Hauptmenü öffnen

Maxau

Ortsteil von Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland

Maxau ist ein Weiler im Ortsteil Knielingen der Stadt Karlsruhe. Maxau ist direkt am Rhein gelegen. Es ist keinesfalls die Abkürzung von Maximiliansau, das zwar in unmittelbarer Nähe auf der anderen Rheinseite liegt, aber nicht zu Karlsruhe, sondern zum rheinland-pfälzischen Wörth am Rhein gehört.

Hofgut MaxauBearbeiten

 
Hofgut Maxau

Namensgeber von Maxau ist der Markgraf Maximilian von Baden (1796–1882, jüngster Sohn des Großherzogs Karl Friedrich von Baden). Er erwarb um 1835 die drei Rheininseln Abtsgründel, Langengrund und Katersgrund mit dem bereits bestehenden Abtsgrundhof (auf der Insel Abtsgründel). Mit der Rheinregulierung war dieses Gebiet rechtsrheinisch, also auf badischer Seite zu liegen gekommen. Dem Hof gab er den Namen „Maximilians-Au“, erweiterte das Hofgut, ließ das erworbene Gelände weiter urbar machen und verband die drei Inseln miteinander. Etwa ab 1860 wurde der Name des Hofguts zu „Maxau“ verkürzt.[1]

Zum Hofgut Maxau gehört ein etwa 172 Hektar großes Gelände (etwa 25 Hektar Ackerland, 70 Hektar Knielinger See und 61 Hektar Auenwald). Im Jahr 2005 erwarb die Stadt Karlsruhe das Hofgut vom Haus Baden.

RheinbrückenBearbeiten

Hauptartikel: Rheinbrücke Maxau

1840 wurde bei Maxau eine erste Rheinbrücke eröffnet, die den früheren Fährbetrieb ablöste. Diese erste Brücke war eine Straßen-Schiffsbrücke auf schwimmenden Schiffsrümpfen. 1865 wurde eine neue Schiffsbrücke (wiederum auf 34 schwimmenden Pontons) errichtet, die dem Eisenbahnverkehr diente, aber auch von Wagen und Fußgängern benutzt werden konnte. Eine moderne Bahn- und Straßenbrücke, die den Schiffsverkehr nicht behinderte, wurde erst 1938 gebaut.

Heute führen zwei parallel verlaufende Brückenbauwerke für den Straßen- und Schienenverkehr über den Rhein. Die heutige Eisenbahnbrücke wurde 1991 in Betrieb genommen. Die jetzige Straßenbrücke ist eine Schrägseilbrücke mit einem einzigen Pylon und wurde 1963 bis 1966 erbaut.[2]

BahnverbindungBearbeiten

Hauptartikel: Maxaubahn

Maxau ist heute ein Haltepunkt der Bahnverbindung (Stadtbahnlinie S5, S51 und S52) von Karlsruhe nach Wörth.

Die erste Bahnverbindung führte 1862 als Maxaubahn von Karlsruhe nach Maxau; kurz darauf angeschlossen über die Rheinbrücke von 1865 an die Pfälzische Maximiliansbahn.

Hafen und PegelBearbeiten

 
Pegel Maxau

Der Hafen Maxau ist heute ein Jachthafen. Zwischen 1862 und 1901, also vor dem Bau des Rheinhafens, war der Hafen Maxau ein wichtiger Rheinhafen für die Stadt Karlsruhe.[3]

In der Nähe des Hafens befindet sich der Pegel Maxau bei Rheinkilometer 362,3 R. Es ist einer der wichtigen Pegel am Rhein, die für Schifffahrt und Hochwasserschutz eine große Bedeutung haben.

IndustrieBearbeiten

Das Werk Maxau (auch „Maxau mill“) der Stora Enso ist eine Papierfabrik mit einer jährlichen Produktion von etwa 530.000 Tonnen Papier.[4]

Eine Papierfabrik besteht hier bereits seit 1883. Die E. Holtzmann & Cie. AG übernahm 1964 das Gebiet Maxau/Karlsruhe von der Ettlingen-Maxau Papier- und Zellstoffwerke AG. 1997 hat Enso Oyj (1998 zu Stora Enso fusioniert) den mehrheitlichen Anteil der E. Holtzmann & Cie. AG übernommen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Ein Denkmal für Johann Gottfried Tulla, den Initiator und Planer der Rheinbegradigung, steht bei Rheinkilometer 360,9 auf Höhe des Rheinabschnittes, an dem 1817 die Arbeiten begonnen wurden.

Natur und UmweltBearbeiten

Ein Naturschutzgebiet „Altrhein Maxau“ (34 Hektar) besteht seit 1980. Zusammen mit dem benachbarten kombinierten Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Burgau“ dient es zum Schutz der Naturfläche, die den Knielinger See, den Altrheinarm und heutigen Federbach, sowie die ehemalige Überflutungsaue des Rheins umfasst.

Teil der „Burgau“ ist das unter Landschaftsschutz stehende Gewann „Abtsgründel“, der Bereich zwischen Knielinger See und Rhein, auf dem das „Hofgut Maxau“ 1829 Platz gefunden hat. Hier plant die Stadt Karlsruhe einen Landschaftspark.

QuellenBearbeiten

  1. Beschreibung des Hofguts Maxau (Memento des Originals vom 15. September 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karlsruhe.de anlässlich des Denkmaltags 2004 (Stadt Karlsruhe)
  2. siehe etwa Heinz Schmidt: Karlsruhe ehemals, gestern und heute, Steinkopf Verlag.
  3. Geschichte der Hafen (Memento des Originals vom 10. September 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rheinhafen.de auf den Seiten des Karlsruher Rheinhafens (rheinhafen.de)
  4. Information der Stora Enso

WeblinksBearbeiten