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Ludwig Zimmerer (* 1924 in Augsburg; † 18. September 1987 in Krakau) war ein deutscher Journalist, Korrespondent der westdeutschen Medien in Polen. Im Jahre 1956 hatte sich Zimmerer in Polen als erster Journalist aus der Bundesrepublik niedergelassen und blieb bis zum Lebensende als längstgedienter westdeutscher Korrespondent in Polen.

Zuerst wurde Zimmerer Korrespondent der Zeitung „Die Welt“, die er 1961 verließ und wurde vom Norddeutschen Rundfunk als Hörfunkkorrespondent der ARD verpflichtet.

Kurz nach der Ankunft lernte Zimmerer Joanna Olczak, eine Schriftstellerin und Mitbegründerin des Krakauer Kabaretts Piwnica pod Baranami kennen. Nach der Scheidung 1957 mit seiner ersten, in Deutschland gebliebener Ehefrau heiratete Zimmerer 1959 Joanna und wurde 1961 Vater der zukünftigen Journalistin und Übersetzerin Katarzyna Zimmerer.

1965 bezog Zimmerer mit seiner Familie ein Reihenhaus im Warschauer Stadtteil Saska Kępa. 1968 zerfiel die Familie, Joanna zog mit der Tochter nach Krakau, Ludwig blieb in Warschau.

Er lernte die Journalistin Joanna Szczęsna, Herausgeberin des KOR-Informationsbulletins kennen. Weil sie 1977 als Redakteurin beim staatlichen Radio entlassen wurde, beschäftigte Ludwig Zimmerer sie in seiner Sammlung der polnischen Volkskunst.

Ludwig Zimmerer heiratete Ende 1981 zum dritten Mal. Er erkrankte schwer im Januar 1982 und kam nach Krakau, wo er 1987 starb.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit beschäftigte sich Zimmerer mit einer Sammlung polnischer Volkskunst aus etwa fünftausend Exponaten, die er dem Museum für Völkerkunde in Warschau verschrieb.

Ludwig Zimmerer übersetzte fast alle Theaterstücke von Sławomir Mrożek.

Ludwig Zimmerer wurde 2013 postum vom Staatspräsidenten Bronisław Komorowski mit dem Komturkreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet.

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Aus der Kunst des polnischen Volkes: Stücke d. Sammlung Ludwig Zimmerer in Warschau (Insel-Taschenbuch 448) Insel-Verlag : 1979 : ISBN 3458321489