Lewis David von Schweinitz

Naturforscher und Mykologe
(Weitergeleitet von Ludwig David von Schweinitz)

Lewis David von Schweinitz, auch Ludwig David von Schweinitz und Schweiniz oder de Schweinitz, Schweiniz (* 13. Februar 1780 in Bethlehem, Pennsylvania, USA; † 8. Februar 1834 ebenda) war Vorstand der Herrnhuter Brüder in Nordamerika sowie Mykologe und Botaniker. Sein botanisch-mykologisches Autorenkürzel lautet „Schwein.

Lewis David von Schweinitz

Wegen seiner umfangreichen mykologischen Arbeiten gilt er als der Begründer der modernen Mykologie in Nordamerika.

HerkunftBearbeiten

Seine Eltern waren Hans Christian Alexander von Schweinitz (* 17. Oktober 1740; † 26. Februar 1802) und dessen Ehefrau Anna Dorothea Elisabeth (* 25. April 1754; † 10. Mai 1813), die älteste Tochter von Benigna Justine von Watteville. Sein Vater war Verwalter der Besitzungen der Herrnhuter Brüdergemeine in Nordamerika.

LebenBearbeiten

Schweinitz wurde als Urenkel des Stifters der Herrnhuter Brüdergemeine, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und Pottendorf, in der Herrnhuter-Siedlung Bethlehem (Pennsylvania) geboren. 1798 besuchte er in Deutschland das Theologische Seminar in Niesky, Oberlausitz. 1801 wurde er dort Lehrer an der Unitäts-Knabenanstalt. 1807 arbeitete von Schweinitz als Pfleger der ledigen Brüder in Gnadenberg (Schlesien). 1808 wurde er Vorsteher des ledigen Brüderchors in Gnadau.

1812, wieder in den USA, wurde er Administrator der Unitätsbesitzungen in Salem, jetzt Winston-Salem, North Carolina. 1821 war er als Inspektor einer Pensions-Mädchenanstalt in Bethlehem, Pennsylvania, tätig. Er starb dort 1834 im Dienst der Brüder-Unität.

FamilieBearbeiten

Schweinitz heiratete am 24. Mai 1812 in Niesky Luise Amalie Le Doux (* 18. Mai 1791; † 28. Oktober 1858). Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Emil Adolphus (* 26. Oktober 1816; † 3. November 1879), Bischof der Brüderkirche ⚭ 1842 Sophia Hermann (* 14. Februar 1822; † 21. März 1883)
  • Robert Willian (* 20. September 1819; † 29. Oktober 1901), Pastor ⚭ 1846 Maria von Tschirsky und Bögendorff (* 6. Januar 1826; † 11. Februar 1881)
  • Edmund Alexander (* 20. März 1825; † 18. Dezember 1887), Dr. Theo, Bischof der Brüderkirche
⚭ 1850 Lydia Johanna Amalie von Tschirsky und Bögendorff (* 10. Oktober 1829; † 12. September 1866)
⚭ 1868 Isabell Allison Boggs (* 26. Februar 1838)
  • Bernhard Eugen (* 16. August 1828; † 20. Juni 1854), Pastor ⚭ 1852 Marie Ottilie Goepp (* 16. September 1831)

EhrungenBearbeiten

Nach ihm benannt ist die Pflanzengattung Schweinitzia Elliott aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).[1]

WerkeBearbeiten

  • Lewis David von Schweinitz & Johannes Baptista von Albertini: Conspectus Fungorum in Lusatiae Superioris Agro Niskiensi Crescentium e Methodo Persooniana. Leipzig 1805. Deutscher Titel: „Betrachtung der Pilze der Oberlausitz, die auf den Feldern um Nisky wachsen, nach der Methode von Persoon“. Dieses Werk enthält 1130 Arten, davon 127 neue Arten.

In Nordamerika beschreibt Schweinitz 3000 Pilze, davon 1200 neue Arten als alleiniger Verfasser.

  • Specimen florae Americae cryptogamicae, 1821.
  • Synopsis Fungorum Carolinae Superioris, 1822.
  • Synopsis Fungorum in America Boreali Media Degentium, 1832.

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Dörfelt, Heike Heklau: Die Geschichte der Mykologie. 1998, ISBN 3927654442.
  • Hans Dieter Zehfuß: In historischer Pilzliteratur geblättert. Folge 1. In: Der Tintling 36, Heft 3/2003, ISSN 1430-595X, S. 36–40.
  • Johannes Leunis, A. B. Frank: Synopsis der Pflanzenkunde. 1877. Seite X. u. LXIV
  • Sketch of L. D. Schweinitz. In: Popular Science Monthly, vol. 44 (193/94), S. 833–840.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1916, S.769

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.

WeblinksBearbeiten

Commons: Lewis David von Schweinitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien