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Landkreisdaten von 1990 bis 1994
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Verwaltungssitz: Sebnitz
Fläche: 351 km² (3. Oktober 1990)
Einwohner: 54.100 (3. Oktober 1990)
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SEB
Kreisschlüssel:
Kreisgliederung: Gemeinden, Städte
Landrat:
Kreis Sebnitz im Bezirk Dresden

Der Kreis Sebnitz war von 1952 bis 1990 eine Verwaltungseinheit im Bezirk Dresden der Deutschen Demokratischen Republik. Von 1990 bis 1994 war er unter dem Namen Landkreis Sebnitz eine Verwaltungseinheit des Freistaates Sachsen. Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Sebnitz.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Kreis Sebnitz liegt südöstlich der Bezirkshauptstadt Dresden am Nordrand des Elbsandsteingebirges.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Kreis Sebnitz grenzte im Uhrzeigersinn im Süden beginnend an die Kreise Pirna, Dresden-Land und Bischofswerda. Im Osten grenzte er an Tschechien.

NaturraumBearbeiten

Im Süden erfasste der Landkreis die nördlichen Ausläufer der Sächsischen Schweiz (s. Kreis Pirna). Das Kirnitzschtal und das Polenztal gehör(t)en zu den reizvollsten Tälern, die diese bizarre Felslandschaft gliedern. Im Nordwesten schließt sich die flachwellige um 300 m hohe Landschaft der Lausitzer Platte an. Sie geht im Osten in das Westlausitzer Hügelland über, das Vorland des im Osten folgenden Lausitzer Berglandes. Die langgestreckten bewaldeten Bergrücken erreichen im Norden an der Grenze zum Landkreis Bischofswerda mit dem Valtenberg eine Höhe von 587 m.[1]

GeschichteBearbeiten

Der Kreis Sebnitz entstand im Zuge der Kreisreformen in der DDR am 25. Juli 1952 aus dem nordöstlichen Teil des Landkreises Pirna, der ein Drittel seiner Gemeinden (39 von 118) an den Kreis abgab. Der Kreis Sebnitz wurde dem neugebildeten Bezirk Dresden zugeordnet. Kreissitz wurde die Stadt Sebnitz.[2]

Folgende 39 Gemeinden bildeten somit den neuen Kreis Sebnitz:

Altendorf, Berthelsdorf, Cunnersdorf b. Hohnstein, Dittersbach, Dobra, Dürrröhrsdorf, Ehrenberg, Elbersdorf, Goßdorf, Heeselicht, Helmsdorf b. Pirna, Hinterhermsdorf, Hohburkersdorf, Hohnstein, Krumhermsdorf, Langburkersdorf, Langenwolmsdorf, Lichtenhain, Lohmen, Lohsdorf, Mittelndorf, Neudörfel, Neustadt, Ottendorf b.Sebnitz, Polenz, Porschendorf, Rathewalde, Rennersdorf, Rückersdorf, Rugiswalde, Saupsdorf, Sebnitz, Stolpen, Stürza, Ulbersdorf, Uttewalde, Waitzdorf, Wilschdorf und Zeschnig.

Durch Gemeindegebietsveränderungen sank die Zahl der Gemeinden bis zur Auflösung Ende Juli 1994 auf 10:

  • 4. Dezember 1952 Umgliederung von Daube und Doberzeit aus dem Kreis Pirna in den Kreis Sebnitz
  • 20. Juni 1957 Eingliederung von Daube in Doberzeit
  • 1. August 1961 Eingliederung von Uttewalde in Lohmen
  • 1. Januar 1963 Zusammenschluss von Rennersdorf und Neudörfel zu Rennersdorf-Neudörfel
  • 1. Juli 1965 Zusammenschluss von Zeschnig und Hohburkersdorf zu Zeschnig-Hohburkersdorf
  • 1. Juli 1965 Zusammenschluss von Dürrröhrsdorf und Dittersbach zu Dürrröhrsdorf-Dittersbach
  • 1. Januar 1969 Eingliederung von Doberzeit in Lohmen
  • 1. Januar 1969 Eingliederung von Elbersdorf in Porschendorf
  • 1. April 1972 Eingliederung von Zeschnig-Hohburkersdorf in Rathewalde
  • 1. April 1973 Eingliederung von Rugiswalde in Langburkersdorf
  • 14. Juni 1973 Eingliederung von Waitzdorf in die Stadt Hohnstein
  • 1. Januar 1974 Eingliederung von Krumhermsdorf in die Stadt Neustadt i. Sa.
  • 1. April 1974 Eingliederung von Mittelndorf in Lichtenhain
  • 1. April 1974 Eingliederung von Cunnersdorf b. Hohnstein in Ehrenberg
  • 1. April 1974 Eingliederung von Dobra in Stürza
  • 1. April 1974 Eingliederung von Altendorf in Lichtenhain
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  • 1. Januar 1994 Eingliederung von Ehrenberg, Goßdorf, Lohsdorf, Rathewalde und Ulbersdorf in die Stadt Hohnstein
  • 1. Januar 1994 Eingliederung von Polenz in die Stadt Neustadt i. Sa.
  • 1. Januar 1994 Eingliederung von Heeselicht, Helmsdorf b. Pirna und Langenwolmsdorf in die Stadt Stolpen
  • 1. Januar 1994 Zusammenschluss von Berthelsdorf, Langburkersdorf und Rückersdorf zu Hohwald
  • 1. März 1994 Zusammenschluss von Lichtenhain, Ottendorf b. Sebnitz und Saupsdorf zu Kirnitzschtal
  • 1. März 1994 Eingliederung von Porschendorf in Dürrröhrsdorf-Dittersbach

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis Sebnitz in Landkreis Sebnitz umbenannt.[3] Er existierte bis zur ersten sächsischen Landkreisreform 1994. Mit Wirkung vom 1. August 1994 fusionierten die Landkreise Pirna und Sebnitz vollständig zum neugebildeten Landkreis Sächsische Schweiz.[2]

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Der Landkreis Sebnitz lag abseits der größeren Straßen- und Schienenwege. Die ehemals intensive Leinenhausweberei erlosch mit dem Aufkommen der maschinellen Fertigung im 19. Jh. Sie wurde durch die Herstellung künstlicher Blumen abgelöst. Der VEB Kunstblume Sebnitz war der größte und bekannteste Hersteller. Die Industrie der Stadt Sebnitz produzierte Messer, Feinmechanik, Kunststoff- und Holzerzeugnisse, Kartonagen, Textilien und – wie auch in Neustadt – Landmaschinen. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war der Tourismus im Süden des Kreisgebietes.[1]

BevölkerungsdatenBearbeiten

Bevölkerungsübersicht aller 26 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.[4]

AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha)
03.10.1990 31.12.1990
14050020 Berthelsdorf 1 904 1 888 3 193
14050060 Dürrröhrsdorf-Dittersbach 2 232 2 243 1 172
14050070 Ehrenberg 1 076 1 071 2 101
14050090 Goßdorf 451 417 327
14050100 Heeselicht 420 417 363
14050110 Helmsdorf b. Pirna 925 916 861
14050120 Hinterhermsdorf 846 843 1 919
14050130 Hohnstein, Stadt 1 061 1 062 1 768
14050150 Langburkersdorf 2 797 2 578 2 011
14050160 Langenwolmsdorf 1 302 1 290 1 991
14050170 Lichtenhain 1 248 1 246 1 882
14050180 Lohmen 3 291 3 303 2 570
14050190 Lohsdorf 298 294 502
14050210 Neustadt i. Sa., Stadt 11 709 11 572 1 025
14050220 Ottendorf 466 469 1 688
14050230 Polenz 1 516 1 517 1 388
14050240 Porschendorf 681 618 601
14050250 Rathewalde 731 732 918
14050260 Rennersdorf-Neudörfel 592 584 736
14050270 Rückersdorf 428 427 707
14050290 Saupsdorf 635 628 843
14050300 Sebnitz, Stadt 10 859 10 768 2 471
14050310 Stolpen, Stadt 2 025 1 997 1 060
14050320 Stürza 763 766 1 208
14050330 Ulbersdorf 622 609 847
14050350 Wilschdorf 709 707 966
14050000 Landkreis Sebnitz 49 587 48 962 35 116

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit dem Buchstabenpaar RX begannen, zugewiesen.[5] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war YU 60-01 bis YU 99-99.[6]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen SEB. Es wurde bis zum 31. Juli 1994 ausgegeben. Seit dem 12. November 2012 ist es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erhältlich.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b versch. (Hrsg.): Diercke Lexikon Deutschland - Deutsche Demokratische Republik und Berlin (Ost), S. 249. Georg Westermann Verlag GmbH, Braunschweig 1986, ISBN 3-07-508861-7.
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  4. Regionalregister Sachsen
  5. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 302.
  6. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 502.