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Migrol AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1954
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Daniel Hofer
(CEO)
Beat Zahnd
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 194
Umsatz 1,52 Mrd. CHF
Branche Mineralölhandel
Website www.migrol-heizoel.ch
Stand: 31. Dezember 2018

Die Migrol AG ist eine Schweizer Mineralölgesellschaft und eine Tochtergesellschaft des Migros-Konzerns. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von knapp CHF 1,52 Milliarden und beschäftigte 194 Mitarbeiter.

Inhaltsverzeichnis

TätigkeitsgebietBearbeiten

Das Geschäftsfeld der Migrol umfasst hauptsächlich den Betrieb von Tankstellen, von Tankstellenshops und den Heizölverkauf sowie damit verbundene Dienstleistungen. Schweizweit verwaltet Migrol 307 Tankstellen.[1][2][3] 2018 hat Migrol an hundert Tankstellen ein Migrolino betrieben.[4] Zusätzlich führt Migrol Tankrevisionen durch und vertreibt Holzpellets. Daneben bietet Migrol auch alternative Energieformen für die Wärme- und Warmwassererzeugung sowie für die Stromproduktion an.

GeschichteBearbeiten

 
ehemalige Tankanlage der Migrol von 1959 in Tössriedern, Eglisau

Migrol wurde 1954 als Tochtergesellschaft der Migros gegründet. Das Unternehmen war anfänglich nur im Tankstellengeschäft tätig und verfolgte eine aggressive Preispolitik. Ihre Tiefpreispolitik führte zu einem eigentlichen Benzinkrieg, da die Ölkonzerne ihre Preise ebenfalls senkten. 1957 wurde mit den Erdölwerken Frisia eine eigene Raffinerie in Emden gegründet, um eine eigene Rohstoffquelle unter Kontrolle zu haben. Es war weltweit die erste Raffinerie, die nicht Grosskonzernen gehörte. Das Rohöl wurde mit eigenen Tankschiffen aus dem Iran geholt. 1965 wurde die defizitäre Raffinerie verkauft.

Im Hinblick auf das Projekt 1961 der Schweizerisch-Deutschen Technischen Kommission für die Schiffbarmachung des Hochrheins baute die Migrol 1959 am Rheinufer bei Tössriederen, Eglisau, ein Tanklager für Heizöl, Benzin, Diesel, Schwer- und Leichtöl, Lösungsmittel und CKW. Die Pläne für die Verladeanlage wurden nicht umgesetzt, da nie grosse Frachtschiffe bis Eglisau fuhren. Der Rohstofftransport fand nun mit Tanklastwagen statt. Die Anlage wurde 1978 geschlossen und das total 40 000 Quadratmeter grosse Grundstück (mitsamt Lager) 1986 an den Architekten Marcel Quiliber verkauft, der darauf eine grosse Wohnsiedlung bauen wollte. Die folgenden Jahre zeigten dann, dass diese Projekte gar nie bewilligungsfähig waren. Die gesamte Tankanlage lag, teilweise überwachsen, jahrelang unter der Erde. Erst 2018 wurde damit begonnen die Anlage zu sanieren. Die Firma Eberhard Bau AG wurde beauftragt, die 199 Tanks aus der Erde zu holen.[5] Der Abriss des alten Tanklagers, das einst auf 40 Millionen Liter Öl ausgelegt war, wird noch bis Sommer 2019 dauern. Von den 5 Millionen Franken, die der Rückbau kosten soll, wird Migrol 90 Prozent tragen. Hätte man nichts unternommen und hätte die Migrol ihre Geschäftstätigkeit eingestellt, wäre das Land mitsamt den Altlasten an den Kanton gefallen und der Rückbau wäre mit öffentlichen Mitteln finanziert worden.[6]

1971 führte Migrol als erste Mineralölgesellschaft in der Schweiz bleiarmes Benzin ein.

Ab den 1980er Jahren erweiterte Migrol ihr Tätigkeitsgebiet und baute zuerst ein Netz markenunabhängiger Auto-Service-Center auf. Später folgte der Aufbau eines landesweiten Tankstellenshop-Netzes und der Heizölverkauf.

Seit 2015 bietet die Migrol alternative Energieformen für die Wärme- und Warmwassererzeugung sowie seit 2016 für die Stromproduktion an. Die Migrol verkauft und installiert Wärmepumpen und Wärmepumpen-Boiler selber und schaltet dadurch den Zwischenhandel aus. Zudem soll bis 2023 ein flächendeckendes Netz für Wasserstofftankstellen realisiert werden.[7]

Die Mobile App autoSense Fuel App wird seit Juni 2019 an sämtlichen Tankstellen aufgeschaltet und soll u. a. der automatisierten Zahlung dienen.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unternehmensbroschüre. Abgerufen am 19. Februar 2018.
  2. Keystone-SDA: Migros und Shell verlängern Zusammenarbeit In: nau.ch, 10. September 2018, abgerufen am 11. September 2018.
  3. Die Geschäftsfelder der Migrol. In: Migrol AG. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  4. Philipp Albrecht: Migros: Wie Denner und Migrolino zuverlässig Gewinne abliefern. In: bilanz.ch. 24. April 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.
  5. Baustelleneinblick: Rückbau des Migrol-Tanklagers. In: baublatt.ch, 5. November 2018.
  6. Ende für die Migros-Benzinbunker. In: zuonline.ch, 15. November 2017, abgerufen am 16. November 2017.
  7. Mario Graf: Socar Energy Switzerland setzt auf Wasserstoff. In: energate-messenger.ch. 21. September 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  8. Migros-Genossenschafts-Bund: Tanken ohne Portemonnaie bei Migrol - mit der autoSense Fuel App. In: swiss-press.com. 3. Juni 2019, abgerufen am 3. Juni 2019.