Michał Kazimierz Radziwiłł

litauischer Adeliger, Magnat und Großhetman

Michał Kazimierz Radziwiłł Rybeńko[1] (litauisch: Mykolas Kazimieras Radvila) (* 13. Juni 1702 in Olyka; † 15. Mai 1762 in Nieśwież) war ein Magnat aus dem Hause Radziwiłł, Großhetman des Großfürstentums Litauen und Woiwode von Wilna.

Michał Kazimierz Radziwiłł Rybeńko

LebenBearbeiten

Er war Sohn von Karol Stanisław Radziwiłł und der Mutter Anna Katarzyna Sanguszko. Er selbst heiratete 1725 die Theaterautorin Urszula Franciszka Wiśniowiecka. In zweiter Ehe heiratete er Anna Luiza Mycielska. Zu seinen Söhnen gehörten Karol Stanisław Radziwiłł und Hieronim Wincenty Radziwiłł.

Er war Besitzer von Birże, Dubinki, Słuck und Kopyła. Er war ab 1728 Hofstallmeister von Litauen und Hofmarschall ab 1734. Er wurde 1737 Feldhetman von Litauen und Kastellan von Troki. Ab 1742 war er auch Kastellan von Wilna. Zwei Jahre später wurde er Woiwode von Vilnius und Großhetman von Litauen. Darüber hinaus war er Starost verschiedener Städte. Darunter waren Przemyśl, Bracław, Kamieniec Podolski, Człuchów, Ostra, Krzyczew, Owrucz, Nowy Targ, Parczew, Osiek und Kaunas. Ihm wurde 1727 der Orden des Weißen Adlers verliehen.

Er galt als durchschnittlich intelligent und war egozentrisch. Er war militärisch unbegabt. Aber er war auch ehrlich und nicht korrupt, wie ein Großteil seiner Zeitgenossen. Radziwiłł war einer der Hauptunterstützer der sächsischen Partei und Gegner von Stanislaus I. Leszczyński in Polen-Litauen. Dafür wurden ihm vom August III. bedeutende Güter verliehen. Als die Russen 1757 im Land eindrangen, ging er auf ihre Seite über.

In Nieswiez ließ er eine Grablege für die Familie Radziwiłł errichten.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Er wird mit dem Beinamen Rybenko zur Unterscheidung von seinem Großvater Michael Kasimir Radziwiłł bezeichnet.

LiteraturBearbeiten

  • Universallexikon der Gegenwart und Vergangenheit. Bd. 12, Altenburg, 1851 S. 743

WeblinksBearbeiten