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Lugano-Cadro-Dino-Bahn

Ehemaliger Bahnbetrieb
Erhalten gebliebenes betriebsfähiges Fahrzeug der Lugano-Cadro-Dino-Bahn: Sommerwagen C2 21 der bei der Museumsbahn Blonay–Chamby, 2010 in Chaulin.

Die Lugano-Cadro-Dino-Bahn, abgekürzt LCD, italienisch Ferrovia Lugano–Cadro–Dino, war eine meterspuriger Schmalspurbahn- und Strassenbahn mit Ausgangspunkt in der Stadt Lugano. Sie führte von dort in nordöstlich Richtung über Cadro nach Dino.

GeschichteBearbeiten

Die Bahn war eine von vier meterspurigen Strassenbahn- beziehungsweise Eisenbahnbetrieben in und um Lugano. Neben der Lugano-Cadro-Dino-Bahn gab es die Lugano-Tesserete-Bahn (LT), die Tramvie Comunali di Lugano (TCL) und die Lugano-Ponte-Tresa-Bahn (FLP). Bis auf letztere haben alle den Betrieb eingestellt und sind durch Busse ersetzt worden.

Die Lugano-Cadro-Dino-Bahn wurde in zwei Etappen in Betrieb genommen. Der erste Abschnitt zwischen Lugano und Viganello wurde am 2. Januar und der zweite Abschnitt von Viganello nach Dino am 27. Juni 1911 eröffnet. Somit war sie der dritte der vier Eisenbahngesellschaften in der Stadt. Sie begann an der heutigen Piazza Indipendenza und hatte Gleisverbindungen zu allen vier anderen Meterspurbahnen. Später erfolgte eine Verlängerung in Lugano bis zum See. Dadurch lag die Endstation auch näher am Bahnhof der SBB, der Standseilbahn Lugano Stazione[1] und der Anlegestelle der Schiffe.

Die Bahn hatte insgesamt eine Länge von 7,9 Kilometern und überwand auf dieser Strecke einen Höhenunterschied von 210 Metern. Auf der Strecke befanden sich zwei Tunnel von 96 und 65 Metern Länge und vier Brücken. Diese waren 7½, 9, 10 und 26 Meter lang und bis auf die zehn Meter lange Steinbrücke alle aus Stahl.

Seit der Betriebseröffnung betrieb die LCD den in der Stadt gelegenen zwei Kilometer langen Abschnitt ihrer Strecke nach La Santa als Strassenbahn. Die Strassenbahnzüge verkehrten zuletzt zusätzlich zu den Regionalzügen im 15-Minuten-Intervall. Bereits 1964 wurde der Trambetrieb der LCD eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt.

Der jüngste Abschnitt der Bahn wurde im November 1967 auch als erster eingestellt. Die restliche Strecke wurde noch bis zum 30. Mai 1970 befahren. Ab dann übernahmen die Autobusse der 1967 aus der Fusion von Lugano-Tesserete-Bahn und Lugano-Cadro-Dino-Bahn hervorgegangenen Società Autolinee Regionali Luganesi (ARL) die Personenbeförderung.

Inzwischen ist der nördliche Tunnel der Strecke als Teil eines Fussweges begehbar; der südliche Tunnel ist am Nordportal zubetoniert und der anschliessende Einschnitt verfüllt, auf dieser Fläche befindet sich ein Parkplatz (Via G. Guioni). Der südliche Tunnel wird von der Stadt als Materiallager genutzt.

FahrzeugparkBearbeiten

TriebwagenBearbeiten

PersonenwagenBearbeiten

  • C2 11 (1911) SWS
  • C2 21 (1911) SWS
  • C 31, 1930 von der RhB übernommen
  • C4 41–42 (1944–1945)
  • C 12, 1951 von der Trambahn electtrici mendrisiensi übernommen
  • L 51 (1911) SWS

LiteraturBearbeiten

  • Alberto Polli, Angelo Ghirlanda: C'era una volta… Fontana Edizioni, Lugano-Pregassona 2010.
  • Hans Waldburger: Lugano–Cadro–Dino LCD. In: Eisenbahn Amateur. Nr. 6. SVEA, 2011, ISSN 0013-2764, S. 282–289.
  • Martin Schweizer, Florian Inäbnit: 100 Jahre Lugano–Cadro–Dino. In: Prellbock. Nr. 2. Prellbock Druck & Verlag, 2011, ISSN 1660-2986, S. 16–22.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.standseilbahnen.ch, Standseilbahn Lugano Stazione (Lugano Piazza Cioccaro - Lugano Stazione FFS) Abgerufen am 4. Januar 2017