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Sinning (Oberhausen)

Ortsteil der Gemeinde Oberhausen (bei Neuburg/Donau)
(Weitergeleitet von Kastlmühle (Oberhausen))

Sinning ist einer von vier Gemeindeteilen der Gemeinde Oberhausen, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Neben dem eigentlichen Dorf Sinning gehören auch die Einöden Kastlmühle, Sankt Wolfgang und Stelzhof zum Gemeindeteil.

Sinning
Gemeinde Oberhausen
Koordinaten: 48° 41′ 27″ N, 11° 6′ 32″ O
Höhe: 413 m
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 86697
Vorwahl: 08435

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Sinning liegt 4 km südlich von Oberhausen, jenseits der Bundesstraße 16. Von West nach Ost wird das Dorf vom Sinninger Bach durchflossen. Geologisch liegt Sinning am Rand einer Lechschotterterrasse, die an die Südausläufer der Fränkischen Alb grenzt. Im Osten erstreckt sich die Sinninger Flur bis ins Donaumoos hinein.

GeschichteBearbeiten

Bereits zur Jungsteinzeit war das Gebiet des heutigen Sinnings besiedelt, wovon mehrere Funde von Stein- und Knochenwerkzeugen zeugen. In der Bronze- und Eisenzeit wurden die noch heute erhaltenen Grabhügel der Region errichtet. Nordwestlich vom heutigen Dorf, auf dem Stätteberg nahe Unterhausen, errichteten Kelten eine Wallanlage. Westlich von Sinning verlief die römische Militär- und Fernstraße „Donausüdstraße[1]

Sinning wurde 1140 erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg erwähnt, als Zeuge wird ein Helenbert von Synningen angegeben. Der auf -ing endende Ortsname lässt auf die Besiedlung durch Bajuwaren oder Alemannen zum Ende der Völkerwanderung Mitte des 6. Jahrhunderts schließen. Damit ist Sinning der älteste der Oberhausener Ortsteile. Bis 1350 hatten die von Sinning die Rolle des Ortsadels inne. 1505 fiel Sinning zusammen mit Oberhausen, Unterhausen und Kreut an das neugegründete Herzogtum Pfalz-Neuburg. Im Jahr darauf wurde Sinning den Schönpüchlern als Hofmark zugesprochen. Von 1542 bis 1552 führte der damalige Pfalzgraf Ottheinrich den Protestantismus im Herzogtum ein. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm zwang seine Untertanen 1617 jedoch abermals zum Konfessionswechsel.[1]

 
Schloss Sinning
 
Grabmal von Eduard Freiherr von Weveld auf dem Neuburger Friedhof

1721 erhielt Wilhelm Adam von Weveld für 9750 Gulden die niedere Gerichtsbarkeit über einen Teil Sinnings, 1730 auch über den Rest des Dorfes und Oberhausen; bis zum Jahr 1848 waren die von Weveld die Gerichtsherren des Ortes. Sie bauten das 1660 von Franz von Giese erbaute Sinninger Schloss zu ihrem Familiensitz aus, Sinning fungierte dabei als Verwaltungszentrum für die umliegenden Besitzungen. Nach den Napoleonischen Kriegen kam Sinning 1808 an das Königreich Bayern. Der Ort bestand als eigenständige Gemeinde bis zum 1. Januar 1972, als sich Sinning, Unterhausen und Oberhausen freiwillig zur heutigen Gemeinde zusammenschlossen, zu der 1994 noch Kreut hinzukam.[1]

Die katholische Pfarrei Sankt Nikolaus in Sinning ist Sitz der Pfarreiengemeinschaft Sinning und gehört zum Dekanat Neuburg-Schrobenhausen im Bistum Augsburg. Zur Pfarrei gehören außer Sinning die Einöden Kastlmühle, Stelzhof und Sankt Wolfgang.
Zur Pfarreiengemeinschaft Sinning gehören außerdem noch die Pfarreien Sankt Elisabeth in Dezenacker mit Filialkirche Sankt Maria in Längloh, Sankt Clemens in Oberhausen und Sankt Pankratius in Unterhausen.

InfrastrukturBearbeiten

Sinning verfügt über einen 1979 gegründeten Kindergarten. Die nächste Volksschule befindet sich in Oberhausen. Daneben existiert noch ein Sportplatz in Sinning.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Nahe St. Wolfgang befinden sich 27 vorgeschichtliche Grabhügel, in denen Randleistenbeile vom Typ Crailsheim gefunden wurden. Das Schloss Sinning ist ein um 1660 errichtetes Wasserschloss im Renaissance-Stil, auf dem Schlossführungen und jährlich Mittelaltermärkte stattfinden. Die Dorfkirche St. Nikolaus wurde in den Jahren 1741–1743 wiederaufgebaut und seitdem mehrmals erweitert. In St. Wolfgang befindet sich die gleichnamige Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert. Sie beherbergt neben Altären aus dem Klassizismus auch die Weveldsche Familiengruft.[2][3][4]

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

 
Das Geburtshaus von Pater Konrad Eubel aus Sinning

LiteraturBearbeiten

  • Markus Nadler: Neuburg an der Donau : das Landgericht Neuburg und die Pfleggerichte Burgheim und Reichertshofen. (= Historischer Atlas von Bayern, Schwaben. Reihe 1, H. 16). Lassleben, Kallmünz 2004, ISBN 3-7696-6852-9.
  • Alex Schilcher: Geschichte des Dorfes Sinning. Mattinusbuchhandlung, Illertissen (Schwaben) 1936.
  • Ludwig Wagner: Zeitreise durch Neuburg und den Landkreis. Pro Business, Berlin 2008, ISBN 978-3-86805-254-1, S. 224–228.
  • Gedenkschrift Franziskaner-Minoriten Provinz St. Elisabeth, Konrad Eubel, Franziskaner-Minorit (1842–1923)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Gemeinde Oberhausen: Geschichtlicher Überblick der Gemeinde Oberhausen mit ihren vier Ortsteilen. www.gemeinde-oberhausen.de. Abgerufen am 27. Januar 2010.
  2. Willkommen auf St. Wolfgang. www.schloss-sinning.de. Abgerufen am 28. Januar 2010.
  3. Katharine Pászthory, Eugen Friedrich Mayer: Die Äxte und Beile in Bayern. Franz Steiner Verlag, 1998, ISBN 3-515-06686-1, S. 57.
  4. Von Michael Petzet: Denkmäler in Bayern, Band 1-2. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1986, ISBN 3-486-52392-9, S. 486.