Multicar
16. IFA Oldtimertreffen Werdau 2013, Germany (8718872440).jpg
Multicar 22
Hersteller VEB Fahrzeugwerk Waltershausen
Produktionszeitraum 1964–1974
Vorgängermodell Multicar M21
Nachfolgemodell Multicar 24
Technische Details
Spezifikation Typ P
Leistung 13 PS bei 3000/min, ab 1970: 15 PS / 9,56 bzw. 11 kW
Achsen 2
Gesamtlänge 3500 mm
Gesamthöhe 1930 mm
Gesamtbreite
(ohne Spiegel)
1340 mm
Anhänger-
kupplungshöhe
525 mm
Anhängelast 2500 kg
Gesamtgewicht 3220 kg
Eigengewicht 1320 kg
Nutzlast 1900 kg
Radstand 1700 mm
Reifengröße 25×5 extra (8PR)
Geschwindigkeit 23 km/h
Steigfähigkeit 16 %
mit Anhänger 8 %

Der Multicar 22 war ein Nutzfahrzeug in der Deutschen Demokratischen Republik und löste in dieser Baureihe den Multicar M21 ab. Vom VEB Fahrzeugwerk Waltershausen gefertigt, wurde der Multicar 22 erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1964 vorgestellt. Es wurden insgesamt 42.579[1] Fahrzeuge gefertigt.

GeschichteBearbeiten

Der Multicar 22 war der Nachfolger des Multicar M21 und hatte diesem gegenüber als wichtigste Neuerungen eine geschlossene Einzelfahrerkabine und anstatt der bisherigen Fußlenkung einen Fahrersitz und herkönmmliche Lenkung mit Lenkrad. Dies waren zwei der Forderungen, denen man mit dem Multicar 22 nachkam. Darüber hinaus verfügte es über eine StVZO-gerechte Ausstattung mit Fern-, Abblend- und Standlicht, Blinkern, Schlussleuchte, Bremslicht und Kennzeichenbeleuchtung, sowie hydraulischer Bremse, die der geforderten Verzögerungsleistung von 2,5 m/s² genügte. Die Transportleistung war beträchtlich gestiegen. Die Nutzmasse erhöhte sich auf zwei Tonnen, die Steigfähigkeit im ersten Gang verdoppelte sich auf 16 % und die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 23 km/h. Es zeigte sich, dass das Fahrzeug nicht mehr nur als innerbetriebliches Transportmittel, sondern auch als Kurzstreckentransportmittel und für eine immer größer werdende Palette an Sonderausführungen interessant wurde. Allerdings erhöhte sich der Neupreis im Vergleich zu Multicar 21 auch beträchtlich von 7871,58 DM auf etwa 11.225 DM.[2]

Gleich dem M21 wurde auch der Multicar 22 exportiert. 58 Prozent[1] gingen in den Export.

Nachfolger des Multicar 22 ist die Prototypenversion Multicar 23 und ab 1974 der Multicar 24.

AufbautenBearbeiten

Zu Serienbeginn wurde das Multicar 22 ebenso wie sein Vorgänger mit Prischen-, Dreiseiten- und Muldenkipperaufbau hergestellt. Als Multicar 22P waren weiterhin Aufbauten mit Sprengwagen, Kehrmaschine, hydraulischer Ladehilfe und Drehleiter möglich.

Technische SpezifikationenBearbeiten

Nach der Klassifikation besitzt der Multicar 22 zwei Tonnen Nutzlast und es ist die 2. Baureihe.

Das Fahrgestell besteht aus geschweißten Walz- und Leichtbauprofilen. Die Vorderachse ist gekröpft, die Hinterachse ist eine Leichtbau-Stahlblechkonstruktion. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Kegelrad-Ausgleichgetriebe.

Der Motor des Multicar ist der 2 KVD 8 SVL[3] nach alter Klassifikation bzw. 2 VD 8/8 SVL nach neuer Klassifikation (ab 1966) aus dem Motorenwerk Cunewalde. Die Angaben bedeuten (nach neuer Klassifikation) 2 (Zylinder) Viertakt Diesel 80 mm Hub/80 mm Bohrung Stehend V (Zylinder-Anordnung) Luftkühlung. Der Motor leistet 13 PS bzw. ab 1970 15 PS bei 3000 min−1. Der Hubraum beträgt 800 cm³, ein elektrischer Anlasser ist serienmäßig verbaut. Der Multicar 22 besitzt ein vollsynchronisiertes Vierganggetriebe plus Rückwärtsgang. Damit erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 23 km/h.

TriviaBearbeiten

Obwohl der Multicar M21, der Multicar 22 und 24 gut in das Schema 2. Zahl = Zylinderanzahl passen, ist diese Systematik nicht korrekt. Fälschlicherweise wird auch in der Literatur diese Bedeutung angegeben. Dagegen spricht der Multicar-23-Prototyp mit dem Motor des Multicar 24 (4-Zylinder) sowie der Multicar 25, ebenfalls mit 4-Zylinder-Motor.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Udo Bols: Multicar – Der Alleskönner. Podszun-Verlag 2003, S. 36.
  2. Neuer Kleintransporter „Multicar 22“. In: Kraftfahrzeugtechnik 3/1964, S. 104–106.
  3. Die neue Baureihe KVD 8 schnellaufender, luftgekühlter Kleindieselmotoren. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1963, S. 445–449.

WeblinksBearbeiten

Commons: IFA Multicar M 22 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien