Lilling

Ortsteil von Gräfenberg

Lilling ist ein Gemeindeteil der Stadt Gräfenberg im Landkreis Forchheim (Oberfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Lilling
Koordinaten: 49° 38′ 7″ N, 11° 17′ 23″ O
Höhe: 518 m ü. NHN
Einwohner: 136 (Jan. 2021)[1]
Postleitzahl: 91322
Vorwahl: 09192
Verschneites Lilling mit gut sichtbaren Hopfenplantagen im Januar

GeographieBearbeiten

Das Dorf Lilling liegt in 520 m auf der Hochfläche der Frankenalb am östlichen Rand des Gräfenberger Gemeindegebietes. Benachbarte Orte sind Sollenberg, Dorfhaus, Erlastrut und Wölfersdorf.

Die Gemarkung Lilling (Nummer 092693) hat eine Fläche von etwa 785 Hektar.[2] Der Gemarkungsteil 0 liegt im Gemeindegebiet der Stadt Gräfenberg, auf ihm liegen die Gräfenberger Gemeindeteile Lilling und Sollenberg. Der Gemarkungsteil 1 liegt im Gebiet der Stadt Hilpoltstein, auf ihm liegen deren Gemeindeteile Wölfersdorf und Erlastrut.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1205 erstmals unter dem Namen „Lugelinge“ als Besitzung des Klosters Weißenohe erwähnt. Die Endung -ing im Ortsnamen weist auf eine bairische Ansiedlung hin, außerdem auch die Lage an der Westgrenze des bayrischen Nordgaues (entspricht in etwa der heutigen Oberpfalz). Anfangs zur Pfarrei Kirchrüsselbach gehörig, wurde Lilling im Jahr 1414 abgetrennt. Gemeinsam mit Hiltpoltstein, Wölfersdorf, Kemmathen und Großenohe bildete es die neue Pfarrei Kappel.[3]

Nachdem das zur Oberen Pfalz gehörende Dorf im Laufe der Reformation mehrere Glaubenswechsel durchmachen musste, fasste ab 1622 die Gegenreformation Fuß. Fortan wurde Lilling kirchlich von Weißenohe und dem ab 1669 wiedererrichten Kloster betreut.

Die Gemeinde Lilling mit den Gemeindeteilen Lilling, Erlastrut, Sollenberg und Wölfersdorf[4] wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. Zum 1. Mai 1978 wurden Lilling und Sollenberg in die Gemeinde Gräfenberg eingegliedert, Wölfersdorf und Erlastrut kamen zur Stadt Hiltpoltstein.[5][6]

ReligionBearbeiten

Die Einwohner der Gegend um Lilling sind im Gegensatz zum restlichen Gräfenberger Gemeindegebiet traditionell katholisch. Kirchlich gehört Lilling zur Pfarrei St. Bonifatius in Weißenohe.[7] Die örtliche Kirchweih wird am letzten Wochenende des Juni gefeiert.

Kapelle St. MarienBearbeiten

1817 errichtete ein Sollenberger Bauer die Kapelle St. Marien zwischen Lilling und Sollenberg. Ihr wurde zunächst der kirchliche Segen verweigert, bis sie 1872 wiedererrichtet und geweiht wurde. Unterhalten wird die Kapelle vom Verein Lillinger Kapelle. Nach Feuchtigkeitsschäden wurde die Kapelle in den vergangenen Jahren aufwändig saniert. Sie ist umgeben von vier Lindenbäumen, drei davon sind über 200 Jahre alt und wurden bei der Ersterrichtung gepflanzt. Der vierte wurde nach Pilzschäden durch eine Neupflanzung ersetzt. Die Bäume sind als Naturdenkmal ausgewiesen.[8]

SehenswertesBearbeiten

Südlich der Ortslage entspringt die Lillach mit ihren sehenswerten Sinterstufen. Sie ist über mehrere Wanderwege vom Dorf aus erschlossen. Lilling ist bis heute landwirtschaftlich geprägt, vor allem durch Obst- und Hopfenanbau. Dort befindet sich ein Natur- und Agrarlehrpfad.[9]

Die Lillinger Hopfenbauern bauen biologischen Hopfen an. Angebaut werden unter anderem die Hopfensorten Hersbrucker, Mandarina Bavaria, Cascade und Polaris.[10]

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Daten und Statistik – Stadt Gräfenberg. Abgerufen am 19. November 2021.
  2. Gemarkung Lilling. Abgerufen am 30. Juni 2022.
  3. https://www.kirchrüsselbach-evangelisch.de/jakobuskirche/chronik-der-ruesselbacher-kirche Chronik der Rüsselbacher Kirche
  4. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 675 (Digitalisat).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 684.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 92, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 8 und 13).
  7. Archivierte Kopie (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive)
  8. Ronald Heck: Das sind die ältesten und beeindruckendsten Bäume im Landkreis Forchheim. In: Fränkischer Tag. 19. Mai 2020, abgerufen am 17. Februar 2021.
  9. Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura | Urlaub in Bayern. Abgerufen am 19. November 2021.
  10. In Lilling wächst ein abgefahrener Hopfen. Abgerufen am 17. Februar 2021.