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Wappen Karte
Wappen der Kommune Mandal
Mandal (Norwegen)
Mandal
Mandal
Basisdaten
Kommunennummer: 1002 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Vest-Agder
Koordinaten: 58° 2′ N, 7° 29′ OKoordinaten: 58° 2′ N, 7° 29′ O
Fläche: 222 km²
Einwohner: 15.659 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: N 4517
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Alf Erik Andersen (FrP) (2015)
Lage in der Provinz Vest-Agder
Lage der Kommune in der Provinz Vest-Agder
Blick über Mandal

Mandal ist eine Stadt und Kommune in der Provinz (Fylke) Vest-Agder in Norwegen.

Mandal wird zum 1. Januar 2020 in die Kommune Lindesnes übergehen.[2]

GeografieBearbeiten

Mandal ist die südlichste Stadt Norwegens. Sie liegt 45 km westlich von Kristiansand an der Mündung des Flusses Mandalselva in die Nordsee.

Das Ufer bei Mandal besteht im Wesentlichen aus Sand, so dass um 1900 Maßnahmen gegen die Erosion ergriffen werden mussten. In einer großen Aktion wurden Kiefern aus Schottland (Giuthas Albannach/schottische Föhren) auf die Sanddünen gepflanzt. Zwischen 1905 und 1935 waren das 100.000 Setzlinge. 1969 ging durch einen gewaltigen Sturm ein Teil des alten Waldes auf einer Fläche von 2000 m³ verloren.

Die Europastraße 39 verläuft im Norden von Mandal.

GeschichteBearbeiten

Mandal wurde Ende des 14. Jahrhunderts unter der Bezeichnung "Vester-Risør" erwähnt, als König Erich von Pommern dem Ort das Recht gab, mit dem später so berühmten Mandal-Lachs zu handeln. Zu dieser Zeit hatten die Bürger von Landskrona im einst dänischen Skåne die ausschließlichen Handelsrechte in Vester-Risør.

Der Ort hatte damals städtische Siedlungen westlich von Sjøsanden (heutiger Strand von Mandal), am Eingang des Skogsfjord, einem kleinen Handelsplatz namens Spidsbo. Ein weiterer Ort mit früher Besiedlung lag am Ufer des Flusses Mandalselva, einst genannt Marndal oder Mandal. Die Ansiedlung besaß unter anderem eine separate Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Mandal ist somit eine der südlichsten ältesten Städte Norwegens. Darüber hinaus gab es im nahen Kleven eine weitere Ansiedlung, in der der Naturhafen entscheidend war. Kleven war in historischen Zeiten ein sehr wichtiger Hafen entlang der gesamten Küste von Agder, denn hier gab es eine Be- und Entladestation. Es ist davon auszugehen, dass hier um 1500 Holz verladen wurde, das hauptsächlich in die Niederlande ging. Der Handelsplatz Vester-Risør wurde erstmals 1632 mit gebührenpflichtigen Standortprivilegien erwähnt. Es erfolgte 1662 mit neueren Handelsprivilegien die Umbenennung von Vester-Risør in Mandal.

In der Zeit von 1809 bis 1815 wurde in einer Saline von Mandal Salz produziert. 1862 wurde eine Paraffin-Fabrik mit einer in Schottland entwickelten Fertigungsmethode errichtet. 1872 musste die Fabrik dem ausländischen Konkurrenzdruck weichen und schließen. Aber die guten Beziehungen, die darauf beruhten, dass führende Familien nach Schottland ausgewandert waren und dort schließlich in der Person des Lord Edward Salvesen von 1905 bis 1922 einen der 13 Sitze im High Court of Justice besetzten, blieben bis in die jüngste Zeit erhalten.

Bei dem Stadtbrand von 1810 wurde die alte Steinkirche aus dem 16. Jahrhundert zerstört. Die heutige Mandal-Kirche wurde nach dem Brand von 1810 die im Empire-Stil errichtet und Jahr 1821 fertiggestellt. Sie gilt als größte Holzkirche Norwegens und ist mit 1.800 Sitzplätzen ausgestattet.

Mandal erhielt 1837 Stadtrechte (eine Modifizierung dazu soll im Jahr 1921 erfolgt sein). Der Handel mit Fisch und insbesondere mit Lachs wurde bis ins Ausland stark ausgeweitet. Das 19. Und das 20. Jahrhundert brachte Mandal ein großes Wachstum und eine Vielzahl neuer Geschäfte sowie einen ausgeprägten Bezug zur Kunst. Lachsfischen und -handel machten Mandal zu einer reichen Handelsstadt.

Im Zweiten Weltkrieg waren in der Umgebung bis zu 2000 Soldaten stationiert, deren Bunker und Schützengräben zum Teil noch zu sehen sind.

Seit der Zeit nach 1945 erfährt Mandal auch nennenswerten touristischen Zustrom. Weiter wachsender Wohlstand und reges Kunstinteresse spiegeln sich im öffentlichen Leben wider, zum Beispiel am Skulpturen-Ufer des Flusses Mandalselva mit der von einer Sparbank gestifteten Statue „Mandalitten“, was versinnbildlicht meint: „Lachs in den Taschen, Eier in den Schuhen und feines Brot im Hut“.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Stadtbild mit den weißen Häusern
  • Die Kirche in Mandal ist mit 1800 Sitzplätzen eine der größten in Norwegen. Die Kirche wurde 1821 im Empirestil erbaut und ist als Kulturdenkmal geschützt.
  • Die Kirche von Harkmark stammt aus dem Jahr 1613 und steht unter Denkmalschutz.
  • Das Stadtmuseum Andorsengården, errichtet 1801–1805, enthält eine Gemäldesammlung, u. a. mit Gemälden von Gustav Vigeland. Das Herrenhaus steht unter Denkmalschutz.
  • Das Buen Kulturhaus, fertiggestellt im Jahr 2012, vereinigt eine Bibliothek, ein Kino sowie einen Theater- und Konzertsaal unter einem Dach.
  • Der Aussichtspunkt „Uranienborg“ mit seinem Pavillon und dem Blick über die Stadt
  • Der Runenstein von Mandal wurde 2012 im Ort in einem Garten entdeckt. Es ist der erste Runenstein der seit 1947 in Norwegen gefunden wurde.
  • Der Steinkreis von Harkmark ist das südlichste Megalithmonument in Norwegen.

Fotos Kommune MandalBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

In Mandal befinden sich die Werftanlagen von Umoe Mandal. Die Lokalzeitung für die umliegenden Kommunen Lindesnes wird hier herausgegeben.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisk sentralbyrå – Population 2019
  2. Navn på nye kommuner. 19. Februar 2019, abgerufen am 1. Oktober 2019 (norwegisch).