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Obernissa

Ortsteil von Mönchenholzhausen

Obernissa ist ein Dorf südöstlich von Erfurt im Landkreis Weimarer Land und seit dem 14. März 1974 ein Ortsteil von Mönchenholzhausen. Obernissa gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Grammetal.

Obernissa
Koordinaten: 50° 57′ 7″ N, 11° 8′ 53″ O
Höhe: 320 m ü. NN
Eingemeindung: 14. März 1974
Postleitzahl: 99198
Vorwahl: 036203
Dorfkirche
Dorfkirche

GeografieBearbeiten

Obernissa liegt auf einem flachen Höhensattel mit dem Grammetal im Norden und dem Tal des Osterbaches im Süden und Westen. Der Ort liegt etwa 325 m über dem Meeresspiegel mit dem höchsten Punkt südöstlich des Dorfes. Straßenverbindungen führen in westlicher Richtung nach Rohda, das bereits zum Stadtgebiet Erfurts gehört, und im Osten zum Autobahnzubringer A4-GVZ Erfurt. Mit dem Ort Büßleben ist Obernissa über eine Chaussee verbunden.

GeschichteBearbeiten

Für das Gebiet ist eine Besiedlung ab etwa 4000 v. Chr. durch Vertreter der Bandkeramik-Kultur nachgewiesen. Der erste belegte Besitzer des Gebietes war Graf Heinrich von Gleichen, der es 1296 an die Stadt Erfurt verpfändete. Die früheste bekannte namentliche Erwähnung Obernissas als Obern Nuweseze in einer Verpfändungsurkunde des Grafen Hermann von Gleichen stammt aus dem Jahr 1316. Der Name bedeutet wörtlich „Ober-Neusitz“ (bzw. -„Neusiedlung“) und wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts über zahlreiche Zwischenstufen zu „Obernissa“ verschliffen. Von 1296 bis 1815 gehörte Obernissa zum Landgebiet der Stadt Erfurt. 1802 kam der Ort mit diesem zu Preußen und zwischen 1807 und 1813 zum französischen Fürstentum Erfurt. Mit dem Wiener Kongress kam Obernissa 1815 mit dem Amt Tonndorf zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, zu dessen Verwaltungsbezirk Weimar es ab 1850 gehörte.[1]

Der Waidanbau war vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Der Handel mit dem aus dem Waid gewonnenen Farbstoff war eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt Erfurt und die umliegende Landwirtschaft. Einer der in Obernissa verwendeten Waidmühlsteine ging 1970 in den Bestand des Erfurter Volkskundemuseums über, wurde aber 1996 rückgeführt und wieder im Dorf aufgestellt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KircheBearbeiten

Das Alter der Dorfkirche Simon Petrus ist nicht überliefert. Nach Beschädigungen durch einen Blitzschlag wurde sie 1721 im barocken Stil neu errichtet, der untere Teil des Turmes ist älter. Der Kanzelaltar stammt aus dem Jahre 1724, die Altarbibel von 1797. Die Glocke wurde 1802 von einem Ortsansässigen gestiftet.

→ Siehe Simon Petrus (Obernissa)

BockwindmühleBearbeiten

Die Bockwindmühle befindet sich am Verbindungsweg zwischen Obernissa und Mönchenholzhausen und gehört postalisch zu Obernissa. Sie wurde 1824 erbaut, das Gelände wird heute als Reiterhof genutzt.

Findling der EiszeitBearbeiten

Nach Untersuchungen des ehemaligen Heimatforschers und Ehrenbürgers Johannes Richter reichten die südlichsten Ausläufer der sogenannten Elster-Kaltzeit bis nach Obernissa. Hier verläuft die Feuersteinlinie, bis zu der das Eis seine mineralische Fracht ablagerte.[2]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • L. Richter, C. Lindner: Materialien zum 700-jährigen Ortsjubiläum Mönchenholzhausens. 1996.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Obernissa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Orte des Verwaltungsbezirks Weimar im Gemeindeverzeichnis 1900
  2. Obernissa erinnert an die Eiszeit