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Hans Martin Rothkegel

deutscher baptistischer Theologe
(Weitergeleitet von Martin Rothkegel)

LebenBearbeiten

Nach seinem Abitur am Christianeum in Hamburg studierte Rothkegel Griechische und Lateinische Philologie sowie Evangelische Theologie und Pädagogik. Im Anschluss an die erste Staatsprüfung, die er 1996 in Hamburg ablegte, absolvierte er ein postgraduales Studium der Theologie an der Prager Karlsuniversität und wurde dort zum Doktor der Theologie promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautete: Die Nikolsburger Reformation 1526–1535: Vom Humanismus zum Sabbatarismus.[1]

Von 2001 bis 2004 war Martin Rothkegel wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Heidelberg. Anschließend erfolgte eine Anstellung bei der Hamburger Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften. Dort besorgte er die Herausgabe des umfangreichen Jungius-Briefwechsels.[2] Gleichzeitig arbeitete er an einer weiteren Dissertation mit dem Thema: Die lateinische Korrespondenz des Olmützer Bischofs Stanislaus Thurzó (1471/72-1540).[3] Eingereicht wurde diese Arbeit beim Fachbereich Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Hamburg, die ihn im Jahr 2005 zum Doktor der Philosophie promovierte.[4]

Nach seiner zweiten Promotion wechselte Rothkegel in den Hamburger Schuldienst und unterrichtete dort als Studienreferendar in den Fächern Latein und Religion. Sein Referendariat schloss er 2007 erfolgreich ab. Von Mai bis August 2007 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg. Im Juni desselben Jahres wurde Rothkegel zum Professor für Kirchengeschichte berufen. Zu Beginn des Wintersemesters 2007 trat er die Nachfolge des emeritierten Günter Balders an.

Schwerpunkte seiner Forschung sind unter anderem das historische Täufertum im östlichen Mitteleuropa und die Gelehrten- und Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

Eine ausführliche Bibliographie Rothkegels findet sich als PDF der Theologischen Hochschule Elstal.[5]

Monographien

  • Der lateinische Briefwechsel des Olmützer Bischofs Stanislaus Thurzó. Eine ostmitteleuropäische Humanistenkorrespondenz der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts (Dissertation Hamburg 2005) (Hamburger Beiträge zur neulateinischen Philologie; 5). Hamburg, Berlin, London 2005 – (Online)
  • Mährische Sakramentierer des zweiten Viertels des 16. Jahrhunderts: Matěj Poustevník, Beneš Optát, Johann Zeising (Jan Čížek), Jan Dubčanský ze Zdenína und die Habrovaner (Lulčer) Brüder, Baden-Baden 2005

Editionen

Herausgeberschaft

  • Bibliotheca dissidentium (Répertoire des non-conformistes religieux des seizième et dix-septième siècles); die Buchreihe wurde von André Séguenny begründet und befasst sich mit religiösen Nonkonformisten des 16. und 17. Jahrhunderts.
  • Gemeinsam mit Andrea Strübind: Baptismus. Geschichte und Gegenwart. Göttingen 2012 (behandelt vor allem die konfessionelle Verortung des Baptismus insbesondere bei seiner Entstehung in England, USA und Deutschland), ISBN 978-3-525-55009-0

Aufsätze (Auswahl)

  • Hutterische Handschriften in Hamburg. In: Mennonitische Geschichtsblätter Nr. 54 (1997), S. 116–152.
  • Die Vereinigungsbestrebungen zwischen Hutterern und Sozinianern in der Mitte des 17. Jahrhunderts und ihre Voraussetzungen in den hutterischen Lehrtraditionen. In: Freikirchenforschung 7 (1997), S. 94–101
  • Die älteste hutterische Schulordnung: Ein Ordnungszettel von 1558. In: Mennonitische Geschichtsblätter, Nr. 55 (1998), S. 85–105
  • Eine Täuferversammlung in der Görlitzer Heide im Jahr 1539. Quellen zur Geschichte des Täufertums in der Oberlausitz im Ratsarchiv Görlitz. In: Zeitschrift für Theologie und Gemeinde 5 (2000), S. 186–197
  • Ein Aktenstück zur Biographie Caspar Schwenckfelds, in: Archiv für Reformationsgeschichte 91 (2000), S. 373–376

Literatur (Auswahl)Bearbeiten

  • Volker Spangenberg: Berufungen von Dr. Ralf Dziewas und Dr. Hans Martin Rothkegel, in: Info-Brief (Hrsg. Theologisches Seminar Elstal), Juli 2007, S. 2

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unveröffentlichtes Manuskript (454 Seiten), Prag: Univerzita Karlova, Evangelická teologická fakulta, Katedra církevních dějin, November 2000 (verteidigt am 30. Oktober 2001)
  2. Hans Martin Rothkegel: Der Briefwechsel des Joachim Jungius, Göttingen 2005
  3. Hans Martin Rothkegel: Der lateinische Briefwechsel des Olmützer Bischofs Stanislaus Thurzó. Eine ostmitteleuropäische Humanistenkorrespondenz der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts (Dissertation Hamburg 2005), in: Hamburger Beiträge zur neulateinischen Philologie, Band 5 (hrsg. von Walther Ludwig), Hamburg, Berlin, London 2005
  4. Volker Spangenberg: Berufungen von Dr. Ralf Dziewas und Dr. Hans Martin Rothkegel, in: Info-Brief (Hrsg. Theologisches Seminar Elstal), Juli 2007, S. 2
  5. Veröffentlichungen Martin Rothkegel (Pdf)