Hauptmenü öffnen

Mopsos (altgriechisch Μόψος Mópsos, mykenisch mo-qo-so, luwisch Mukša, hethitisch Mukšas)[1] ist in der griechischen Mythologie der Enkel des Teiresias und der Sohn von dessen Tochter Manto und dem Rhakios oder dem Gott Apollon.[2][3] Mopsos war ein berühmter Seher, der als Begründer des Orakels des Apollon in Klaros gilt.

Bei einem divinatorischen Wettstreit in Klaros schlug Mopsos den offiziellen Seher des Trojanischen Krieges auf Seiten der Griechen Kalchas, der aus Scham und Enttäuschung über diese Niederlage starb.[4] Danach emigrierte Mopsos über Pamphylien, wo er die Städte Phaselis und Aspendos gründete, nach Kilikien. Eusebius von Caesarea berichtet, dass er dort in der Mitte des 12. Jahrhunderts v. Chr. regierte. Auf Mopsos sollen die Gründungen der kilikischen Städte Mopsukrene und Mopsuestia zurückgehen.[5] Der Name Mopsuestia (auch Mopsou-Hestia) wird als „Herd des Mopsus“ erklärt.[6] Das Motiv des tödlichen Wettkampfs unter Sehern wiederholte sich beim Streit mit Amphilochos.[7] Nach Strabon regierte Mopsos in der von beiden gegründeten Stadt Mallos, südöstlich von Adana. Nach Amphilochos’ Rückkehr von Argos forderte er, von der Teilnahme an der Regierung ausgeschlossen, Mopsos zum Zweikampf, bei dem beide starben.[3] Sie sollen am Berg Magarsa unweit des Flusses Pyramos bestattet worden sein.[8][9]

Aus der hieroglyphisch-phönizischen Bilingue von Karatepe des Azatiwada aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. geht hervor, dass ein Mukša, phönizisch mps, die Königslinie in Adana („Haus des Mukša“) begründet habe. Der Name Mukša war im Kleinasien der Bronzezeit seit Ende des 15. Jahrhunderts v. Chr. gebräuchlich.[5]

Nach der lydischen Geschichte des Historikers Xanthos ertränkte der lydische König Mopsos die Göttin Atargatis zusammen mit ihrem Sohn Ichthys (,Fisch’) im heiligen See bei Askalon.[10]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  • Mopsus im Greek Mythology Index (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. mo-qo-so. Minoan Linear A & Mycenaean Linear B. minoan.deaditerranean.com, abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).
  2. Pausanias: Description of Greece, 7.3.2. (Beschreibung Griechenlands, 7.3.2). Perseus Project; (englisch).
  3. a b Albert Forbiger: Strabo’s Erdbeschreibung. Band 6. Krais & Hoffmann, Stuttgart 1859, S. 146 (Digitalisat [abgerufen am 2. Dezember 2018] Strabon 14.5.16).
  4. Hesiod fr. 278
  5. a b Maciej Popko: Völker und Sprachen Altanatoliens. Harrassowitz, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-447-05708-0, „Hieroglyphen-Luwier“, S. 82 (Leseprobe [abgerufen am 3. Dezember 2018] polnisch: Ludy i języki starożytnej Anatolii. Warschau 1999. Übersetzt von Cyril Brosch).
  6. William M. Ramsay: Cilicia, Tarsus, and the Great Taurus Pass. In: The Geographical Journal. Band 22, Nr. 4. The Royal Geographical Society (with the Institute of British Geographers), London Oktober 1902, Cilicia, S. 358 (Fußnote), JSTOR:1775456 (englisch, Digitalisat [abgerufen am 2. Dezember 2018]).
  7. Bibliotheke des Apollodor 6,19. Lykophron aus Chalkis 439-446.
  8. Eduard Jacobi: Handwörterbuch der griechischen und römischen Mythologie. Gustav Brauns, Leipzig 1830, Amphilochus, S. 88 (Digitalisat [abgerufen am 2. Dezember 2018]).
  9. Strabon: Γεωγραφικά. In: August Meineke (Hrsg.): Strabonis: Geographica. Band 3. Teubner, Leipzig 1877, 14.5.16, S. 941–942 (griechisch, Digitalisat, Perseus Project [abgerufen am 3. Dezember 2018]).
  10. Athenaios: Δειπνοσοφισταί. In: August Meineke (Hrsg.): Deipnosophistae. Band 2. Teubner, Leipzig 1858, 8.37, S. 130 (griechisch, Digitalisat, Perseus Project [abgerufen am 3. Dezember 2018]).