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Laclo (Verwaltungsamt)

Verwaltungsamt in Osttimor
Verwaltungsamt Laclo
Laclo (Verwaltungsamt) (Osttimor)
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Regenzeit bei Subau, unterhalb des Bergs Curi
Verwaltungssitz Laclo
Fläche 283,29 km²[1]
Einwohnerzahl 7.756 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2010)[1]
Hohorai 969
Lacumesac 2.156
Laicore 1.017 (2017 neu)
Uma Caduac 3.433
Uma Naruc 1.198
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Manatuto (2015–2017)

Laclo (Lacló, Laculo, Lakló, Lucló, Luclo) ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Manatuto. Der Sitz der Verwaltung befindet sich im Suco Uma Caduac im Ort Laclo.[2]

GeographieBearbeiten

 
Laclo liegt im Nordwesten der Gemeinde Manatuto

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Laclo eine Fläche von 368,74 km².[3] Nun sind es 283,29 km².[1]

Das Verwaltungsamt Laclo liegt an der Nordküste Timors. Östlich liegt das Verwaltungsamt Manatuto und südlich das Verwaltungsamt Laclubar. Im Osten grenzt Laclo an die Verwaltungsämter Metinaro (Gemeinde Dili) und Remexio (Gemeinde Aileu). Das Flusssystem des Nördlichen Laclós durchzieht das gesamte Verwaltungsamt. Er ist einer der wenigen Flüsse, die im Nordteil Timors ganzjährig Wasser führen, da er aus dem Süden gespeist wird.

Laclo teilt sich in fünf Sucos: Hohorai, Lacumesac (Laku Mesak), Uma Caduac (Umacaduac, Umakaduak) und Uma Naruc (Umanaruk). Der Suco Laicore wurde 2017 neu aus Territorien geschaffen, die 2015 zunächst an den Suco Iliheu (Verwaltungsamt Manatuto) abgegeben wurden und nun zu Laclo zurückkehrten.[4]

Die Important Bird Area um den Berg Curi nimmt den Großteil des Nordens Laclos an der Küste ein.[5]

EinwohnerBearbeiten

 
Moradores aus Licore in Laclo

Im Verwaltungsamt Laclo leben 7.756 Menschen (2015), davon sind 3.956 Männer und 3.800 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 27,4 Einwohner/km².[1] Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Galoli. Auffällig ist im Verwaltungsamt der hohe Anteil von Müttern im Teenageralter. Pro Jahr kommt es zu 101,5 Lebendgeburten pro 1.000 Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Dies ist landesweit der vierthöchste Wert (Landesdurchschnitt: 59,2), liegt aber noch unter dem weltweiten Höchstwert von El Salvador von 108 Geburten. Durchschnittlich bekommt eine Frau im Verwaltungsamt in ihrem Leben 7,25 Kinder. Entsprechend liegt der Altersdurchschnitt bei 17,5 Jahre (2010,[3] 2004: 17,0 Jahre[7]).

GeschichteBearbeiten

Laclo war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[8][9] Der Liurai von Laclo gehörte zur Ethnie der Mambai.

Seit 1752 existierte bereits eine katholische Kirche in Laclo.

Im Frühjahr 1861 brachen hier Revolten gegen die Zwangsarbeiten an öffentlichen Projekten aus. Afonso de Castro entsandte daraufhin Cabeira, einen Veteranen und Kenner des Landes, um eine Basis in Manatuto zu errichten. Doch er konnte nur auf einige Truppen aus Vemasse zurückgreifen. Bereits im April kam es zu Gefechten. Am 26. August wurde die Rebellion in Laclo niedergeschlagen. Das Lager der Rebellen wurde niedergebrannt und den einheimischen Verbündeten Plünderungen und die Kopfjagd auf die Rebellen erlaubt. Im Juni 1863 wurde ein Aufstand in Laga niedergeschlagen. Dabei wurde auch der Rebellenchef von Laclo gefangen genommen.

Während der Rebellion von Manufahi 1912 kam es in der Region erneut zu Kämpfen. Jaime do Inso, zweiter Leutnant des portugiesischen Kanonenboots Patria berichtete von drei Köpfen, die in Laclo aufgehängt worden waren.[10]

Am 4. September 1975 griffen FRETILIN-Einheiten infolge des Bürgerkrieges Hatu Conan (Lacumesac) an und nahmen zwölf UDT-Mitglieder gefangen. Neun von ihnen wurden ermordet.[11]

Laclo war 1976 ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründete sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus dem damaligen Distrikt Manatuto, Dili und Aileu bot.[12]

1977 wurden hungrige Flüchtlinge, die sich aus den Bergen herab getraut hatten, um ihre Felder abzuernten, von indonesischen Soldaten wieder vertrieben. Die Soldaten brannten die Gärten nieder und erschossen das Vieh.[12]

Im Mai 1978 begannen die Indonesier die Widerstandsbasis Idada in den Hügeln von Hatu Conan zu attackieren. Ab Juli wurden die osttimoresischen Widerstandskämpfer eingekreist und vernichtet. Dabei kamen auch Flugzeuge vom Typ Rockwell OV-10 zum Einsatz, die von den Vereinigten Staaten an Indonesien verkauft worden waren. Gefangene wurden erst zum Bataillonsposten nach Ili-Mano (Suco Uma Caduac), dann nach Metinaro gebracht, wo später das Gefangenenlager in ein Umsiedlungslager umgewandelt wurde, wo die Osttimoresen festgehalten wurden. Im August 1979 wurden die männlichen Gefangenen aus Laclo in die Heimat zurückgebracht, wo sie Baracken errichteten. Im Oktober folgten die Frauen. Auch im Ort Laclo und in Behau gab es Ende 1979 indonesische Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den indonesischen Besatzern umgesiedelt werden sollten. Die Einwohner des Ortes Laclo durften nur in nächster Umgebung auf dem steinigen Untergrund Ackerbau betreiben. Fast täglich starben Menschen an Hunger und Krankheit, bis ihnen 1980 von der indonesischen Armee wieder erlaubt wurde, ihre Felder außerhalb wieder zu bewirtschaften. Die entlegenen Gebiete des Subdistrikts wurden entvölkert. Von 1970 bis 1980 sank die Bevölkerung Laclos von 6.512 um 45,1 % auf 3.578 Personen.[12]

Am 6. September 1999 rechneten die Einwohner von Laclo mit einem Angriff durch die pro-indonesische Mahodomi-Miliz und die indonesische Armee. Die Menschen flohen in die Wälder, kehrten dann aber später am Tag wieder in ihre Häuser zurück. Am nächsten Tag flohen sie erneut, als Polizei und Militär öffentliche Gebäude niederbrannten und die Miliz durch die Straßen patrouillierte. Mindestens vier Menschen wurden ermordet, zahlreiche andere durch Schüsse verwundet.[12]

PolitikBearbeiten

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Mário Filomeno Sarmento Cabral.[13]

WirtschaftBearbeiten

 
Scharber für Kokosnussfleisch

46 % der Haushalte in Laclo bauen Mais an, 41 % Kokosnüsse, 39 % Maniok, 34 % Gemüse, 26 % Reis und 12 % Kaffee.[14] Der Reisanbau findet vor allem am Flusssystem des Nördlichen Laclos statt.

Im Norden und Westen von Laclo finden sich kleine Vorkommen an Marmor. So bei Ilimano (Suco Uma Caduac), wo die Vorkommen bereits in der portugiesischen Kolonialzeit und der indonesischen Besatzungszeit genutzt wurden. Bei Behau kann man noch große Blöcke an der Straße zwischen Dili und Manatuto sehen, die vom kommerziellen Abbau stammen.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Laclo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento vom 12. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB)
  4. Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
  5. Birdlife International IBAs in Timor-Leste (Memento vom 22. November 2008 im Internet Archive) (PDF; 2 MB)
  6. a b Seeds of Life
  7. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  8. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história (Memento vom 13. November 2001 im Internet Archive)
  9. East Timor – PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  10. History of Timor – Technische Universität Lissabon (Memento vom 24. März 2009 im Internet Archive) (PDF; 824 kB)
  11. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  12. a b c d „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  13. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal (Memento vom 1. Juni 2016 im Internet Archive)
  14. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento vom 9. April 2015 im Internet Archive) (PDF; 9,8 MB)

Koordinaten: 8° 33′ S, 125° 55′ O