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Nirit Sommerfeld

deutsch-israelische Schauspielerin und Sängerin

Nirit Sommerfeld, hebräisch נירית זומרפלד (geb. am 10. September 1961 in Eilat) ist eine deutsch-israelische Schauspielerin und Sängerin. Sie engagiert sich im Bündnis für die Beendigung der israelischen Besatzung.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit, Jugend und FamilieBearbeiten

Sommerfeld verbrachte ihre frühe Kindheit in einer Familie europäischer und orientalischer Juden in Israel sowie zwischenzeitlich in Ostafrika, wo die Eltern als Hoteliers tätig waren. Ihr Vater Rolf war als junger deutsch-jüdischer Holocaust-Überlebender nach Palästina emigriert; ihr 1940 im KZ Sachsenhausen ermordeter Großvater Julius war ein wohlhabender Kaufmann in Chemnitz, der als Offizier im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war.[1][2] Die ursprünglich aus Marokko stammende Familie ihrer Mutter lebte schon seit mehreren Generationen in Palästina, die Muttersprache ihrer Großmutter war Arabisch. Seit ihrem neunten Lebensjahr wuchs Nirit Sommerfeld in Deutschland auf.[3][4]

Sommerfeld lebt in der Nähe von München, ist verheiratet und hat zwei Töchter.[3]

Ausbildung und BerufBearbeiten

Nach einer Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg war sie fast drei Jahrzehnte als freie Schauspielerin tätig.[3] Neben Rollen in verschiedenen Fernsehproduktionen war sie überwiegend auf der Bühne zu sehen. Von 2007 bis 2009 lebte und arbeitete sie mit ihrer Familie in Tel Aviv, kehrte dann aber wieder nach Deutschland zurück. Von 2013 bis 2015 leitete Sommerfeld für anderthalb Jahre das „Kleine Theater Haar“ als Angestellte des Sozialpsychiatrischen Zentrums, das die Kultureinrichtung betreibt.[5] Neben dem Schauspiel tritt sie auch als Sängerin auf, vor allem mit der 1999 von ihr mitgegründeten Klezmer-Band Klezmorim, die sich nach Neubesetzungen inzwischen Orchester Shlomo Geistreich nennt.

Politisches EngagementBearbeiten

Seit 2010 tritt sie außerdem im Duo mit der Münchener Autorin Linda Benedikt mit dem politischen Musikkabarett Reality Check auf, das den Umgang mit dem Nahostkonflikt in Israel thematisiert.[6][7] Ebenfalls seit 2010 organisiert sie Reisen nach Israel und Palästina, auf denen sie Kleingruppen begleitet.[3][4]

2016 war sie Mitbegründerin des Vereins Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung e.V. (BIB), als dessen Geschäftsführerin sie fungiert.[8][9]

FilmografieBearbeiten

BühnenprogrammeBearbeiten

  • Salam Shalom (seit 2005), mit Mouna Sabbagh (Tanz) und den Klezmorim
  • KlezMeshugge (seit 2006), mit den Klezmorim
  • Unter deinen weißen Sternen (seit 2006), mit den Klezmorim
  • Jiddische Weihnacht (seit 2009), mit den Klezmorim bzw. Orchester Shlomo Geistreich und Martin Umbach (als Erzähler)
  • Reality Check (seit 2010), mit Linda Benedikt
  • Nicht ganz kosher! (seit 2016), mit dem Orchester Shlomo Geistreich

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Und ja, ich bin emotional! (Booklet 24 Seiten), Allitera Verlag, München 2014 ISBN 3869067020
  • Jiddische Weihnacht (Doppel-CD), Label: HOFA, EAN 4020796427801

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Jiddische Weihnacht.“ Webseite der Deutsch-Israelischen Gesellschaft o. D., abgerufen am 25. September 2018
  2. Friedrich C. Burschel: Der Kampf um das Haus der Verlorenen. In: Süddeutsche Zeitung vom 27. Februar 1997, S. 3
  3. a b c d Katrin Diehl: Die Prinzipalin. In: Jüdische Allgemeine vom 10. Oktober 2013, abgerufen am 25. September 2018
  4. a b Aus Sorge und aus tiefer Liebe zu Israel. In: Pfaffenhofener Kurier vom 20. Juni 2018, abgerufen am 25. September 2018
  5. Nirit Sommerfeld verlässt das Kleine Theater Haar. In: Münchner Merkur vom 11. Mai 2015, abgerufen am 25. September 2018
  6. Thorsten Rienth: Zwischen Liebe und Frustration. In: Süddeutsche Zeitung vom 31. Mai 2012, S. R4 (Ebersberg)
  7. Nirit Sommerfeld/Linda Benedikt: Reality Check. Satire über das Reale Leben im Heiligen Land. Veranstaltungsankündigung des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ für den 28. Februar 2014, abgerufen am 25. September 2018
  8. Wege für ein Zusammenleben, Veranstaltungshinweis im Pfaffenhofener Kurier vom 6. Juni 2018
  9. Jakob Wetzel: Benefizkonzert zwischen Israelkritik und Antisemitismus. In: Süddeutsche Zeitung vom 30. September 2016