Markus Märkl

deutscher Cembalist, Organist, Pianist

Markus Märkl (* 2. Februar 1967 in Dillingen an der Donau) ist ein deutscher Cembalist, Pianist und Organist.

LebenBearbeiten

Markus Märkl erhielt im Alter von elf Jahren seinen ersten Klavierunterricht von der Musiklehrerin Margarethe Müller in Dillingen an der Donau. Mit 13 Jahren begann er autodidaktisch das Orgelspiel, das er dann zwei Jahre später im Unterricht mit der Dillinger Basilikaorganistin Barbara Kubak fortsetzte. Ab Herbst 1985 studierte Markus Märkl als Hospitant am Augsburger Leopold-Mozart-Konservatorium Orgel bei Karl Maureen und Cembalo bei Michael Eberth. Nach dem Abitur 1987 schloss sich dort ein zweijähriges Hauptstudium in den Fächern Orgel und Cembalo an, das er 1989 mit zwei Konzertexamen erfolgreich beendete. 1989 erhielt Märkl das Wagner-Stipendium. Im selben Jahr wurde er Preisträger beim „Internationalen Orgelwettbewerb Paul Hofhaimer“ in Innsbruck.[1]

Im Herbst 1989 ging Märkl zu weiterführenden Studien der Alten Musik mit dem Schwerpunkt Historische Tasteninstrumente an die „Schola Cantorum Basiliensis“, wo er anfangs bei Jean-Claude Zehnder Orgel studierte.[2] Ein Jahr später begann er zusätzlich das Cembalo-Studium bei Andreas Staier. Ergänzend besuchte er die Generalbasskurse bei Jesper Bøje Christensen und Kurse für Improvisation bei Rudolf Lutz. 1993 erhielt Märkl das Orgeldiplom, 1995 das Cembalodiplom mit Auszeichnung. Von Oktober 1993 bis Juli 1995 unterrichtete er an der „Schola Cantorum Basiliensis“ Generalbass und Improvisation.[2]

Im August 1995 zog Märkl nach Paris, gleichzeitig begann er eine internationale Konzerttätigkeit, die ihn neben vielen Ländern Europas nach Australien, Israel, Singapur, Südamerika und die USA führte. Ab 1993 entwickelte sich eine intensive musikalische Zusammenarbeit mit dem Countertenor Andreas Scholl als dessen ständiger Cembalist.[3] In den Jahren 1995 bis 2006 war Märkl regelmäßig als Dozent zu Kursen des Heinrich-Schütz-Hauses in Bad Köstritz eingeladen.[1]

1998 zog Märkl nach Köln, wo er seither als freischaffender Musiker lebt. Im Dezember 2003 wurde er Mitglied des Kölner Ensembles CordArte, das sich vor allem unentdecktem Repertoire des 17. Jahrhunderts widmet. Von 2005 bis 2013 war Märkl Pianist des Kölner Ensembles Le Quatuor Romantique. Von 2009 bis 2010 studierte er an der Musikhochschule Köln Dirigieren bei Michael Luig.[4] Als Gründungsmitglied der 2011 gegründeten Kölner Gesellschaft für Alte Musik e. V., die seit 2011 das Kölner Zentrum für Alte Musik Zamus sowie das Kölner Fest für Alte Musik betreibt, war Märkl von 2011 bis 2013 Mitglied des Vorstands, von 2013 bis 2017 war er Erster Vorsitzender des Vereins. Im Rahmen einer sechsmonatigen musikalischen Auszeit reiste er 2017 zur Sommersonnenwende mit einer 50er Vespa von Köln zum norwegischen Nordkap und legte dabei über 9200 Kilometer zurück.[5]

DiskografieBearbeiten

  • 2013: German Baroque Cantatas. Mit Hana Blažíková, CordArte. Pan Classics.
  • 2013: Richard Wagner operatic chamber music. Mit Le Quatuor Romantique. Ars Produktion.
  • 2010: O Solitude. Mit Andreas Scholl, Accademia Bizantina. Decca.
  • 2010: A late romantic Christmas Eve. Mit Le Quatuor Romantique. Ars Produktion.
  • 2010: Opera Fantasias from Shadowlands. Mit Le Quatuor Romantique. Ars Produktion.
  • 2009: Henry Purcell (1659–1695). Mit CordArte. Pan Classics.
  • 2009: in echo ed in riposta. Mit Les Cornets noirs. Audite
  • 2009: Mein Herz ist bereit. Mit Peter Kooij, CordArte. Pan Classics.
  • 2008: Bach et le bon goût. Pan Classics. (= Solodebut Cembalo.)
  • 2008: Sonate, Battaglie & Lamento. Mit CordArte. Pan Classics.
  • 2007: Treasures. Mit CordArte. Pan Classics.
  • 2006: Musicalische Frühlingsfrüchte. Mit CordArte. Pan Classics.
  • 2006: Produzioni Armoniche. Mit Maria Jonas, Bernhard Hendrich, Stephan Rath. Alpha.
  • 2005: Unterwegs. Mit CordArte. Musicom Münster.
  • 2004: Biagio Marini Op. 8. Mit CordArte. Raumklang.
  • 2001: Telemann Solos & Trios. Mit Maurice Steger. Claves.
  • 2001: A Musical Banquet. Mit Andreas Scholl, Christophe Coin, Edin Karamazov. Decca.
  • 1999: Marco Uccellini (1610–1680). Mit Hélène Schmitt, Karl-Ernst Schröder, Arno Jochem. Christophorus.
  • 1998: Cantates pour Alto de J. S. Bach. Mit Andreas Scholl, Chapelle Royale unter der Ltg. von Philippe Herreweghe. Harmonia Mundi France.
  • 1997: German Baroque Cantatas. Mit Andreas Scholl, Basel Consort, Concerto di Viole. Harmonia Mundi France.
  • 1995: Deutsche Barocklieder. Mit Andreas Scholl, Basel Consort. Harmonia Mundi France.

SchriftenBearbeiten

  • 2012: Werkeinführungen zu den Bach-Kantaten BWV 69a, BWV 120a, BWV 137, BWV 195, BWV 197 und BWV 213. In: Albert Jan Becking, Jörg-Andreas Bötticher und Anselm Hartinger (Hrsg.): „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ – Johann Sebastian Bachs geistliche Kantaten. Schwabe Verlag, Basel, ISBN 978-3-7965-2860-6.
  • 1995: Die Elevationstoccaten Girolamo Frescobaldis unter Berücksichtigung der durezze e ligature des frühen 17. Jahrhunderts. Diplomarbeit, vorgelegt an der Schola Cantorum Basiliensis.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kurzvita auf fritzkraemer.de. Abgerufen am 30. März 2021.
  2. a b Kurzvita auf Forum ALte Musik Köln. Abgerufen am 30. März 2021.
  3. Vita auf audite.de. Abgerufen am 30. März 2021.
  4. Vita auf http://www.tonspuren-dueren.de/. Abgerufen am 30. März 2021.
  5. Reiseblog von Markus Märkl. Abgerufen am 30. März 2021.