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Langarmschwinge geschoben
Langarmschwinge gezogen

Mit Langarmschwinge bezeichnet man eine Bauart der Vorderradführung bei Motorrädern.[1] Erste Langarmschwingen sind von Peugeot (1904)[2][3] und Allright (1905)[4] bekannt; die dabei verwendeten Baumuster waren Truffault-Gabeln. Jules Truffault entwickelte diese Art der Vorderradführung an einem Fahrrad bereits 1898 und ließ sich 1902 ein Patent erteilen.[5]

TechnikBearbeiten

Bei der Langarmschwinge befindet sich der Schwingendrehpunkt außerhalb des Reifenumfangs, bei der Kurzschwinge oder Kurzarmschwinge innerhalb des Reifenumfangs. Während die Langarmschwinge am Vorderrad heute nur noch bei Motorradgespannen zu finden ist, hat sich bei der Hinterradaufhängung bei Motorrädern die ein- oder zweiarmige gezogene Schwinge durchgesetzt.[6] Das Ansprechverhalten der Langarmschwinge durch das hohe Trägheitsmoment an der Lenkachse ist ein Nachteil gegenüber der Teleskopgabel.[7]

Bauarten am VorderradBearbeiten

Bei der geschobenen Langarmschwinge befindet sich der Schwingendrehpunkt in Fahrtrichtung gesehen hinter der Radachse, bei der gezogenen Langarmschwinge vor der Radachse.

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Helmut Werner Bönsch: Einführung in die Motorradtechnik. 3. Auflage, Motorbuch Verlag Stuttgart, 1981, ISBN 3-87943-571-5, S. 88.
  2. S. Ewald: Enzyklopädie des Motorrads. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-142-2, S. 379.
  3. L. J. K. Setright: The Guinness Book of Motorcycling. Facts and Feats. 1982, ISBN 0-85112-255-8, S. 152.
  4. Horst Nordmann/Fritz, Mika Hahn: Kölsche Zweiradgeschichten. Pioniere, Rennfahrer, Schicksale, Köln 2003, ISBN 3-00-011139-5, S. 34.
  5. US-Patent 695508
  6. Am Hinterrad wird die Langarmschwinge stets nur als Schwinge bezeichnet.
  7. Tony Foale, Vic Willoughby: Motorrad-Fahrwerk heute. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01226-X, S. 21
  8. Stefan Knittel: Motorrad Lexikon. BLV Verlag, Zürich u. a. 1981, ISBN 3-405-12226-0, S. 52.