Legacy-Spiel

Spielmechanismus, bei dem sich Spielplan und Regeln ändern

Ein Legacy-Spiel (von englisch legacy, deutsch Vermächtnis oder Erbe) ist ein Spiel, dessen Spielplan oder Regeln oder beide sich im Laufe des Spieles ändern, wobei die Änderungen für spätere Partien erhalten bleiben.

Das erste so bezeichnete Legacy-Spiel war 2011 Risiko Legacy (deutsch Risiko Evolution),[1] das von Rob Daviau entwickelt wurde. Daviau entwickelte 2015 mit Matt Leacock Pandemic Legacy: Season 1, eine Legacy-Fortsetzung von dessen Spiel Pandemic.

Legacy-Spiele erweitern das Prinzip einer Rollenspiel-Kampagne auf ein Brett- oder Kartenspiel.[1] Zu Beginn der ersten Partie ist meist nur ein Teil des Spielplans bekannt, die Regeln sind verhältnismäßig einfach. Im Laufe des Spielplans werden zusätzliche Teile des Spielplans geöffnet, Spielmaterial wird teilweise auf den Spielplan geklebt. Neue Regeln kommen hinzu und ersetzen teilweise alte Regeln, sie werden ins Regelbuch eingeklebt oder freigerubbelt. Insbesondere am Ende einer Partie werden meist einige der Änderungen, die sich während des Spiels ergeben haben, permanent übernommen. Mit diesem neuen Stand wird die nächste Partie begonnen, die dadurch keine Wiederholung des vorigen Spiels ist, sondern eine Fortsetzung bildet.

Dadurch dass das Spielmaterial permanent verändert und zum Teil zerstört wird, kann man ein Legacy-Spiel nach dem vorgegebenen Ende der Kampagne nicht erneut spielen, auch ein Verkauf des Spiels an andere Interessenten ist normalerweise nicht möglich. Da eine Kampagne aber meist über acht bis mehr als zwanzig Partien geht, die jeweils mehrere Stunden dauern können, wird dies von den Kunden in Kauf genommen. Da das Gesamtspiel nur einmal spielbar ist, entfällt der Zwang, „einen Wiederspielreiz zu schaffen“. Dadurch ist es möglich, Überraschungselemente in das Spiel einzubauen, die bei einem zweiten Spiel nicht mehr interessant wären.[1] Es gibt allerdings auch Spiele wie My City oder Rise of Queensdale, die nach dem Ende der Legacy-Kampagne einen dauerhaften Spielplan haben und dann als normales Brettspiel mit festen Regeln spielbar sind.[2]

Neben den schon erwähnten Risiko Legacy und Pandemic Legacy sind weitere bekannte Spiele SeaFall, Gloomhaven, Charsterstone, Ultimate Werewolf Legacy,[3] Funkenschlag und Machi Koro Legacy. Von Pandemic Legacy gibt es inzwischen die Fortsetzung Pandemic Legacy: Season 2 sowie ein Prequel Pandemic Legacy: Season 0. Ein Legacy-Spiel für Kinder ist Zombie Kidz Evolution[4] mit dem Nachfolger Zombie Teenz Evolution. Das Legacy-Prinzip eignet sich besonders gut für kooperative Spiele wie Pandemic, wo die Spieler ein gemeinsames Ziel erreichen müssen,[1] viele Spiele sind aber auch kompetitiv.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Das „Legacy-Prinzip“, Manuel von Brettspielelabor, 5. Januar 2016, abgerufen 8. Juni 2021
  2. My City (Kosmos), Brettspiele-Magazin, abgerufen 8. Juni 2021
  3. Legacy Spiele, Spieletreff Duisburg, 10. Juli 2017, abgerufen 8. Juni 2021
  4. Die besten Legacy-Brettspiele, Spiele-Tips, abgerufen 8. Juni 2021