Maria Wersig

deutsche Juristin und Sozialwissenschaftlerin

Maria Wersig (* 28. September 1978 in Weimar)[1] ist eine deutsche Juristin und Sozialwissenschaftlerin, die seit 2015 als Professorin an der Fachhochschule Dortmund lehrt.[2] Seit September 2017 ist Wersig Präsidentin des Deutschen Juristinnenbunds.[1]

Maria Wersig (2017)

Beruflicher WerdegangBearbeiten

Wersig studierte von 1998 bis 2004 Rechtswissenschaft und Genderkompetenz an der Freien Universität Berlin. 2004 legte sie das Erste Juristische Staatsexamen[2] ab und war anschließend bis 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Ehegattenunterhalt und sozialrechtliches Subsidiaritätsprinzip als Gleichstellungshindernisse“ am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin.[1] Von März 2006 bis September 2008 war sie Fachreferentin für Familien- und Gleichstellungspolitik der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke und anschließend bis Juni 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.[2] Gefördert mit einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung nahm Wersig in Hildesheim die Arbeit an einer Dissertation auf, mit der sie – nach einem Forschungsaufenthalt an der Pace Law School (New York) im Herbst 2010 und einer erneuten Anstellung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin – im Februar 2013 in Hildesheim zum Dr. phil. promoviert wurde. Der Titel der Arbeit lautete „Hindernisse bei der Reform des Ehegattensplittings. Eine historisch-rekonstruktive Untersuchung“.[2]

Von Sommer 2013 bis Sommer 2014 war Wersig Referentin des Gesamtbetriebsrats der DB Mobility Logistics, bevor sie zum Wintersemester 2014 für ein Jahr eine Vertretungsprofessur an der Hochschule Hannover übernahm. Im September 2015 trat sie eine Professur für „Rechtliche Grundlagen der Sozialen Arbeit“ im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften[1] an der FH Dortmund an.[2] Diese endete im August 2020.[3] Seit September ist sie als Professorin im Bereich „Rechtliche Grundlagen der Sozialen Arbeit“ zur Hochschule Hannover zurückgekehrt.[4]

Seit 2009 war Wersig Mitglied und ab Oktober 2013 Vorsitzende der Kommission „Recht der sozialen Sicherung, Familienlastenausgleich“ des Deutschen Juristinnenbunds. Im September 2017 wurde sie zur Vorsitzenden der Vereinigung gewählt.[1]

Wersig setzt sich unter anderem für die Reformierung oder Abschaffung des § 219a StGB ein, der die Werbung für den Schwangerschaftsabbruch verbietet.[5][6][7]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Der lange Schatten der Hausfrauenehe: zur Reformresistenz des Ehegattensplittings. Budrich, Opladen/Berlin/Toronto 2013, ISBN 978-3-8474-0085-1 (Dissertation).
  • Stellungnahme als Sachverständige im Deutschen Bundestag: Anhörung zum Gesetzentwurf zur Einführung eines Elterngeld Plus in den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages, 2014[8]
  • Fälle zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG): eine Einführung in Theorie und Praxis des Antidiskriminierungsrechts in 23 Fällen. UTB, 2017, ISBN 978-3-8252-4870-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Prof. Dr. Maria Wersig. Deutscher Juristinnenbund, abgerufen am 21. März 2018.
  2. a b c d e Curriculum vitae. Fachhochschule Dortmund, abgerufen am 21. März 2018.
  3. Prof. Dr. Maria Wersig. Abgerufen am 14. Januar 2021.
  4. Hochschule Hannover gewinnt renommierte Expertin für Sozialrecht als Professorin. 3. August 2020, abgerufen am 14. Januar 2021 (deutsch).
  5. Maria Wersig: Informationsfreiheit zum Schwangerschaftsabbruch. 11. März 2018 (weser-kurier.de [abgerufen am 21. März 2018]).
  6. Dinah Riese: Verbot der Werbung für Abtreibung: Hilfe wird strafrechtlich verfolgt. In: Die Tageszeitung: taz. 28. Februar 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 21. März 2018]).
  7. ZDF-Interview: Prof. Maria Wersig zu Abtreibungsinformationen. Fachhochschule Dortmund, abgerufen am 21. März 2018.
  8. Anhörung zum Gesetzentwurf zur Einführung eines Elterngeld Plus in den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages. (PDF; 287kb) 6. Oktober 2014, abgerufen am 14. Januar 2021.