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Odol ist ein Markenname der GlaxoSmithKline Consumer Healthcare für eine Pflegeserie zur Gesunderhaltung von Zahnfleisch, Zähnen, Mund und Rachen.

Odol
Odol Logo 1897.jpg
Inhaber

GlaxoSmithKline Consumer Healthcare

Einführungsjahr 1892
Produkte Mundpflegemittel, Zahnpflegemittel
Website www.odol.de

Das Kunstwort Odol ist ein Kofferwort aus dem griechischen Wort odous = Zahn und dem lateinischen oleum = Öl.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Erstes angemeldetes Logo von 1897
 
Altes Emaille-Schild von Odol
 
Gestaltung der Odol-Flaschen in den Anfangsjahren und 2010

Im Jahr 1892 brachte der Dresdner Unternehmer Karl August Lingner das Mundwasser Odol auf den Markt, ein Mittel, das durch die Beimischung ätherischer Öle erstmals die kosmetische mit der medizinischen Wirkung durch Zusatz eines Antiseptikums verband. Erfinder des Mundwassers war Richard Seifert. Am 5. März 1895 wurde die Marke Odol als „Zahn- und Mund-Reinigungs-Mittel“ in das deutsche Markenregister eingetragen. Ende der 1930er Jahre wurde Odol in mehr als zwanzig Ländern hergestellt.

Mit für die damalige Zeit ungewöhnlich hohen Werbeaufwendungen konnte das Unternehmen renommierte Künstler für ihre Werbung gewinnen, darunter den deutschen Jugendstilmaler Franz von Stuck und den italienischen Komponisten Giacomo Puccini, der dem Mundwasser L’ode all’ Odol, eine „Odol-Ode“, widmete.[1][2]

Im Jahr 1945 wurden die Dresdner Lingner-Werke völlig zerstört. 1949 sicherte sich dann ein Düsseldorfer Betrieb die alleinigen Markenrechte, jedoch wurde auch in der DDR ein Mundwasser unter dem Namen Odol produziert, das ebenfalls traditionell in kleinen Flaschen mit rechtwinklig abgewinkeltem Hals gehandelt wurde. Dieses jedoch ging 1957 zusammen mit den Leowerken in dem VEB Elbe-Chemie auf.[3] In den 1970er und 1980er Jahren wurde Odol von Lingner & Fischer hergestellt, die 1989 im Konzern SmithKline Beecham aufging und seit 2000 zu GlaxoSmithKline gehört.[4] Bis zum Verkauf des Werkes wurde das Odol-Mundwasser ausschließlich in Herrenberg hergestellt.

Unter dem Dach von GlaxoSmithKline hat sich Odol zur größten Mundhygienemarke in Deutschland entwickelt. Heute beansprucht Odol einen Anteil von rund 70 Prozent am Mundwassermarkt und hat dazu den Weg zur Dachmarke beschritten. So werden unter anderem verschiedene Zahncremes (seit 1989) und Zahnpflege-Kaugummis unter der Bezeichnung Odol-med3 angeboten. Außerdem gibt es Pastillen, Mundsprays und diverse Mundspülungen unter der Markenbezeichnung Odol.

InhaltsstoffeBearbeiten

Odol enthält 1,2-Propandiol, Ethanol, Wasser, Aromastoffe, ätherische Öle, Sorbitanester und Natrium-Saccharin,[5] Odol extrafrisch zusätzlich Zinkchlorid[6] und Odol plus zusätzlich Bisabolol, Salbeiöl und Cetylpyridiniumchlorid.[7]

Inhaltsstoffe
 
Odol
 
Odol
plus
Odol extrafrisch
1,2-Propandiol      
Ethanol      
Wasser      
Aromastoffe      
Ätherische Öle      
Sorbitanester      
Natrium-Saccharin      
Bisabolol  
Salbeiöl  
Cetylpyridiniumchlorid  
Zinkchlorid    

TriviaBearbeiten

Ein älteres Mittel als Odol ist Odontine, ein aus Äther mit Nelken- und Pfefferminzöl bereitetes betäubendes Mittel gegen Zahnschmerzen.

Das Parseval-Luftschiff Naatz PN 30 trug den Namen „Odol“.

LiteraturBearbeiten

  • Die größte Mundwasserfabrik der Erde, in: Vom Fels zum Meer 20.2. (1901), Heft 18, S. 359–360 (mit 12 Abbildungen).
  • Helmut Obst: Karl August Lingner, ein Volkswohltäter? kulturhistorische Studie anhand der Lingner-Bombastus-Prozesse 1906-1911, V&R unipress, Göttingen 2005, ISBN 978-3-89971-217-9.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Odol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Così parlò Giacomo. Libero, abgerufen am 22. März 2018 (italienisch).
  2. Hamburger Abendblatt vom 11. Januar 1993 - Mit Odol 30facher Millionär (Memento vom 28. Juli 2014 im Internet Archive)
  3. Chlorodont, Seite 7. DENTAL-Kosmetik GmbH & Co. KG, abgerufen am 22. März 2018.
  4. Firmengeschichte (Memento vom 18. März 2016 im Internet Archive)
  5. Odol Original - Inhaltsstoffe. GlaxoSmithKline, abgerufen am 22. März 2018.
  6. Odol Extrafrisch. GlaxoSmithKline, abgerufen am 22. März 2018.
  7. Odol Plus - Inhaltsstoffe. GlaxoSmithKline, abgerufen am 22. März 2018.