Nikola Kirov-Majski

Vorsitzender der Republik Kruševo
Nikola Kirov-Majski (um 1920)

Nikola Kirov, genannt Majski (bulgarisch Никола Киров Майски; * 28. Juni 1880 in Kruševo, heute in Nordmazedonien; † 1962 in Sofia, Bulgarien) war ein makedonisch-bulgarischer Lehrer, Revolutionär und Schriftsteller. Er war Mitglied der Geheimen Makedonisch-Adrianopeler Revolutionären Organisation (TMORO, aus der später die Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation hervorging), einer der Anhänger der kurzlebigen Republik Kruševo, später Journalist sowie Autor von Theaterstücken.

LebenBearbeiten

Kirov-Majski wurde in der fast ausschließlich von Christen bewohnten Stadt Kruševo im damaligen Vilâyet Manastır des Osmanischen Reiches geboren und identifizierte sich selbst als Mitglied der bulgarischen Bevölkerungsgruppe. Er war ein Cousin von Nikola Karev,[1] der während des Ilinden-Preobraschenie-Aufstands im August 1903 Präsident der nur zehn Tage bestehenden Republik Kruševo war. Manchmal wird er irrtümlich mit diesem gleichgesetzt.[2] Auch Kirov-Majski nahm an dem Aufstand teil. Nach seinen eigenen Angaben verfasste er gemeinsam mit Karev einen „Aufruf an das türkische Volk im revolutionären Kreis Kruševo“, später bekannt als „Manifest von Kruševo“. Dessen tatsächliche Existenz ist allerdings nicht dokumentiert. Der Text wurde erst im Jahr 1939 zum ersten Mal nachweislich veröffentlicht, sodass Zweifel an der Authentizität bestehen.[3]

Nach dem Zweiten Balkankrieg (1913) flüchtete er mit seiner Familie nach Bulgarien, wo er an der Sofioter St.-Kliment-Ohridski-Universität ein Jurastudium aufnahm. Er arbeitete als Journalist und verfasste Theaterstücke, unter anderem das Drama Ilinden von 1923 (erstmals aufgeführt im Jahr darauf),[1] das von dem gescheiterten Aufstand handelt. Es ist eines der ersten literarischen Werke, die in makedonischem Dialekt veröffentlicht wurden, noch bevor es eine standardisierte mazedonische Sprache gab.[3] Im Jahr 1935 veröffentlichte er den historischen Bericht Kruševo i negovite borbi za svoboda („Kruševo und seine Kämpfe für die Freiheit“). Obwohl Kirov-Majski die slawische Bevölkerung in Makedonien als Bulgaren bezeichnete (womit mazedonische Historiker der jugoslawischen Ära natürlich nicht einverstanden waren), wurde dieses Werk als Hauptquelle für alle im jugoslawischen Mazedonien erarbeiteten Publikationen über Kruševo herangezogen und seine Darstellung der Ereignisse und Standpunkte als zutreffend angenommen. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1962 in Sofia.[1]

BibliographieBearbeiten

  • С поглед към Македония
  • Крушево и неговите борби за свобода
  • Епопеята на Крушево
  • Светлина към тъмнината

QuellenBearbeiten

  • Christo Siljanow: Освободителнитѣ борби на Македония, Band I, Sofia, S. 372
  • Boris Nikolow: Вътрешна македоно-одринска революционна организация. Войводи и ръководители (1893-1934). Биографично-библиографски справочник, Sofia, 2001
  • Todor Petrow und Zotscho Biljarski: ВМОРО през погледа на нейните основатели. Спомени на Дамян Груев, д-р Христо Татарчев, Иван Хаджиниколов, Антон Димитров и Петър Попарсов. Sofia, 2002, S. 212

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Keith Brown: The Past in Question. Modern Macedonia and the Uncertainties of Nation. Princeton University Press, Princeton/Oxford 2003, S. 81.
  2. Torsten Szobries: Sprachliche Aspekte des nation-building in Mazedonien. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999, S. 247.
  3. a b Torsten Szobries: Sprachliche Aspekte des nation-building in Mazedonien. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999, S. 56.