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Laleia (Verwaltungsamt)

Subdistrikt in Osttimor
Verwaltungsamt Laleia
Laleia (Verwaltungsamt) (Osttimor)
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Savanne und Kasuarinen am Rio de Laleia im April (Regenzeit)
Verwaltungssitz Laleia
Fläche 226,08 km²[1]
Einwohnerzahl 3.689 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2015)[1]
Cairui 1.847
Haturalan 995
Lifau 847
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Manatuto

Laleia ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Manatuto. Der Sitz der Verwaltung befindet sich im Suco Haturalan im Ort Laleia.[2]

GeographieBearbeiten

 
Landschaft bei Laleia im August (Trockenzeit)

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Laleia eine Fläche von 226,09 km².[3] Nun sind es 226,08 km².[1]

Das Verwaltungsamt Laleia teilt sich in drei Sucos: Cairui, Haturalan (Hatularan) und Lifau. Das Verwaltungsamt gehört zu den trockensten Regionen Timors. Der Laleia, der mit seinen Nebenflüssen nahezu das gesamte Verwaltungsamt durchzieht, versiegt in der Trockenzeit.

EinwohnerBearbeiten

Im Verwaltungsamt Laleia leben 3.689 Menschen (2015), davon sind 1.885 Männer und 1.804 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 16,3 Einwohner/km².[1] Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Galoli. Der Altersdurchschnitt beträgt 21,9 Jahre (2010,[3] 2004: 20,0 Jahre[5]). Er ist landesweit der höchste aller Verwaltungsamt.

GeschichteBearbeiten

 
Ehrengrab für die gefallenen FALINTIL-Kämpfer in Laleia

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf Timor sind Stand 2017 zwischen 43.000 und 44.000 Jahre alt. Sie wurden in der Höhle Laili bei Laleia entdeckt.[6]

Laleia und Cairui waren traditionelle Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[7][8]

Laleia leistete Portugal 1868 während der Rebellion in Cová Waffenhilfe. 1882 kam es zu Kämpfen zwischen Vemasse und Laleia, wofür der portugiesische Kommandant der Militärkommendantur verantwortlich gemacht wurde.[9]

1975 floh die Bevölkerung vor den indonesischen Invasoren aus dem Ort Laleia nach Natarbora. Im verlassenen Ort vernichtete die indonesische Armee die Lebensmittelvorräte. Todesfälle durch Hunger waren die Folge. 1976 war der Subdistrikt ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründete sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Baucau, Manatuto und Viqueque bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört. Ende 1979 befand sich in Lifau ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten. Zwischen 1970 und 1980 sank die Bevölkerungszahl des Subdistrikts von 3.169 auf 1.695.[10]

PolitikBearbeiten

 
Sitz des Verwaltungsamts am Hauptplatz in Laleia

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Basílio Ximenes.[11]

WirtschaftBearbeiten

44 % der Haushalte in Laleia bauen Reis an, 35 % Kokosnüsse, 35 % Mais, 32 % Maniok, 31 % Gemüse und 6 % Kaffee.[12] Im Nordosten finden sich kleine Vorkommen an Gips, Magnesium und Zink.

Söhne und TöchterBearbeiten

PartnerschaftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Laleia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento des Originals vom 12. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 2,5 MB)
  4. a b Seeds of Life
  5. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14,0 MB; englisch)
  6. Hawkins, Stuart & O'Connor, Sue & Maloney, Tim & Litster, Mirani & Kealy, Shimona & N. Fenner, Jack & Aplin, Ken & Boulanger, Clara & Brockwell, Sally & Willan, Richard & Piotto, Elena & Louys, Julien: Oldest human occupation of Wallacea at Laili Cave, Timor-Leste, shows broad-spectrum foraging responses to late Pleistocene environments, (2017). Quaternary Science Reviews. 171. 58-72. 10.1016/j.quascirev.2017.07.008.
  7. Timor Loro Sae: Um pouco de história. (Memento des Originals vom 13. November 2001 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/oecussi.no.sapo.pt
  8. East Timor – Portuguese Dependency of East Timor (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  9. Geoffrey C. Gunn: History of Timor. (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  10. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal (Memento des Originals vom 1. Juni 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estatal.gov.tl
  12. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (Memento des Originals vom 9. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 9,8 MB; englisch).
  13. Municípios Portugueses: Geminações de Cidades e Vilas, abgerufen am 7. Januar 2018.

Koordinaten: 8° 32′ S, 126° 10′ O