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Gnadau ist ein Ortsteil der Stadt Barby im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Gnadau
Stadt Barby
Koordinaten: 51° 58′ 33″ N, 11° 46′ 46″ O
Höhe: 49 m ü. NN
Fläche: 3,63 km²
Einwohner: 523 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 39249
Vorwahl: 03928
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Über dieses Bild
Lage von Gnadau in Barby
Gnadau, Luftaufnahme (2015)
Friedhof von Gnadau

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Gnadau liegt am Südostrand der Magdeburger Börde unweit der Elbe und in der Mitte des Städtedreiecks Schönebeck (Elbe)-Barby-Calbe (Saale). Die Umgebung von Gnadau ist weitgehend flach, das Ackerland ist wie im gesamten Bördegebiet sehr ertragreich.

GeschichteBearbeiten

 
Gemeinsaal Gnadau, Seite zum Zinzendorfplatz

Gnadau ist im Gegensatz zu den anderen Orten der Region relativ jung. Die planmäßige Dorfanlage erfolgte 1767[1] auf dem Vorwerk Döben durch die Herrnhuter Brüdergemeine, eine aus dem Pietismus und der tschechischen Reformation entstandene christliche Glaubensbewegung.

Die Häuser und die Dorfkirche gruppieren sich um einen zentralen quadratischen Platz, der den Namen des Gründers der Brüdergemeine trägt: Zinzendorfplatz.

Ein für Religion und Politik bedeutsames Ereignis war die am 29. Juni 1841 in Gnadau durch Leberecht Uhlich erfolgte Gründung der Lichtfreunde-Bewegung, eine dem theologischen Rationalismus verpflichtete Gemeinschaft.

Vom 22. bis zum 24. Mai 1888 fand in Gnadau die Pfingstkonferenz der Gemeinschaftsbewegung statt. Es war eine für die Gemeinschaftsbewegung entscheidende Zusammenkunft, aus der der Gnadauer Verband hervorging, der am 27. Oktober 1897 in Berlin unter dem Namen Deutscher Verband für evangelische Gemeinschaftspflege und Evangelisation förmlich gegründet wurde.

Überregional bekannt war der Ort durch die von den Herrnhutern gegründeten Gnadauer Unterrichtsanstalten, aus denen eine Mädchenschule mit Internat hervorging. Hier wurden bis 1944 Schülerinnen aus ganz Deutschland unterrichtet. Nach der Schließung der Schule wurden die Anstaltsgebäude ab 1951 als kirchliches Alten- und Pflegeheim genutzt. Als Träger der Gnadauer Anstalten fungiert die Europäisch-Festländische Provinz, eine Provinz der weltweiten Brüder-Unität.

Am 1. September 2010 wurde Gnadau mit dem Ortsteil Döben nach Barby eingemeindet.[2]

Gnadau nennt sich wegen der zahlreichen Grünanlagen „Parkgemeinde Gnadau“.

Bauwerke und DenkmälerBearbeiten

Hervorzuheben sind der Gemeinsaal Gnadau, die 1780 erbaute Kirche des Orts, mit angrenzendem Friedhof, das Brüderhaus Gnadau, das Schwesternhaus Gnadau und das Neue Anstaltshaus.

Im Ortsteil Döben befindet sich die Dorfkirche Döben, welche heute nicht mehr als Kirche genutzt wird. Bemerkenswert sind dort auch mehrere Gutsgebäude.

SportBearbeiten

Der Reitverein organisiert mit seinem alljährlichen Ringreiten einen der sportlichen Höhepunkte im Jahr. 1973 wurde der örtliche Fußballverein gegründet (heute SG Gnadau 73 e.V.).

VerkehrsanbindungBearbeiten

 
Haltepunkt Gnadau

Gnadau ist durch Landstraßen direkt mit Barby, Calbe (Saale) und Schönebeck (Elbe) verbunden.

Der Haltepunkt Gnadau liegt seit 1839 an der Strecke Magdeburg–Halle (Saale). Es bestehen jeweils stündliche Verbindungen in diese beiden größten Städte des Landes. Die Bahnsteige wurden von 2015 bis 2017 erneuert, wodurch seitdem ein barrierefreier Zustieg möglich ist.[3]

Unmittelbar nördlich von Gnadau befindet sich der Flugplatz Schönebeck-Zackmünde. Er wird von Segelfliegern, Fallschirmspringern und Privatfliegern genutzt. Der ICAO-Code für diesen Flugplatz lautet EDOZ.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Gnadau geboren wurden:

Auf andere Weise mit Gnadau verbunden sind:

  • Christoph Kersten, Missionar in Suriname, starb 1796 in Gnadau.
  • Adolf Mittag (1833–1920), Unternehmer und Mäzen. Er besuchte vor 1853 die Handelsschule in Gnadau.
  • Maria Heyde, eine Missionarin in Indien, starb 1917 in Gnadau.
  • Paul König (1867–1933), Kapitän, starb 1933 in Gnadau.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gnadau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. andere Angabe 1766: Peter Findeisen, Dehio, Sachsen-Anhalt I, S. 271.
  2. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  3. Bahnhofsprogramm Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 7. November 2017.