
27
(14 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: August 1979

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ZDF-Hitparade. In: fernsehlexikon.de. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  2. Die größten TV-Merkwürdigkeiten. tz, 16. Dezember 2008, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  3. http://www.radiojournal.de/luxi/rtlradio-chronik/1975/1975.htm
  4. https://www.stern.de/kultur/tv/dschungelcamp/dschungelcamp-2019--sechsstellige-gage---das-hat-peter-orloff-damit-vor-8404074.html
  5. https://www.rtl.de/videos/peter-orloff-er-spendet-40-000e-5cb6ddbfa2ea500d0f2ca594.html
  6. a b Günter Ehnert: Hit Bilanz – Deutsche Chart Singles 1956–1980. 1. Auflage. Verlag populärer Musik-Literatur, Norderstedt 2000, ISBN 3-922542-24-7, S. 445.