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Kyasanur-Wald-Fieber

durch Zecken übertragene Infektionskrankheit
Klassifikation nach ICD-10
A98.2 Kyasanur-Wald-Krankheit
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Kyasanur-Wald-Fieber (Kyasanur-Wald-Krankheit, englisch Kyasanur Forest-Disease, KFD) ist eine Infektionskrankheit, die durch das Arbovirus KFD-Virus ausgelöst wird.

ErregerBearbeiten

KFD-Virus
Systematik
Klassifikation: Viren
Bereich: Riboviria[1]
Ordnung: nicht klassifiziert
Familie: Flaviviridae
Gattung: Flavivirus
Art: Kyasanur-Wald-Fieber-Virus
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA
Baltimore: Gruppe 4
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
Kyasanur forest disease virus (engl.)
Kurzbezeichnung
KFDV
Links

Die Erreger des Kyasanur-Wald-Fiebers sind Viren der Spezies Kyasanur-Forest-Disease-Virus (Kyasanur-Wald-Fieber-Virus, KFD-Virus, wissenschaftlich Kyasanur forest disease virus, KFDV). Sie gehören zur Gattung Flavivirus (veraltet: Gattung Arbovirus) in der Familie Flaviviridae der Ordnung Nidovirales, sind behüllt und das Genom besteht aus einem unsegmentierten, linearen RNA-Strang positiver Polarität.

ÜbertragungBearbeiten

Das Virus wird durch den Biss der Nymphen verschiedener Zeckenspezies übertragen (z. B. Haemaphysalis spinigera). Virusreservoir sind kleine Nagetiere. Nebenwirte sind Vögel und Fledermäuse, die vor allem für die Verbreitung der infizierten Zecken sorgen. Affen und der Mensch sind Zufallswirte und dienen ebenfalls als Reservoir. Der Erreger ist für Laborpersonal hochinfektiös, dementsprechend sollten entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.

VorkommenBearbeiten

Süd-Indien (Karnataka, Kerala, Tamil Nadu), Nord-Ost-Pakistan (Rawalpindi). Virusnachweis bei serologischen Tests auch aus den indischen Bundesstaaten Gujarat und Westbengalen.

GeschichteBearbeiten

Erstmals wurde das Virus 1955–1957 in einem Waldgebiet an der Südwestküste Indiens (Mysore) entdeckt. Zunächst erschien die Erkrankung als Zoonose, die mehrere Affen befiel („Monkey disease“). Erst später erkrankten auch Menschen. Zu Beginn wurde es zu einer Variante der Russischen Zecken-Enzephalitis eingestuft. Erst im Jahr 1990 wurde es als eigene Krankheit anerkannt. Wirtstiere erkranken nicht.

KlinikBearbeiten

Nach einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen treten Fieber, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen auf. Als Komplikation kann eine hämorrhagische Verlaufsform hinzukommen (Blutungen aus Mund, Nase und Magen-Darm-Trakt). Meist verschwinden die Symptome nach einer Woche, möglich ist jedoch ein zweiter Fieberanstieg mit Meningismus. Die Letalität (Sterblichkeit) kann zwischen 5 und 15 % liegen.

TherapieBearbeiten

Eine spezifische Therapie gibt es nicht, an Impfstoffen wird gearbeitet. Die Diagnose erfolgt mittels Immundiagnostik oder Virusnachweis.

VorbeugungBearbeiten

In Endemiegebieten ist Zeckenschutz und Moskitoschutz angezeigt (Repellentien, geschlossene helle Kleidung, regelmäßige Selbstuntersuchung nach Zecken). Der Kontakt mit infizierten Personen sollte gemieden werden. Nach dem IfSG §6 sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an virusbedingtem hämorrhagischen Fieber meldepflichtig.

Im Jahr 2005 wurde über einen Impfstoff berichtet. Das Vakzin für KFD besteht aus mit Formaldehyd (Formalin) inaktiviertem KFD-Virus. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 62,4 % für Personen, die eine zweimalige Verabreichung bekommen; bei dreimaliger Verabreichung steigt diese auf 82,9 %.[2]

SonstigesBearbeiten

Eine Subtyp des KFD-Virus, das Alkhurma hemorrhagic fever virus (AHFV, auch kurz Al-Khurma-Virus), wurde aus Saudi-Arabien beschrieben.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Kyasanur Forest Disease – Informationen des Indian Council of Medical Research (PDF)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ICTV Master Species List 2018b.v2. MSL #34, März 2019
  2. Gudadappa Kasabi, Manoj Murhekar, Vijay Sandhya, Ramappa Raghunandan, Shivani Kiran, Gowdra Channabasappa, Sanjay Mehendale: Coverage and Effectiveness of Kyasanur Forest Disease (KFD) Vaccine in Karnataka, South India, 2005-10. In: PLoS Neglected Tropical Diseases. 7, Nr. 1, 2013, S. e2025. doi:10.1371/journal.pntd.0002025. PMID 23359421. PMC 3554520 (freier Volltext).
  3. NCBI: Alkhurma hemorrhagic fever virus (no rank)
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