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Bundesarchiv Bild 183-83789-0113, Magdeburg, 3. Arbeiterfestspiele, Preisverleihung, Herbert Warnke

Marianne Bruns (* 31. August 1897 in Leipzig; † 1. Januar 1994 in Dresden) war eine deutsche Schriftstellerin.

LebenBearbeiten

Nach einem Gesangsstudium in Breslau leitete sie ab 1926 den elterlichen Wäschereibetrieb. Mitarbeit an verschiedenen Zeitschriften, darunter ab 1923 an Der Kunstwart. Seit Anfang 1929 arbeitete sie regelmäßig beim Rundfunk (SFS Breslau und Mitteldeutscher Rundfunk), wo sie an verschiedenen Sendereihen, u. a. beim Frauen- und Kinderfunk, mitwirkte und im August 1930 aus ihren Dichtungen las. Dabei kooperierte sie auch mit Dr. Eva Schumann aus Dresden.[1]

Ihr Porträt, eines der schönsten Bilder von Karl Hanusch, ist bei der Zerstörung Dresdens verbrannt. Nach Kriegsende kam sie als freie Schriftstellerin nach Freital-Niederhäslich. Dort teilte sie mit Wolfgang und Eva Schumann die Unterkunft von Hanusch im Poisental. Ihre Romane thematisierten aktuelle Themen in der DDR, darunter besonders die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Sie erhielt 1961 den FDGB-Literaturpreis, 1969 den Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis sowie später die Johannes-R.-Becher-Medaille.[2]

Sie liegt auf dem Friedhof im Freitaler Stadtteil Deuben begraben.

In Dresden und in Freital erinnern eine Marianne-Bruns-Straße an sie.[3] Zudem war sie Ehrenbürgerin Freitals.[4] Auf Beschluss des Leipziger Stadtrates[5] erhielt 2011 eine neue Straße im Ortsteil Probstheida den Namen Brunsweg. 1987 erhielt sie die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold.[6]

WerkeBearbeiten

  • Seliger Kreislauf (Gedichte, 1925)
  • Jean Paul. Ausgewählte Werke (als Herausgeberin, 1925)
  • Und dennoch leben wir... (Hörspiel, Uraufführung 1925)
  • Zweimal Othello (Hörspiel, Uraufführung 1925)
  • Reise durch Schweden (1926)
  • Telemachos (Novelle, 1927)
  • Luz, du hast die Gans gestohlen (Hörspiel, Uraufführung 1932)
  • Jau und Trine laden ein (Kinderbuch, 1933)
  • Die Schwedin und die drei Indianer (Kinderbuch, 1934)
  • Willi und Kamilla. Zwei Kinder wachsen heran (Kinderbuch, 1935)
  • Die Dioskuren in Olympia (Roman, 1936). Neu unter dem Titel Die Auserwählten. Roman aus Alt-Griechenland 1937.
  • Das rechtschaffene Herz (Roman, 1939)
  • Über meinen grünen Garten fliegen die Schwalben (Roman, 1940)
  • Die Tochter der Parze (Roman, 1943)
  • Flugsamen (Roman, 1948)
  • Wiegand der Feuerträger (Novelle, 1949)
  • Tobbys Buch. Eine Theatergeschichte. (Erzählung für Kinder, 1949)
  • Das verschwundene Messer (Laienspiel für Kinder, 1949)
  • Fahrrad und Stiefmutter (Hörspiel, 1950)
  • Geht Christel Peters zur Bühne? (Jugendroman, 1951)
  • Uns hebt die Flut (Roman über den Beginn der Frauenbewegung, 1952/Neuauflage 1979)
  • Glück fällt nicht vom Himmel (Roman, 1954/1961)
  • Darüber wächst kein Gras (Roman, 1956/1962)
  • Bauer und Richter (Roman, 1956)
  • Deutsche Stimmen 1956. Neue Prosa und Lyrik aus Ost und West (als Herausgeberin, 1956)
  • Frau Doktor privat (Roman, 1957)
  • Der Junge mit den beiden Namen (Jugendroman, 1958)
  • Die Silbergrube (Jugendroman, 1959/Neuauflage 1971)
  • Das ist Diebstahl (als Herausgeberin, 1960)
  • Briefe aus Zittau (als Herausgeberin, 1960)
  • Schuldig befunden (Erzählung, 1961)
  • Zwischen Pflicht und Kür (Roman über Eiskunstlauf, 1962)
  • Hausfrauenbrigade. Eine Szene. (1962)
  • Verständnis für die Neunte (Roman 1962)
  • Die Lichtung. Erzählungen aus 9 Jahrhunderten (1956, Neuauflage 1980)
  • Ungelogen – so war′s (Hörspiel, 1964)
  • Der neunte Sohn des Veit Stoß (Roman 1967)
  • Großaufnahme leicht retuschiert (Roman 1972)
  • Die Spur des namenlosen Malers (historischer Roman zu Jerg Ratgeb, 1975)
  • Zeichen ohne Wunder (Roman, 1977)
  • Der grüne Zweig (Kurzroman, 1979)
  • Szenenwechsel (1982)
  • O Ninive! (1984)
  • Luftschaukel (1985)
  • Wiedersehen (1987)
  • Nahe Ferne (1989)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schriftsteller im Rundfunk - Autorenauftritte im Rundfunk der Weimarer Republik 1924-1932 auf der Webseite des Deutschen Rundfunkarchivs; abgerufen am 29. Februar 2012
  2. Gisela Brinker-Gabler, Karola Ludwig, Angela Wöffen: Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1800-1945. dtv München, 1986. ISBN 3-423-03282-0. S. 46.
  3. Freital hat nun auch offiziell eine Marianne-Bruns-Straße, sz-online.de; abgerufen am 12. Februar 2011
  4. Marianne Bruns auf der Website der Stadt Freital
  5. Ratsversammlung vom 18. Mai 2011 (Beschluss-Nr. RBV-822/11), amtliche Bekanntmachung: Leipziger Amtsblatt Nr. 11 vom 4. Juni 2011, bestandskräftig seit dem 5. Juli 2011 bzw. 5. August 2011. Vgl. Leipziger Amtsblatt Nr. 16 vom 10. September 2011.
  6. Neues Deutschland, 3./4. Oktober 1987, S. 3