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Kirchborgumer Kirche

Kirchengebäude in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland
Kirchborgumer Kirche

Die evangelisch-reformierte Kirchborgumer Kirche befindet sich in Kirchborgum, einem Stadtteil von Weener in Ostfriesland. Das Gotteshaus ist an der Ems gelegen und stammt aus dem Jahr 1827.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

In vorreformatorischer Zeit unterstand der Ort der Propstei Hatzum im Bistum Münster, bis sich die Gemeinde dem reformierten Glauben anschloss. Die erste Kirche des Ortes wurde 1636 gegenüber von Driever erbaut, versank aber noch im 17. Jahrhundert in den Fluten der Ems, die infolge eines Deichdurchbruchs ihren Flusslauf geändert hatte. So wurde ein neues Gotteshaus errichtet, das jedoch nach weniger als 200 Jahren infolge von Baufälligkeit abgerissen werden musste.[1] Der heutige schlichte Backsteinbau entstand im Jahr 1827 als Saalkirche nach Plänen von J.B. Kröger im Stil des Klassizismus und zeichnet sich durch Lisenen und Rundbogenfenster aus.[2] Ein Krüppelwalmdach bildet den Abschluss. Der gedrungene Glockenturm, der auch als Eingang dient, datiert von 1766 und wurde anstelle des abgängigen Vorgängerturms errichtet. Finanziert wurde er aus dem Geld der Armenkasse. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, sodass die Einwohner des Ortes bis zur Wiederherstellung des Gebäudes zunächst in Weener den Gottesdienst besuchen mussten.[3]

AusstattungBearbeiten

 
Rohlfs-Orgel

Das Innere wird durch ein pastellgrünes hölzernes Tonnengewölbe, das weinrote Kirchengestühl, die Biedermeier-Kanzel aus der Vorgängerkirche und die Orgel der Gebrüder Rohlfs geprägt. Das Instrument mit seinem neuromanischen Prospekt und den flankierenden Engeln wurde 1876–78 an der Westseite mit acht Stimmen ohne Aliquotregister auf einem Manual und Pedal gebaut und ist weitgehend erhalten.[4] Zu den Vasa Sacra gehören ein Kelch aus dem Jahr 1654 und Kanne, Brotteller und Kelch aus dem 20. Jahrhundert.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kirchborgumer Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Segebade: Reformierte Kirchen an der Ems. 1999, S. 38.
  2. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 173.
  3. Segebade: Reformierte Kirchen an der Ems. 1999, S. 39.
  4. Walter Kaufmann: Die Orgeln Ostfrieslands. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1968, S. 148.

Koordinaten: 53° 12′ 0,6″ N, 7° 24′ 15,7″ O