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Metlika (deutsch Möttling, vorher Merling) ist eine Stadt und Gemeinde in der Bela krajina (Weißkrain) in Slowenien. Sie liegt an der Grenze zu Kroatien. Die Gegend um Metlika ist das südlichste Weinbaugebiet Sloweniens.

Metlika
Wappen von Metlika Karte von Slowenien, Position von Metlika hervorgehoben
Basisdaten
Staat Slowenien
Historische Region Bela krajina
Statistische Region Jugovzhodna Slovenija (Südostslowenien)
Koordinaten 45° 39′ N, 15° 19′ OKoordinaten: 45° 39′ 4″ N, 15° 18′ 53″ O
Fläche 108,9 km²
Einwohner 8.123 (2008)
Bevölkerungsdichte 75 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen Novo mesto
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart Stadt
Bürgermeister: Darko Zevnik
Webpräsenz

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Metlika

Die Gegend war schon in der Urgeschichte bewohnt, was eine Vielzahl von Ausgrabungsfunden belegt, u. a. ein Urnenfeld aus der frühen Hallstattzeit, römische Gräber auf dem Berg Borstek, drei große Hallstatt-Grabhügel im Stadtgarten und eine La-Tène-Nekropole. Seit etwa 1205 gehörte Metlika (Möttling) zur Krain, die Stadtrechte erlangte es im Jahre 1335.

Damit wurde Metlika Mittelpunkt der Weißen Mark (auch Weißkrain bzw. Grafschaft Möttling genannt). Bis zur Gründung der Stadt Karlovac spielte es eine Schlüsselrolle gegen die Osmanen, die es in der Zeit von 1408 bis 1578 mehrmals angriffen.

Insbesondere in der Zeit zwischen 1529 und 1532 wurden die umliegenden Ortschaften verwüstet. Während dieser Zeit flüchteten viele Kroaten und Slowenen in das damals westungarische Burgenland. Die nach der großen Feuersbrunst 1705 neu errichtete Altstadt ist bis heute erhalten. Es gibt kein Gebäude, das älter als 300 Jahre ist.

In Metlika trafen sich während der Reformation am 28. August 1559 protestantische Gelehrte, die der glagolitischen Schrift mächtig waren (Janž Tulščak, G. Vlahović, M. Zmajić, Štefan Stipanić, Sebastian Römer, Ivan Piček, Mihail Božić u. a.), um auf Wunsch von Primož Trubar die Qualität der von Š. Konzul angefertigte kroatische Übersetzung seiner Texte in glagolitischer Schrift zu überprüfen. Die Prüfer kamen zu einem positiven Ergebnis.

Um 1800 waren unter Napoléon Bonaparte über 200 französische Soldaten in Metlika stationiert, die von hier aus über das Uskokengebirge Richtung Agram (Zagreb) zogen. Einige der Soldaten heirateten einheimische Frauen und siedelten sich in der Gegend um Metlika an. Bis zum Ende des Habsburgerreichs gehörte Metlika zum Kronland Krain, wobei Metlika eine selbständige Gemeinde im Gerichtsbezirk Möttling (politischer Bezirk Tschernembl) bildete. Metlika war dabei Sitz des örtlichen Bezirksgerichtes.

Orte der GesamtgemeindeBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Burg stammt im Kern aus dem Mittelalter, doch nach zwei Bränden im 18. Jahrhundert geht ihr Aussehen im Wesentlichen auf die darauffolgenden Epochen zurück. Heute beherbergt die Burg das Regionalmuseum der Bela krajina mit einer archäologischen, kulturgeschichtlichen, ethnographischen und historischen Sammlung, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts reicht, sowie einer Galerie mit Werken von Künstlern aus der Gegend. Außerdem befindet sich im Schloss das Feuerwehrmuseum, welches daran erinnert, dass in Metlika 1869 vom damaligen Burgherren Josip Savinšek mit 27 Männern die erste Freiwillige Feuerwehr Sloweniens gegründet wurde. Eine Gedenkstätte vor dem Schloss erinnert daran. Zur Jahrhundertfeier dieses wichtigen Ereignisses im Jahre 1969 eröffnete man in dem Erdgeschoss des Schlosses Metlika das slowenische Feuerwehr-Museum, das 1993 ein eigenes Gebäude neben dem Schloss bekam.

Ebenso ist hier ein bekannter Weinkeller zu besichtigen, in dem aus Trauben des Welschrieslings der erste in Slowenien abgefüllte Eiswein hergestellt wurde. Im Mai findet hier der Weinfrühling statt. In den Sommermonaten beleben Kulturveranstaltungen unter dem Motto Komm abends in die Burg den Burghof.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein Barockbau von 1759 mit einer strengen Fassade und einem Hauptschiff mit Tonnengewölbe und Seitenkapellen. Ihre Ausstattung datiert aus dem 19. Jahrhundert, ist aber in barocker Tradition gehalten, wie sie der Hochaltar zeigt. Im Geburtshaus des Bildhauers Alojz Gangl (1859–1935) und des Schriftstellers und Dichters Engelbert Gangl (1873–1950) sind Dokumente zum Leben und Schaffen der Künstler zu besichtigen. Aufschlussreich ist auch die ehemalige Kommende des Deutschen Ritterordens. Nur ca. 2 km entfernt befinden sich weitere interessante Orte wie Rosalnice (Rosalnitz), wo drei Kirchen unmittelbar nebeneinander stehen, Božakovo (Sankt Magdalenen) mit einer im 14. Jahrhundert erwähnten Kirche, Gradac mit seinem berühmten Schloss und dem Park an der Flussschleife der Lahinja, sowie auf kroatischer Seite Bubnjarci (Sankt Kosma und Damian), Vivodina, Ribnik mit seiner Burg, Ozalj (Ossel) an der Kolpa mit seiner Burg und die Stadt Karlovac (Karlstadt).

Aktuelle EntwicklungenBearbeiten

Seit Oktober 2011 gibt es ein Jugendzentrum in Metlika[1], das schon im ersten Jahr seines Bestehens über 100 Veranstaltungen durchgeführt hat. In diesem Zentrum waren in den Jahren 2012 und 2013 zwei bis drei freiwillige Mitarbeiter aus Frankreich und Spanien beschäftigt.[2]

Seit Oktober 2012 ist jeweils an den Samstagvormittagen ein Bauernmarkt beim Einkaufszentrum Gala geöffnet.[3]

Der offensichtliche Verfall einiger Gebäude im Stadtzentrum (Haus des Behindertenvereines, das Konzum-Gebäude und das ehemalige Stehcafé) führt immer wieder zu Kritik an der Verwaltung, endlich etwas dagegen zu unternehmen.[4] Unter anderem scheiterte die Finanzierung des Konzum-Gebäudes direkt am Hauptplatz in der Nähe des Burgtores durch staatliche Fördermittel. Die Gemeinde wollte darin die Stadtbibliothek unterbringen sowie der städtischen Blaskapelle. Die Anträge für Fördermittel wurden mehrmals abgelehnt. Der Bürgermeister verteidigt die Gemeindeverwaltung und schiebt die Verantwortung für den Verfall auf die Besitzer. Er kündigte an, dass das Konzum-Gebäude nur schrittweise aus Gemeindemitteln saniert wird, da im Gemeindehaushalt nicht ausreichend Mittel vorhanden sind. Noch bis zum Sommer des Jahres 2014 sollte das Dach erneuert werden. In den folgenden Jahren das restliche Gebäude saniert werden.[5]

Laut Aussagen des Bürgermeisters wurden im Jahre 2013 5 Mio. Euro in Infrastrukturmaßnahmen investiert, wovon 37 % direkt aus Eigenmitteln der Gemeinde stammten.

ZukunftspläneBearbeiten

Im Juli des Jahres 2012 wurden Umbaupläne für die drei Plätze: Stadtplatz, Platz der Partisanen und Freiheitsplatz präsentiert. Die Stadtplaner schlugen vor, den ruhenden Verkehr größtenteils zu entfernen. Der obere Teil des Freiheitsplatzes soll weiterhin als Park genutzt werden. Der unter Teil soll eine Grüninsel mit einem Informationsstand erhalten. Änderungen sollen vor allem auch den Platz der Partisanen betreffen, wo die Terrassen vergrößert bzw. umgestaltet werden sollen, um Anrainern größere Vorplätze zu bieten. Es soll auch die Beleuchtung und die Begrünung (Bäume) geändert werden. Aufgrund der knappen Haushaltsmittel könnten diese Pläne aber nur mit Hilfen aus den Europäischen Strukturfonds realisiert werden. Die dazu notwendigen Eigenmittel hat die Stadt aber nicht, obwohl die Pläne auf die grundsätzliche Zustimmung der Stadträte gestoßen sind.[6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Webseite des Jugendcentrums Metlika
  2. M.B.-J. "Mladinski center je shodil" (Das Jugendzentrum steht auf eigenen Füßen), Dolenjski list, 11. Oktober 2012, S. 8
  3. M.B.-J. "V Metliki dočakali tržnico" (Metlika bekommt endlich einen Markt), Dolenjski list, 11. Oktober 2012, S. 8
  4. Andreja Brancelj Bednaršek (Direktorin des Museums Bela krajina), "Vržena Rokavica-Časa ni več na pretek" (deutsch: Rubrik: Der Fehdehandschuh - Es bleibt nicht mehr viel Zeit), Dolenjski list, 27. Februar 2014, S. 2
  5. Darko Zevnik (Bürgermeister von Metlika), "Vržena Rokavica-Lastnike lahko le spodbujajo" (deutsch: Rubrik: Der Fehdehandschuh-Die Eigentümer kann man nur ermutigen), Dolenjski list, 6. März 2014, S. 2
  6. M. Bezek-Jakše "Za ureditev mesta, a ko bo denar" (Für die ordentliche Gestaltung der Stadt, wenn man das Geld hat), Dolenjski list, 19. Juli 2012, S. 9