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Rex Gildo

deutscher Sänger und Schauspieler
Rex Gildo, 1975
Rex Gildo, 1964
Walk of Fame in Rotterdam (2008)
Grabstätte von Rex Gildo

Rex Gildo (* 2. Juli 1936 als Ludwig Franz Hirtreiter in Straubing; † 26. Oktober 1999 in München) war ein deutscher Schauspieler und Schlagersänger. Eines seiner bekanntesten Lieder ist Fiesta Mexicana aus dem Jahr 1972.

Leben und KarriereBearbeiten

Er war das vierte und jüngste Kind eines Münchner Kaufmanns und dessen Frau. Er arbeitete zunächst als Statist, bevor er 1956 eine erste Nebenrolle an den Münchner Kammerspielen erhielt. Die Managerin Ada Tschechowa nahm ihn als Alexander Gildo unter Vertrag und verschaffte ihm seine erste Filmrolle in Immer wenn der Tag beginnt. 1958 erhielt er seine erste Hauptrolle neben dem damaligen Teenager-Idol Conny Froboess in dem Film Hula-Hopp, Conny.

1959 erhielt er durch Nils Nobach, seinen späteren Produzenten, einen Vertrag bei der Plattenfirma Electrola und nahm den Künstlernamen Rex Gildo an. Seinen ersten musikalischen Erfolg unter dem neuen Namen hatte er Anfang 1960 mit dem Titel Sieben Wochen nach Bombay, der Platz 13 in den deutschen Charts erreichte.[1] 1961, 1963, 1964 und 1966 erhielt er den Bronzenen Bravo Otto.

1961 spielte er in der deutschen Erstaufführung des Musicals My Fair Lady in Berlin die Rolle des Freddy.

In den 1960er Jahren sang er Duette mit Kolleginnen, so mit Conny Froboess, Vivi Bach oder Angèle Durand, der Ehefrau seines Produzenten. 1960 nahm er im Duett mit Angèle Durand und dem Lied Abitur der Liebe an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil. Besonders erfolgreich war er mit Gitte Hænning als Duo Gitte und Rex Gildo. 1972 veröffentlichte er mit Fiesta Mexicana sein bekanntestes Lied.

Parallel war Rex Gildo auch als Filmschauspieler weiterhin erfolgreich; insgesamt wirkte er in über dreißig Filmen mit. 1969 nahm er erneut an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, diesmal mit drei Titeln – wie seine beiden Mitstreiterinnen Siw Malmkvist und Peggy March: Die Juroren wählten aus Lady Julia, Festival der jungen Liebe und Die beste Idee meines Lebens letzteren Titel als Favoriten aus, der sich damit für die Finalrunde qualifizierte, dort aber keine Stimme erhielt. 1981 bekam Gildo im ZDF seine erste Fernsehshow unter dem Titel Gestatten: Rex Gildo. 1993 zeichnete der MDR die Show Fiesta Rexicana auf; Gastauftritte in Musiksendungen und Serien folgten.

In den 1980er Jahren produzierte Dieter Bohlen mit Gildo die Modern-Talking-Coverversion Du ich lieb’ dich (Original: Do You Wanna), die kommerziell nicht erfolgreich war. Danach wechselte Gildo mehrfach die Plattenfirmen und hatte in Zusammenarbeit mit Uwe Busse und Karlheinz Rupprich, den Flippers-Produzenten, kleinere Erfolge wie Mexikanische Nacht oder Was ist schon eine Nacht. In den 1990er Jahren konnte Gildo mehrere Erfolge bei den Plattenfirmen Dino Music, Bellaphon, Koch Music und Ariola feiern, die jedoch nicht an seine großen Hits aus den 1970er Jahren heranreichten. Dabei handelte es sich um Lieder wie Verrückt, verliebt und atemlos, Toujours Amour oder Bella Madalena. In den 1980er und 1990er Jahren ging Gildos Popularität zurück,[2] er trat nun vor allem auf Volksfesten und in Einkaufszentren auf. Es wurde über Alkohol- und Medikamentenprobleme berichtet.[3]

Seinen letzten öffentlichen Auftritt vor Publikum hatte Gildo am 23. Oktober 1999 in Bad Vilbel in einem Möbelhaus vor 3000 Besuchern. Am selben Abend stürzte Gildo, wahrscheinlich nach einem Streit mit seinem Fahrer und Lebensgefährten Dave, aus einem Fenster im zweiten Stock seiner Münchner Wohnung. Aufgrund der Umstände und der Zeugenaussagen wird von einem Suizid ausgegangen. Drei Tage später starb er an den dabei erlittenen inneren Verletzungen.[4] Er wurde auf dem Münchner Ostfriedhof an der Seite seines ehemaligen Managers und früheren Lebensgefährten Fred Miekley († 1988) bestattet.[5]

EheBearbeiten

Rex Gildo war mit einer Cousine verheiratet.[6] Das Ehepaar hatte keine Kinder, trennte sich, blieb aber verheiratet.

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH
1966 Rex Gildo
13
(4 Mt.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1966
1967 Schlager Rendezvous mit Rex Gildo
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1967
1969 Rex
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1969
1970 Ich geh’ mit dir
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1970
1971 Rex Gildo (1971)
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1971
1972 Mein Autogramm
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1972
1973 Verliebt…
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1973
Meine Lieder zur Weihnachtszeit
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1973
1975 Verliebt in Südamerika
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1975
Der letzte Sirtaki – Schlager-Rendezvous mit Rex Gildo
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1975
1976 Lieder sind die besten Freunde
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1976
Nimm’ die Zeit für die Liebe
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1976
So klingt’s mit Rex
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1976
1977 La Fiesta – Rex Gildo in Südamerika
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1977
Neue Lieder
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1977
1978 Komm’ nach haus
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1978
1980 Feuer im Wind
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1980
Hallo Jamaica
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1980
1981 Gestatten, Rex Gildo
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1981
1982 Einander versteh’n
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1982
1989 Erinnerung an deine Zärtlichkeit
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1989
1994 Im Namen der Sehnsucht
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1994
1996 Gefühle des Lebens
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1. Januar 1996
1997 Absolute Liebe
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 21. Juli 1997
2000 …sonst gar nichts
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 7. April 2000
Nummer-eins-Alben
Top-10-Alben
Alben in den Charts 1

FilmografieBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rex Gildo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. German Top 20 – The Chart Of 1960
  2. Nach dem Selbstmordversuch: Rex Gildo ist tot. Spiegel Online, 27. Oktober 1999; abgerufen am 7. April 2014
  3. Er kam, sang und ging wieder. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1999 (online).
  4. Rex Gildo sprang, als die Retter die Tür einschlugen, Oberstaatsanwalt Manfred Wick: „Eindeutig Selbstmord“. In: Die Welt
  5. Grab von Rex Gildo. knerger.de
  6. Film von Ulrike Bremer: Legenden. Staffel 10, Folge 4: Rex Gildo, Erstausstrahlung in der ARD am 29. Juni 2009
  7. Chartquellen: DE AT CH