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Luc Besson

französischer Filmregisseur

LebenBearbeiten

Die ersten Jahre seines Lebens reiste Luc Besson mit seinen Eltern, die als Tauchlehrer tätig waren, um die Welt und lebte während seiner Kindheit zeitweise in Italien, Jugoslawien und Griechenland. Schon als Jugendlicher schrieb er erste Entwürfe des Drehbuchs von Im Rausch der Tiefe und, mit 16 Jahren, den ersten Roman zu Das fünfte Element, den er Jahre später erfolgreich verfilmte.

Als Jugendlicher wollte Besson allerdings noch Meeresbiologe werden. Ein Tauchunfall mit 17 machte dieses Berufsziel unerreichbar. Er zog nach Paris und begann, sich für das Medium Film zu interessieren. Bald stellte er fest, dass er damit alle seine Interessen zum Ausdruck bringen konnte. Besson zog für drei Jahre in die Vereinigten Staaten, um sich mit dem dortigen Filmschaffen vertraut zu machen. Anschließend kehrte er wieder nach Frankreich zurück und gründete seine eigene Produktionsfirma Les Films de Loups (heute: Les Films de Dauphins).

Besson arbeitet oft mit den Schauspielern Jean Reno und Gary Oldman zusammen, die Musik zu seinen Filmen schreibt in der Regel Éric Serra. An vielen seiner Produktionen ist der Drehbuchautor Robert Mark Kamen beteiligt. Thierry Arbogast ist sein Stammkameramann. Seit 2009 ist Julien Rey für den Schnitt seiner Filme verantwortlich.

Luc Besson ist zum vierten Mal verheiratet und Vater von fünf Töchtern. In erster Ehe war er mit der Schauspielerin Anne Parillaud verheiratet, die auch in seinem Film Nikita die Hauptrolle spielte. Mit ihr hat er eine Tochter. Aus zweiter Ehe mit Maïwenn Le Besco (1992–1997) stammt Tochter Shana (* 1993), die 2004 ihr Filmdebüt als Kinderdarstellerin gab.[1] In dritter Ehe (1997–1999) war er mit Model und Schauspielerin Milla Jovovich verheiratet. In vierter Ehe ist Besson seit 2004 mit Virginie Silla verheiratet, mit der er drei Töchter hat.

Im Jahr 2000 gründete er zusammen mit Pierre-Ange Le Pogam die Filmproduktionsgesellschaft EuropaCorp.

Am 11. September 2006 gab Besson bekannt, sich im Anschluss an Arthur und die Minimoys aus dem Filmgeschäft zurückziehen und sich künftig um Jugendliche in den Banlieues kümmern zu wollen. Bereits zu Anfang seiner Karriere habe er sich vorgenommen, nicht mehr als zehn Filme als Regisseur zu verwirklichen. Bald darauf nahm er jedoch wieder Abstand von dieser Entscheidung.

Im Jahr 2009 stellte er zum internationalen Umwelttag am 5. Juni seinen neuen Film Home vor, den er gemeinsam mit dem französischen Fotografen Yann Arthus-Bertrand produzierte. Für die Öffentlichkeit frei an vielen verschiedenen Orten fanden an diesem Tag öffentliche Filmvorführungen statt und der Film wurde auf YouTube zur freien Verfügung bereitgestellt.[2] Mit Lucy konnte Besson dann 2014 wieder einen internationalen Kinoerfolg feiern.

Besson wurde 2016 wegen Plagiats verurteilt, da sich die Schöpfer des Films Lockout bei John Carpenters Film Die Klapperschlange bedient hatten.[3]

Im Jahr 2018 wurde Besson von der Schauspielerin Sand Van Roy[4] und anderen Personen, die anonym bleiben wollten, Vergewaltigung vorgeworfen. Fünf Frauen haben ähnliche Vorwürfe gegen ihn erhoben, darunter eine ehemalige Assistentin, zwei Studierende des Cité du Cinéma-Studios und eine ehemalige Mitarbeiterin von Bessons Firma EuropaCorp[5][6]. Die Ermittlungen wurden im Februar 2019 eingestellt.[7]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

RegieBearbeiten

ProduktionBearbeiten

WerbespotsBearbeiten

MusikvideosBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Der letzte Kampf

César

  • 1995: Auszeichnung für Beste Regie bei Léon – Der Profi (Le dernier combat)
  • 1996: Auszeichnung als bester fremdsprachiger Film für Léon – Der Profi
  • 1998: Auszeichnung als Bester Regisseur für Das fünfte Element (Le Cinquième Élément)

Cinema for Peace

  • 2012: Auszeichnung des Internationaler Filmpreis für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit Amnesty International und dem Human Rights Film Network für The Lady

LiteraturBearbeiten

  • Andrea Bieler: Abtauchen mit Luc Besson: Spuren impliziter Religion im Werk des französischen Filmemachers. In: Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hrsg.): Handbuch Theologie und Populärer Film. Band 2. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76733-2, S. 137–147.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Shana Besson. Internet Movie Database, abgerufen am 8. Juni 2015 (englisch).
  2. www.youtube.com/homeproject
  3. Klapperkasse, FAZ, 3. August 2016, S. 12
  4. Guilcher, Lénaïg Bredoux, Marine Turchi et Geoffrey Le. "Violences sexuelles: plusieurs femmes accusent Luc Besson". Mediapart (in French). Abgerufen am 6. Juni 2018.
  5. "Five more women make sex-offence allegations against Luc Besson". The Guardian. November 28, 2018. Abgerufen am 3. Dezember 2018.
  6. Luc Besson: Nach Sand Van Roy erheben immer mehr Frauen Vorwürfe In: Brigitte.de am 29. November 2018, abgerufen am 9. Juli 2019.
  7. WELT: Ermittlungen gegen Starregisseur Besson eingestellt. 25. Februar 2019 (welt.de [abgerufen am 3. September 2019]).