Hauptmenü öffnen

Pfefferminzöl

in der Kosmetik- und pharmazeutischen Industrie bedeutendes ätherisches Öl
Pfefferminzöl

Pfefferminzöl ist ein in der Kosmetik- und pharmazeutischen Industrie bedeutendes ätherisches Öl. Es wird durch Wasserdampfdestillation von Pfefferminze (Mentha piperita, Lamiaceae) gewonnen. Herkunftsländer sind die USA (Mitcham und Pfefferminzöl Amerika Kennewick) sowie Bulgarien und Italien. Im Jahr 2001 führte Deutschland 119 Tonnen aus den USA ein.

Inhaltsverzeichnis

InhaltsstoffeBearbeiten

Sicherheitshinweise
Name

Pfefferminzöl aus Mentha piperita L.

CAS-Nummer

98306-02-6

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
     

Gefahr

H- und P-Sätze H: 315​‐​317​‐​318​‐​411
P: 273​‐​280​‐​305+351+338 [1]

 
Pfefferminze (Mentha × piperita) enthält (–)-Menthon.

Hauptinhaltsstoffe sind das Menthol (35–45 %) und das Menthon (15–20 %); daneben noch Menthylacetat (3–5 %), Neomenthol (2,5–3,5 %), Isomenthol (3 %). Für medizinische Anwendungen muss sichergestellt sein, dass das Menthofuran durch Destillation abgetrennt wurde.

Physikalische EigenschaftenBearbeiten

Pfefferminzöl ist eine farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit mit einer Dichte von 0,900–0,916 g/ml.[1]

WirkungBearbeiten

Pfefferminzöl wirkt schwach antibakteriell und antifungal. Es fördert die Sekretion von Magensäften und Gallenflüssigkeit. In humanpharmakologischen Studien konnte nach Einnahme in Form von magensaftresistenten Kapseln ein motilitätshemmender Effekt auf das Duodenum gezeigt werden. Bei Hautauftrag entsteht langes Kältegefühl. In klinischen Studien konnte bei äußerer Anwendung (als 10-prozentige Lösung) die Wirksamkeit von Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerz im Vergleich zu einem Placebo festgestellt werden. Pfefferminzöl erwies sich in dieser Hinsicht zudem als anderen Analgetika ebenbürtig.[2]

AnwendungsgebieteBearbeiten

MedizinischBearbeiten

Pfefferminzöl wird innerlich bei Beschwerden der Gallenblase und des Gastrointestinaltrakts (Verdauungsapparats) angewendet. Beim Reizdarmsyndrom wird Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln zur Beruhigung der Muskeln des Dickdarms verabreicht. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut und der oberen Atemwege wird Pfefferminzöl in heißem Wasser inhaliert.[3]

Äußerlich angewendet lindert Pfefferminzöl Beschwerden bei Rheuma, Insektenstichen und Verbrennungen als 10-prozentige Salbe oder im Heilbad.

KosmetischBearbeiten

Hauptanwendungsgebiet für Pfefferminzöl in kosmetischen Produkten sind Mundpflegemittel (über 50 %), weiterhin wird es als Aromastoff in der Lebensmittelindustrie und in der Aromatherapie genutzt.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Datenblatt Pfefferminzöl (PDF) bei Sanabio, abgerufen am 13. Juni 2016.
  2. Cornelia Herberhold: Spannungskopfschmerz: Pfefferminzöl ist anderen Analgetika ebenbürtig. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 93, Nr. 23, 7. Juni 1996, S. A-1522 / B-1278 / C-1196.
  3. Kommentar zum Europäischen Arzneibuch. 2005.
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!