Christian Hendrik Persoon

Mykologe und Botaniker
Christian Hendrik Persoon

Christian Hendrik Persoon (* 31. Dezember 1761 in der Kapkolonie; † 16. November 1836 in Paris) war ein Mykologe und Botaniker.[1][2] Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Pers.

LebenBearbeiten

Persoon stammte von niederländischen und deutschen Vorfahren ab und wurde in Südafrika geboren. Im Alter von 12 Jahren wurde er am 14. August 1775 in die Lateinschule in Lingen aufgenommen und schrieb sich 1780 an der dortigen Hochschule ein.[3] Als Student lernte er in Göttingen Alexander von Humboldt kennen.[4] 1800 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften[5] und 1809 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

Persoon überarbeitete und erweiterte die von Carl von Linné begründete Systematik der Pilze stark. Zusammen mit seinem Zeitgenossen Elias Magnus Fries gilt er als der Vater der modernen Mykologie. Eine bedeutende nomenklatorische Leistung war die Etablierung der Unterart als Rangstufe durch ihn.[6]

Er starb völlig verarmt in Paris.

EhrungenBearbeiten

Ihm zu Ehren benannte John Edward Smith die Gattung Persoonia der Pflanzenfamilie der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Auch die Pilzgattungen Persooniana Britzelm. und Persooniella Syd. sind nach ihm benannt.[7]

Die seit 1959 erscheinende Zeitschrift Persoonia ist nach ihm benannt.

WerkeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Christiaan Hendrik Persoon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag in der Biodiversity Heritage Library (BHL): „Persoon, Christian Hendrik (1761/1762-1836), South African botanist (Dutch citizen), especially mycologist.“
  2. Laut Len Verwoerd wurde Persoon am 31. Dezember 1761 am Kap der Guten Hoffnung geboren. Als widerlegt gilt das in älteren Quellen genannte Geburtsjahr 1755. Len Verwoerd: „The Ancestors of Christian Hendrik Persoon“. In: Index of the Mycological Writings of C. G. Lloyd, Bd. 7, 1922–1925. Cincinnati, Ohio 1929. S. 1301.
  3. Heinz Buss: Album Discipulorum Scholae Lingensis - das Schülerverzeichnis der Lingener Lateinschule (1689-1831). Lingen 2020, S. 133.
  4. Wolfgang-Hagen Hein (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Leben und Werk. Boehringer, Ingelheim am Rhein 1985, ISBN 3-921037-55-7, S. 21.
  5. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 187.
  6. Hans Peter Fuchs: Historische Bemerkungen zum Begriff der Subspezies In: Taxon, 7:2, 1958, S. 44–52
  7. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.