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LageBearbeiten

Maximiliansau liegt direkt am Rhein unmittelbar gegenüber der Großstadt Karlsruhe, bzw. dem Karlsruher Stadtteil Maxau, der früher selbst einmal Maximiliansau hieß, dann aber zu „Maxau“ verkürzt wurde. Eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke überqueren den Fluss bei Stromkilometer 362. Die Kernstadt Wörth liegt nordwestlich von Maximiliansau die Stadt Hagenbach südwestlich.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 23. November 1938 trug die Gemeinde den Namen Pfortz.[2] Mit dem Bau der ersten Schiffbrücke 1840 entstand nördlich von Pfortz ein Weiler mit verschiedenen Gebäuden (Brückenhäuser, Zollgebäude, Industrieansiedlungen, Gaststätten u. ä.); die Ansiedlung firmierte unter der Bezeichnung „An der Wörther-Knielinger Schiffbrücke“. Auf Antrag der Bewohner wurde 1858 der Name Maximiliansau durch König Maximilian II. von Bayern verliehen. Zu dieser Zeit gehörte die Pfalz als Rheinkreis zum Königreich Bayern. Dieser Weiler blieb jedoch immer Teil der Gemeinde Pfortz. 1865 entstand die erste Eisenbahn-Schiffbrücke, an der Einmündung der Bahnstrecke von Winden zum Rhein. 1938 beschloss der Gemeinderat die Umbenennung von Pfortz in Maximiliansau. Am 21. März 1945 wurde die Rheinbrücke bei Maxilimiliansau zerstört, als eine amerikanische Artilleriegranate einen Detonator traf und damit die von Deutschen vorbereitete Sprengung der Brücke auslöste (siehe Operation Undertone).

Seit 1972 gehörte Maximiliansau zur Verbandsgemeinde Wörth, so war seitdem die Verwaltung in Wörth untergebracht. Am 10. Juni 1979 wurde die Ortsgemeinde Maximiliansau aufgelöst und zusammen mit Wörth, Schaidt und Büchelberg zur Stadt Wörth am Rhein vereinigt.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung hatten früher die Deutsche Linoleum-Werke (DLW), die Firma Schenck (Holzverarbeitung, Spanplatten- und Schwellenproduktion) und die Glashütte Rheinpfalz in Maximiliansau. Alle Fabriken schlossen in den 1970er Jahren.

In der Umgangssprache wird der Ortsname häufig auf „Max’au“ verkürzt.

In Maximiliansau wurde 1870 und 1871, durch die Fa. Gehrlein, das seinerzeit berühmte, von Max von Siebert entworfene Holzschiff für den schwimmenden Rheinzirkus gebaut.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
[4]1802 534
[4]1849 1.114
[4]1861 1.145
[5]1871 1.325
[6]1939 2.730
[7]1979 5.981[Anmerkung 1]
2010 7.215
[1]2014 7.260[Anmerkung 2]
[8]2018 6.880[Anmerkung 2]
  1. „Bevölkerung“ laut Definition des Statistischen Landesamts
  2. a b Haupt- und Nebenwohnsitze

Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1.325 Einwohnern 968 katholisch (73 Prozent) und 357 evangelisch (27 Prozent).[5]

PolitikBearbeiten

Bürgermeister (bis 1979)Bearbeiten

Bürgermeister der Gemeinde Pfortz bis 1938, der Gemeinde Maximiliansau ab 1938 bis 1979:

  • 1912–1918/9 ? Fäth
  • 1918–1933: Rudolf Müller
  • 1933–1937: Georg Dreyer
  • 1937: Jakob Wahl (Bürgermeister für Pfortz, Maximiliansau, Wörth in Wörth)
  • 1945–1946: Philipp Kraus („Vorstand Ortskomitee“)
  • 1946–1958: Josef Müller (Wirt Gasthaus zum Anker, CDU)
  • 1958–1970: Hans Eiswirth (hauptamtlich ab 1960, CDU)
  • 1970–1979: Otto Schneider (SPD)

OrtsvorsteherBearbeiten

  • 1979–1982: Alfred Meier (CDU)
  • 1982–1989: Heinz Heimbach (CDU)
  • 1989–1999: Franz Nachbar (SPD)
  • 1999–2014: Heinz Heimbach (CDU)
  • seit 2014: Jochen Schaaf (SPD)

KommunalpartnerschaftenBearbeiten

Der Ortsbezirk unterhält seit 1967 eine Partnerschaft mit Cany-Barville in der Normandie.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

ParksBearbeiten

  • Cany-Barville-Anlage mit Minigolf-Platz

NaturschutzgebietBearbeiten

  • Naturschutzgebiet Goldgrund (Rheinauen)
 
NSG Goldgrund

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Am ersten Sonntag im Jahr Boule-Glühweinturnier
  • Weiberfasenacht der KFD zwei Wochen vor Fasching
  • Pfingstkerwe
  • Lindenblütenfest im Juni
  • Pfortzer Kerwe am letzten Wochenende im August mit Fotoausstellung des Heimatvereins FoKuS
  • Jährlich am 3. Oktober „Neuer Wein Fest“ der SPD am und im Bürgerhaus
  • Herbstkonzert des Musikvereins am 2. Samstag im November

Wirtschaft, Kultur und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Eisenbahn- (rechts) und Straßenbrücke bei Maximiliansau

Bei Maximiliansau besteht eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke über den Rhein. Die A65, die B9 und die B10 treffen sich bei Maximiliansau am Wörther Kreuz. Nördlich von Maximiliansau ist eine zweite Rheinbrücke für den Straßenverkehr geplant (siehe auch Rheinbrücke Maxau). 1864 erhielt der Ort Anschluss an das Eisenbahnnetz als eine Strecke von Winden nach Maximiliansau errichtet wurde. Der Ort hat zwei Haltepunkte der Bahnstrecke Winden–Karlsruhe (Maximiliansau West und Maximiliansau Eisenbahnstraße) und einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wörth–Strasbourg (Maximiliansau Im Rüsten).

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Die Daimler AG nutzt in Maximiliansau Stellflächen für die im Werk Wörth produzierten Nutzfahrzeuge.

EinkaufsmöglichkeitenBearbeiten

Zahlreiche Unternehmen im Ort sind im örtlichen Gewerbeverein „G-Max“ organisiert.

Nördlich des Ortes, auf dem Gelände einer ehemaligen Linoleum-Fabrik, gibt es seit 2007 ein Fachmarktzentrum, das „Maximiliancenter“. Ab 2011 wurde es erweitert und vergrößert.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Bürgerhaus (eröffnet 1986)

MedienBearbeiten

Die populärste Tageszeitung ist „Die Rheinpfalz“ (Ludwigshafen mit Regionalteil Landau), gefolgt von den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (Karlsruhe).

BildungBearbeiten

Im Ort befindet sich die Tulla-Grundschule.

Außerdem sind folgende Kindergärten hier ansässig:

Das CJD betreibt in Maximiliansau einen Weiterbildungspark mit den Schwerpunkten „Berufliche Weiterbildung“ und „Integration“. Von Maximiliansau aus werden die gesamten Aktivitäten des CJD an allen Standorten in Rheinland-Pfalz und im Saarland gesteuert.

LiteraturBearbeiten

  • Otto Rudolph: Maximiliansau im Wandel der Zeiten: Chronik der Ortsgemeinde Maximiliansau, Ortsgemeinde Maximiliansau, Maximiliansau 1975 (bei der Stadtverwaltung Wörth erhältlich)
  • Bildband "Maximiliansau im Fokus" – Herausgeber Heimatverein FoKuS Maximiliansau

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Zahlen, Daten, Fakten – www.woerth.de (Memento des Originals vom 22. November 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.woerth.de
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 269
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 183 (PDF; 2,2 MB).
  4. a b c Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XXXI des Anhangs
  5. a b Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1939, 2. Auflage 1941, S. 171
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 202 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  8. woerth.de: Zahlen - Daten - Fakten, abgerufen am 26. Juni 2019.