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Leslie Van Houten

US-amerikanische Mörderin und ehemaliges Mitglied der „Manson Family“
Leslie Van Houten (1999)

Leslie Louise Van Houten (* 23. August 1949 in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische verurteilte Mörderin und ein ehemaliges Mitglied der Manson Family. Bekannt wurde sie durch ihre Beteiligung an der von Charles Manson beauftragten Ermordung des Unternehmerehepaars Leno und Rosemary LaBianca.

LebenBearbeiten

Leslie Van Houten hatte zunächst eine glückliche Kindheit, bis sich ihre Eltern scheiden ließen. Sie war zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Sie erfreute sich zu Schulzeiten großer Beliebtheit und wurde zweimal zur Ballkönigin ihrer Schule gewählt. Die geänderte familiäre Situation warf sie aber aus der Bahn. Das Mädchen begann sich herumzutreiben und mit Drogen zu experimentieren, vorzugsweise mit LSD. Bereits in ihrem 16. Lebensjahr wurde sie schwanger, ließ das Kind allerdings abtreiben. Im Jahr 1968 lernte sie den Jungschauspieler Bobby Beausoleil kennen und verliebte sich in ihn. Beausoleil verbrachte damals bereits viel Zeit mit den Mitgliedern der sogenannten Manson Family. Van Houten schloss sich daraufhin ebenfalls der Manson Family an. Beausoleil wurde im Juli 1969 wegen Mordes an dem Musiklehrer Gary Hinman verhaftet.

Einer Aussage Mansons im Mordprozess zufolge inszenierte er daraufhin die Mordserie vom August 1969, um Beausoleil zu entlasten und den Eindruck zu erwecken, ein Serienmörder sei aktiv.[1] Ob dies so zutrifft bzw. welches Motiv den Taten überhaupt zugrunde lag, ist allerdings nach wie vor fraglich und umstritten.

Am 9. August 1969 verübten Mitglieder der Manson Family die Tate-Morde, an denen Van Houten nicht beteiligt war. Am 10. August 1969 schickte Manson Van Houten, Patricia Krenwinkel und Charles Watson zum Anwesen des Unternehmerehepaares Leno und Rosemary LaBianca in Los Feliz, Los Angeles. Manson war anfangs selbst zugegen und fesselte die Opfer, verließ dann aber den Tatort. Krenwinkel und Van Houten erstachen im Schlafzimmer die gefesselte Rosemary LaBianca, während Watson im Untergeschoss Leno LaBianca tötete. Die Täter schmierten Parolen mit dem Blut ihrer Opfer an die Wände und verunstalteten die Leiche von Leno LaBianca mit Essbesteck.

Van Houten behauptete später, erst auf Rosemary LaBianca eingestochen zu haben, als diese bereits tot war, widersprach sich allerdings in unterschiedlichen Aussagen bei ihren Bewährungsanhörungen. Die Autopsie konnte nicht eindeutig klären, welcher der Beteiligten welchen Mord verübt hatte.

Für diese Tat wurden Van Houten, Krenwinkel, Watson (die beiden zuletzt genannten auch im Zusammenhang mit den Tate-Morden) und Manson 1971 zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde 1972 in Kalifornien allerdings für kurze Zeit außer Kraft gesetzt, die Strafen daraufhin in lebenslange Haft umgewandelt.

Van Houten sitzt, wie Krenwinkel, in dem Gefängnis California Institution for Women in Chino, Kalifornien ein. Seit Jahren bemüht sie sich (zusammen mit den oben genannten Personen) um vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung, jedoch bis heute für Van Houten bereits zwanzig Mal vergebens. Filmemacher John Waters, der mit Van Houten befreundet ist, setzt sich ebenfalls für ihre Entlassung ein.[2]

Am 14. April 2016 empfahl das California Parole Board nach 19 erfolglosen Gesuchen erstmals eine Haftentlassung auf Bewährung. Allerdings hätte dazu Gouverneur Jerry Brown sein Einverständnis geben müssen, was er am 22. Juli 2016 ablehnte.[3] Leslie Van Houtens Freilassung stelle ein nicht hinnehmbares Risiko für die Gesellschaft dar, so Brown.[4] Die 21. Anhörung fand am 6. September 2017 statt, die abermalige Entlassungsempfehlung bedurfte erneut der Zustimmung von Brown, doch auch diese wies er im Januar 2018 zurück.[5][6] Die nächste Anhörung fand im Januar 2019 statt und die Bewährungskommission sprach erneut eine Entlassungsempfehlung aus, die wieder vom Gouverneur überstimmt wurde. Gavin Newsom verhinderte ihre Entlassung mit der Feststellung, dass Van Houten weiter eine Gefahr für die Gesellschaft darstelle.[7]

In der KunstBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ed Sanders: The Family: Die Geschichte von Charles Manson. Deutsche Übersetzung bei Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-499-19644-1.
  • Faith, Karlene: The Long Prison Journey of Leslie Van Houten: Life Beyond the Cult, Northeastern University Press, 2001, ISBN 1-55553-481-3. (englisch)
  • Carol Greene: Der Fall Charles Manson. Mörder aus der Retorte. Böttiger, Wiesbaden-Nordenstadt, 2001, ISBN 3-925725-13-X.
  • Emma Cline: The Girls. Chatto & Windus, 2006. ISBN 978-1784740450. (englisch)
  • Vincent Bugliosi, Curt Gentry: Helter Skelter: The True Story of the Manson Murders. W. W. Norton & Company, 2001, ISBN 0-393-32223-8. (englisch)
    • Deutsche Ausgabe: Helter Skelter. Der Mordrausch des Charles Manson, Riva Verlag, München 2010, ISBN 978-3-86883-057-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Manson wollte sich selbst verteidigen. Dies wurde ihm aber untersagt. So hatte er nur Gelegenheit, sich als Angeklagter zu äußern. Die deutschsprachige Übersetzung seiner einstündigen Aussage war auf der Website serien-killer.com nachzulesen (Achtung: diese Website enthält jetzt andere Inhalte)
  2. Leslie Van Houten: A Friendship, Part 1 of 5 auf huffingtonpost.com (englisch)
  3. Frühere Anhängerin von Charles Manson kommt nicht frei auf faz.net
  4. California Governor Denies Parole for Ex-Manson Follower, nbcnews.com. 23. Juli 2016. Abgerufen im 23. Juli 2016. 
  5. Updates auf leslevanhouten.com (englisch)
  6. Gouverneur lehnt Bewährung für frühere Manson-Jüngerin ab
  7. "Leslie Van Houten: Charles Manson cult member has release refused by California governor" Independent.co.uk vom 4. Juni 2019
  8. Naomi Gregoris: Backstage bei den Simpsons. 15. Februar 2014, abgerufen am 4. März 2017.