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Marco Martins

portugiesischer Filmregisseur

LebenBearbeiten

Marco Martins drehte schon als Jugendlicher Filme mit Videokameras. Später studierte er an der Lissabonner Filmhochschule ESTC (Escola Superior de Teatro e Cinema). Mit seiner Abschlussarbeit, dem Kurzfilm Mergulho no Ano Novo (Kopfüber ins neue Jahr), gewann er einen Preis beim Kurzfilmfestival Curtas Vila do Conde. 1994 war er Produktionsassistent bei Lisbon Story unter der Regie von Wim Wenders und bei Casa de Lava des Regisseurs Pedro Costa. Im Jahr 1995 assistierte er Manoel de Oliveira bei Das Kloster und 1998 João Canijo bei Sapatos Pretos. 1998 gewann sein Kurzfilm (14 Segundos e um tico,) No caminho para a escola Preise bei den spanischen Filmfestivals Festival Ibérico de Cinema in Badajoz (bester Film, beste Regie) und in Ourense den Atlantic Axis-Preis.[1]

Sein erster langer Spielfilm Alice von 2005 lief beim Filmfestival Cannes und gewann den Regards Jeunes-Preis. Der eindringliche Film, mit Musik von Bernardo Sassetti, und mit Nuno Lopes und Beatriz Batarda in den Hauptrollen, zeigt einen jungen Vater, der seine im Gewühl der Lissabonner Unterstadt verloren gegangene Tochter monatelang Tag um Tag verzweifelt sucht. Der düstere, intensive Film wurde ein Erfolg, sowohl beim portugiesischen Publikum – einer der meistgesehenen portugiesischen Filme[2] – als auch bei der internationalen Kritik.[3] So wurde der in Portugal eher als Komiker bekannte Hauptdarsteller Nuno Lopes bei der Berlinale 2006 als Shooting Star ausgezeichnet, und der Film gewann eine Reihe von Preisen, darunter als „bester Film“ bei den Caminhos do Cinema Português in Coimbra, und für „beste Regie“ in Las Palmas, dem Raindance Film Festival in London und dem argentinischen Festival Mar del Plata, wo er zudem mit einem Preis für die beste Fotografie und mit einem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde. Auch bei den Globos de Ouro wurde er für die beste Regie und den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet, und er wurde sowohl als portugiesischer Kandidat für den Auslandsoscar, als auch für den europäischen Fassbinder-Preis nominiert.[4][5][6]

Mit seinem Nouvelle Vague-beeinflussten Film How to Draw a Perfect Circle behandelte er 2009 das Inzest-Tabu. Der von dunklen Tönen dominierte Film, mit den Jungschauspielern Joana de Verona und Rafael Morais, und mit Beatriz Batarda und Daniel Duval in den Erwachsenen-Hauptrollen, wird erneut von Schatten und beklemmender Atmosphäre dominiert. Er wurde kein Publikumserfolg und sorgte im Filmpublikum für Diskussionen, auch international, etwa beim Festival des europäischen Films im russischen Kaliningrad.[7] Bei der internationalen Kritik stieß der Film teils auf Ablehnung,[8] teils auf Lob.[9][10]

Martins ist auch als Werbefilmer aktiv und gewann mit seiner 2002 gegründeten Werbefilm-Gesellschaft Ministério dos Filmes verschiedene Preise der Branche.[11][12]

FilmografieBearbeiten

RegieBearbeiten

  • 1992: Mergulho no Ano Novo
  • 1995: Não Basta Ser Cruel
  • 1996: Clockwise
  • 1998: No Caminho para a Escola
  • 2005: Alice
  • 2006: Um Ano Mais Longo
  • 2009: How to Draw a Perfect Circle (Como Desenhar um Círculo Perfeito)
  • 2010: Traces of a Diary (auch Kamera)
  • 2010: Insert (auch Kamera)

DrehbuchBearbeiten

  • 1995: Não Basta Ser Cruel
  • 2006: Um Ano Mais Longo
  • 2009: How to Draw a Perfect Circle (Como Desenhar um Círculo Perfeito)
  • 2010: Nenhum Nome

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.cineuropa.org/ffocusarticle.aspx?lang=en&treeID=1062&documentID=55262
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. Juli 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ica-ip.pt
  3. Critique Alice (Memento vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive)
  4. Beiheft der Edição Especial-Doppel-DVD-Ausgabe von Alice, Lusomundo 2006
  5. A. Murtinheira, I. Metzeltin: Geschichte des portugiesischen Kinos, 1. Auflage, Praesens Verlag, Wien 2010, Seite 144
  6. http://www.dn.pt/inicio/interior.aspx?content_id=628249@1@2Vorlage:Toter Link/www.dn.pt (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. http://www.destak.pt/artigo/109484
  8. http://www.variety.com/review/VE1117941389?refcatid=31&printerfriendly=true@1@2Vorlage:Toter Link/www.variety.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cfi-icf.ca
  10. http://nxfilm.com/movies/how-to-draw-a-perfect-circle-2009-28429.html@1@2Vorlage:Toter Link/nxfilm.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 10. Januar 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cinema.sapo.pt
  12. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/adsoftheworld.com