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Schönau (Mannheim)

Stadtbezirk von Mannheim, Baden-Württemberg, Deutschland
(Weitergeleitet von Mannheim-Schönau)

Schönau (mannemerisch: Schänau [ˈʃɛˑnaʊ̯]) ist ein Stadtteil und Stadtbezirk im Norden Mannheims.

Schönau
Stadt Mannheim
Wappen von Schönau
Koordinaten: 49° 32′ 40″ N, 8° 28′ 27″ O
Fläche: 2,97 km²
Einwohner: 13.122 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 4.418 Einwohner/km²
Postleitzahl: 68307
Vorwahl: 0621
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Über dieses Bild
Lage von Schönau in Mannheim
Siedlungshäuser aus den 1930ern
Schönauschule von 1941

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Schönau liegt zwischen der A 6 im Norden, dem Rangierbahnhof der Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt im Osten und der Frankenthaler Straße im Südwesten. Im Westen befindet sich Sandhofen, im Norden Blumenau, im Osten der Käfertaler Wald, im Südosten Gartenstadt und im Süden Waldhof. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erfolgt durch eine Stadtbahnlinie und zwei Buslinien. Gegliedert ist Schönau mehr oder weniger in drei Teile: Siedlungshäuser im Süden, das Neubaugebiet im Nordosten und die Wohnblocks mit Sozialwohnungen im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

Die Besiedlung Schönaus auf ehemals Sandhöfer Gebiet begann mit der Schütte-Lanz-Werft 1913, einer Luftschifferkaserne mit Luftschiffhalle. Hier wurden die Schütte-Lanz-Luftschiffe gebaut. Straßennamen wie die Luftschifferstraße in Sandhofen oder die Lilienthalstraße erinnern daran. Erste Notwohnungen entstanden nach dem Ersten Weltkrieg. Bis Mitte der 1930er Jahre gehörte das Gebiet zur Evangelischen Pflege Schönau, die auf das 1558 aufgelöste Kloster Schönau (Odenwald) zurückgeht.[2] Nachdem die Stadt Mannheim das Areal erworben hatte, begann die planmäßige Bebauung. Von 1936 bis 1941 entstanden als Vorzeigeprojekt der Nationalsozialisten 600 sogenannte „Volkswohnungen“, was aber nicht allzustark von Erfolg gekrönt war, da es in Schönau eine aktive Widerstandszelle gegen das NS-Regime gab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Stadtteil deutlich. Nördlich der „Volkswohnungen“ entstand eine neue Siedlung, in die viele Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten, Schlesien und Ungarn zogen. Die Straßen auf der Schönau sind nach Städten und Flüssen aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands, wie zum Beispiel Posen, Kattowitz und der Memel benannt. Als Folge des Zuzugs vergrößerte sich zwischen 1953 und 1963 die Einwohnerzahl rasch. 1953 wurde die Schönau offiziell zu einem eigenständigen Stadtteil von Mannheim erhoben, 1964 wurde die Straßenbahnlinie von Waldhof nach Schönau verlängert.

Ab 1983 wurde das Neubaugebiet Nordost auf einem freigegebenen Areal der US-Armee besiedelt. Im Mai/Juni 1992 kam es zu tagelangen Unruhen anlässlich der Unterbringung von Flüchtlingen in der (mittlerweile abgerissenen) Gendarmeriekaserne.

Einwohnerentwicklung 1946 1950 1952 1957 1961 1978 1984 1997
Schönau 5.049 5.959 8.900 13.578 15.298 12.684 11.987 15.577

Politik, VerwaltungBearbeiten

Nach der Hauptsatzung[3] der Stadt Mannheim hat der Stadtbezirk einen Bezirksbeirat, dem 12 dort wohnende Bürger angehören, die der Gemeinderat entsprechend dem Abstimmungsergebnis der Gemeinderatswahl bestellt. Sie sind zu wichtigen Angelegenheiten, die den Stadtbezirk betreffen, zu hören und beraten die örtliche Verwaltung sowie Ausschüsse des Gemeinderats.

Partei 2014[4] 2009 2004 1999 1994
SPD 5 6 6 6 7
CDU 3 4 5 6 3
AfD 1 0 0 0 0
GRÜNE 1 1 0 0 1
Die Linke 1 1 0 0 0
Mannheimer Liste 1 0 1 0 0

Als einer der elf äußeren Stadtbezirke besitzt Schönau ein Gemeindesekretariat, dem örtliche Verwaltungsaufgaben obliegen.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die evangelische Emmauskirche stammt von 1953. Die katholische Gut-Hirten-Kirche wurde 1959 mit dem Kirchturm fertiggestellt. Das evangelische Stephanuszentrum in Schönau-Nord aus dem Jahr 1967 wurde 1993 mit einem Glockenturm erweitert.

Östlich der Riedbahn befindet sich mit dem Käfertaler Wald, dem größten Wald Mannheims, ein beliebtes Naherholungsgebiet.

StadtteillebenBearbeiten

Schönau ist ein sehr grüner Stadtteil und liegt nahe am Käfertaler Wald. Das soziale Leben ist geprägt von zahlreichen Vereinen; über 30 von ihnen haben sich in der Dachorganisation der Schönauer Vereine zusammengeschlossen. Ergebnis des Engagements der Bürger ist auch das erste Bunkermuseum Baden-Württembergs, welches 2005 eröffnet wurde.

Im Rahmen der „Schönauer Rochade“ wurden jüngst alle Schönauer Schulen saniert, um- oder neu gebaut. Außerdem gibt es für Kinder und Jugendliche 13 Kindertagesstätten, 2 Grundschulen, 2 Hauptschulen und 1 Gymnasium sowie das Jugendhaus Schönau. Im Johanna-Geissmar-Gymnasium (bis Ende Januar 2014 Peter-Petersen-Gymnasium) befindet sich zudem eine Zweigstelle der Stadtbibliothek.

SportBearbeiten

Sport und Fußball insbesondere waren und sind in Mannheim nicht wegzudenken. So gibt es im Stadtteil Schönau einen örtlichen Fußballverein. Der TSV 47 Mannheim-Schönau spielt in der Saison 2011/12 in der Kreisklasse A.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Schönau ist mit einem Bürgerdienst-Büro der Stadt Mannheim ausgestattet. Im Zentrum des Stadtteils befindet sich ein Polizeiposten.

An Bildungseinrichtungen sind zu nennen: Johanna-Geissmar-Gymnasium, Schönauschule, Hans-Christian-Andersen-Ganztagesgrundschule und Kerschensteinerschule. Das Johanna-Geissmar-Gymnasium verfügt zudem über eine Zweigstelle der Stadtbibliothek.

Am westlichen Rand der Schönau, an der Königsberger Allee, ist ein Gewerbegebiet angesiedelt, in dem die Firma Pepperl+Fuchs größter Arbeitgeber ist.

Die Bebauung lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen: Siedlungshäuser im Süden, ein Neubaugebiet im Nordosten und Wohnblocks mit Sozialwohnungen im Nordwesten, die zu einem negativen Image des Stadtteils geführt haben.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Alfred Heierling: Mannheim-Schönau: Von einer Randsiedlung zum Stadtteil. Mannheim 1999.
  • Alfred Heierling: Chronik Mannheim-Schönau II. Mannheim 2008.
  • Matthias Möller: Ein recht direktes Völkchen? Mannheim-Schönau und die Darstellung kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge. Frankfurt/Main 2007.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadt Mannheim: Einwohnerbestand 2015 in kleinräumiger Gliederung. (PDF 679 kB) Statistische Daten Mannheim № 1/2016. 30. März 2016, S. 5 ff., abgerufen am 6. April 2016.
  2. Schönau - Geschichte und Gegenwart. (PDF 1,3 MB) In: Stadtpunkte, Mannheimer Geschichte vor Ort. Stadt Mannheim, abgerufen am 19. Mai 2018.
  3. a b Hauptsatzung der Stadt Mannheim. (PDF 234 kB) VII. Stadtbezirke und Bezirksbeiräte, § 22. Stadt Mannheim, 28. April 2009, S. 10, abgerufen am 10. April 2018.
  4. Mannheimer Morgen, Ausgabe Mannheim Nord vom 11. Juni 2014, S. 29.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schönau (Mannheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien