Nowgoroder Schra

Hofordnung des Peterhofs der Hanse

Die Nowgoroder Schra (auch: Skra; Mehrzahl: Schraen oder Schragen) war die Hofordnung des Peterhofs, des Kontors der Hanse in Nowgorod.

Die Hofordnung des Peterhofs ist die einzige vollständig in Schriftform überlieferte Hofordnung eines der vier Hansekontore überhaupt. Gleichzeitig handelt es sich wohl auch um die strengste Hofordnung eines Hansekontors. Die Schra beinhaltet die Regeln des Zusammenlebens der hanseatischen Kaufleute (Nowgorodfahrer) und die gesamte eigene Judikative als isolierte "Stadt" in der Stadt, weitgehend abgeschlossen von der örtlichen Bevölkerung und deren Ortsrecht unter Führung eines Ältermannes als Träger von Verwaltung und Gerichtsbarkeit.

Von der Schra sind sieben Fassungen überliefert, die vom Inhalt her stadtrechtliches Regelwerk mit dem der Kaufmannsgenossenschaften kombinieren. Die erste Fassung ist wohl schon Mitte des 13. Jahrhunderts noch unter der Dominanz Gotlands entstanden, die zweite vor 1295 erkennt Lübeck erstmals als Oberhof an, die letzte aus dem Jahr 1466. Aufgrund der Stellung der Stadt Lübeck als Vorort der Hanse und der Kontrolle der Kontore durch deren Rat als letzte Instanz sind die Schragen ab der zweiten Fassung stark vom Lübischen Recht beeinflusst. Eine gedruckte Veröffentlichung aller sieben Fassungen erschien 1911 in Dorpat. Später wurde eine digitale Edition an der Universität Erlangen erstellt.

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LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Schlüter: Die Nowgoroder Schra in sieben Fassungen vom XIII. bis XVII. Jahrhundert. Mattiesen, Dorpat 1911 (Digitalisat).
  • Stuart Jenks: Die mittelalterlichen Nowgoroder Schraen als digitale Edition. In: Rolf Hammel-Kiesow (Hrsg.): Das Gedächtnis der Hansestadt Lübeck. Festschrift für Antjekathrin Graßmann zum 65. Geburtstag. Schmidt-Römhild, Lübeck 2005, ISBN 3-7950-5555-5, S. 393–403, (Mit CD-ROM u.d.T.: Stuart Jenks: Die mittelalterlichen Schraen des hansischen Kontors in Nowgorod).

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