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Kernkraftwerk Jaitapur
Lage
Kernkraftwerk Jaitapur (Indien)
Kernkraftwerk Jaitapur
Koordinaten 16° 35′ 0″ N, 73° 19′ 30″ OKoordinaten: 16° 35′ 0″ N, 73° 19′ 30″ O
Land: Indien
Daten
Eigentümer: Nuclear Power Corporation of India

Reaktoren in Planung (Brutto):

6  (10440 MW)
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das verworfene Kernkraftwerk Jaitapur im Distrikt Ratnagiri im indischen Bundesstaat Maharashtra sollte, gemessen an der elektrischen Leistung mit sechs Reaktoren zu je 1740 MW (wovon je Block 1600 MW in das Elektrizitätsnetz netto eingespeist werden sollten), das größte Kernkraftwerk der Welt werden.

Am 6. Dezember 2010 wurde eine Vereinbarung über den Bau der ersten beiden Reaktoren und einen 25-Jahres-Liefervertrag für spaltbares Material in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und des indischen Premierministers Manmohan Singh unterzeichnet. Vertragspartner sind die Nuclear Power Corporation of India und der französische Energiekonzern Areva. Im März 2015 gab Areva bekannt eine neue Geschäftsstrategie verfolgen zu wollen. Diese beinhaltet keine neuen Reaktoren zu bauen. Dies betrifft auch die Reaktoren in Jaitapur.[1][2] Der Bau des größten Kernkraftwerks der Welt gilt damit als aufgegeben, da der geplante Reaktortyp nicht mehr zur Verfügung steht. Es ist zudem auf Grund der vorangegangenen Proteste fraglich, ob auf dem Gelände jemals ein Kernkraftwerk entstehen wird. Nach neueren Informationen soll das Neubauprojekt 2018[veraltet] beginnen.[3]

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Die gesamte Anlage sollte eine Fläche von 9,68 km2 haben. Der Distrikt Ratnagiri liegt in der Küstenregion Konkan im Westghats-Gebirge. Im Jahre 2006 beantragte Indien die Aufnahme dieses Gebirges als UNESCO-Welterbe. Diesem Antrag wurde im Jahre 2012 in Bezug auf 39 einzelne Schutzgebiete stattgegeben.[4]

BaubeschreibungBearbeiten

Es sollten sechs Druckwasserreaktoren der dritten Generation (EPR) zum Einsatz kommen. Die Baukosten wurden auf 20,27 Milliarden US-Dollar veranschlagt.[5] Die Finanzierung sollte durch ein französisches Konsortium erfolgen und von der OECD überwacht werden.

KritikBearbeiten

Hinsichtlich der Gefährdung durch Erdbeben wird die Lage als kritisch gesehen. In Indien gibt es fünf Kategorien für erdbebengefährdete Gebiete. Jaitapur gehört zur Kategorie 3 und ist somit einem mittleren Risiko ausgesetzt.

Im Rahmen der Vertragsverhandlungen gab es starken Widerstand aus der Region. Bis Januar 2010 hatten erst 33 von 2335 Dorfbewohnern der Abtretung von Land zugestimmt.[6]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.netzwerkit.de/Members/MaxMoritz/news20150322-001
  2. Wirtschaftswoche.de: Aus der Traum [1]
  3. http://indiatoday.intoday.in/story/devendra-fadnavis-jaitapur-nuclear-power-project/1/932377.html
  4. UNESCO World Heritage Centre: Western Ghats
  5. http://forbesindia.com/article/on-assignment/a-perspective-on-the-nuclear-uproar-in-india/23582/0?id=23582&pg=0
  6. Bericht in Hindustan Times am 29. November 2010